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Der Brief des Lord Chandos: Schriften zur Literatur, Kunst und Geschichte
 
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Der Brief des Lord Chandos: Schriften zur Literatur, Kunst und Geschichte [Taschenbuch]

Hugo von Hofmannsthal , Mathias Mayer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150180341
  • ISBN-13: 978-3150180341
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 9,8 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.755 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Hugo von Hofmannsthal
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der 1902 erschienene Brief des Lord Chandos ist der bedeutendste poetologische Text Hofmannsthals und zählt zu den Gründungsdokumenten der modernen Literatur. Mit seinen erfundenen Gesprächen und Briefen hat Hofmannsthal eine dialogische Form der kritischen Reflexion entwickelt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

1874-1929

1874 1. Februar: Hugo von Hofmannsthal wird als einziger Sohn des Direktors der Wiener Central-Bodencreditanstalt geboren.

1891 Bereits als Schüler des Akademischen Gymnasiums veröffentlicht Hofmannsthal unter dem Pseudonym Loris erste Gedichte und Essays, die ihn schnell bekannt machen; vermittelt durch Gustav Schwarzkopf erhält Hofmannsthal Zugang zum Kreis der Autoren der Wiener Moderne; Freundschaft u.a. mit Bahr, Beer-Hofmann, Schnitzler. Unter dem Pseudonym Theophil Morren erscheint Hofmannsthals erstes Schauspiel Gestern in der »Modernen Rundschau«. In der Folgezeit publiziert Hofmannsthal Gedichte in verschiedenen Zeitschriften (z.B. in »Pan«, Stefan Georges »Blättern für die Kunst«, Otto Julius Bierbaums »Modernem Musen-Almanach«).

1891-1906 Freundschaft mit Stefan George.

1892-1894 Jura-Studium an der Wiener Universität und erstes Staatsexamen.

1895 Freiwilligenjahr beim Dragonerregiment in Brünn u. Göding. In der Wiener Zeitschrift »Die Zeit« erscheint die Novelle Das Märchen der 672. Nacht.

1895-1899 Studium der Romanistik; Besuch der Veranstaltungen von Ernst Mach, dessen Hauptwerk Analyse der Empfindungen zahlreiche Schriftsteller prägte (u.a. auch Robert Musil).

1898 Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit Über den Sprachgebrauch bei den Dichtern der Plejade; der anschließende Habiltationsversuch an der Universität Wien scheitert.

1898 15. Mai: Uraufführung des Dramas Die Frau im Fenster am Deutschen Theater in Berlin

1899 In der Weihnachtsbeilage der Neuen Freien Presse (Wien) erscheint die Novelle Reitergeschichte.

1900 Erscheinen der Novelle Das Erlebnis des Marschalls von Bassompierre.

1901 Heirat mit Gertrud Schlesinger; Umzug nach Rodaun, wo Hofmannsthal bis zu seinem Tod lebt.

1902 Ein Brief, auch bekannt als »Brief des Lord Chandos«, erscheint und wird zur Initialzündung des modernen Sprachskeptizismus.

seit 1903 Intensive Zusammenarbeit mit Max Reinhardt und dessen Schauspielern sowie mit Richard Strauss.

1903 30. Oktober: Uraufführung der Tragödie Elektra am Kleinen Theater in Berlin (später von Richard Strauss als Oper vertont; Uraufführung am 25. Januar 1909 an der Hofoper in Dresden).

1906 Hofmannsthal hält in mehreren deutschen Städten den Vortrag Der Dichter und diese Zeit.

1911 26. Januar: Uraufführung der Komödie für Musik Der Rosenkavalier am Königlichen Opernhaus in Dresden (Musik v. R. Strauss).

1911 1. Dezember: Uraufführung des zwischen 1903 und 1911 entstandenen Mysterienspiels Jedermann. Ein Spiel vom Sterben des reichen Mannes im Zirkus Schumann in Berlin (Regie: Max Reinhardt).

1914 Zu Beginn des 1. Weltkriegs kurzfristig bei seiner Truppe in Istrien stationiert, dann im k.u.k. Kriegsfürsorgeamt in Wien als Leiter der Pressestelle.

1915-1916 Eigene patriotische Propagandatätigkeit.

1916 Rückkehr zur Theaterarbeit.

1917 Hofmannsthal hält in Bern einen Vortrag Über die Idee Europa. Zusammen mit M. Reinhardt u. R. Strauss gründet Hofmannsthal die Salzburger Festspielhausgemeinde.

1919 10. Oktober: Uraufführung der Oper Die Frau ohne Schatten an der Staatsoper in Wien (Musik v. R. Strauss); ebenfalls 1919 erscheint der Stoff als Märchen.

1920 Erstmals finden die von Hofmannsthal, Reinhardt und Strauss initiierten Salzburger Festspiele statt (danach jährlich im Juli/August).

1921 7. November: Uraufführung des Lustspiels Der Schwierige am Münchner Residenztheater.

1922 Erscheinen von Buch der Freunde, einer Sammlung von Aphorismen und Reflexionen.

1922 12. August: Uraufführung des Moralitätenspiels Das Salzburger große Welttheater (in Anlehnung an Calderón) in der Kollegienkirche in Salzburg (Regie: Max Reinhardt).

1922-1927 Hofmannsthal veröffentlicht in den »Neuen Deutschen Beiträgen« u.a. Walter Benjamins Wahlverwandtschaften-Aufsatz und Teile aus Benjamins Ursprung des deutschen Trauerspiels; der Einfluß Benjamins ist vor allem in Hofmannsthals Trauerspiel Der Turm deutlich.

1923 u. 1925 In der Zeitschrift »Neue deutsche Beiträge« erscheint in zwei Teilen das Trauerspiel Der Turm (Uraufführung am 10. Juni 1948 am Wiener Burgtheater).

1927 10. Januar: Hofmannsthal hält auf Einladung des Rektors der Münchner Universität Karl Vossler im Auditorium Maximum den Vortrag Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation.

1928 4. Februar: Uraufführung der zweiten, erheblich veränderten Fassung des Trauerspiels Der Turm am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

1929 15. Juli: In Rodau erliegt Hofmannsthal, zwei Tage nachdem sein älterer Sohn Franz sich das Leben genommen hatte, beim Aufbruch zu dessen Begräbnis einem Schlaganfall.

1929 6. Oktober: Uraufführung des zwischen 1893 und 1897 in mehreren Abschnitten entstandenen und veröffentlichten lyrischen Dramas Das kleine Welttheater oder Die Glücklichen am Münchner Residenztheater. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein idealer Einstieg 2. Juni 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
An den 21 Schriften aus einem Zeitraum von 34 Jahren, die im „Brief des Lord Chandos" zusammengefaßt sind, läßt sich erkennen, daß Hugo von Hofmannsthal thematisch nichts ausließ (zumindest nicht viel). Texte über Literatur anhand von prominenten Beispielen (Goethe, Balzac, Swinburne) sind hier versammelt, darüber hinaus Allgemeineres zu Roman, Lyrik, Drama und selbst zu geschichtlichen Themen. Hinzu kommen Hofmannsthals ureigene Produkte wie z. B. der eigentliche „Brief des Lord Chandos", in dem sich der Autor damit auseinandersetzt, plötzlich nicht mehr schreiben zu können (was selten vorgekommen zu sein scheint angesichts des mehr als voluminösen Gesamtwerkes). In geschliffenem Deutsch, mit mittlerweile ausgestorbenem Pathos stellt er elementarste Fragen: Was macht die Qualität von Literatur aus? Warum lesen Menschen? Was suchen Menschen, wenn sie lesen? Sein eleganter Stil läßt sich dabei vielleicht am ehesten mit dem eines Zeitgenossen vergleichen, der in letzter Zeit zu spätem Ruhm gelangte, nämlich Arthur Schnitzler. Wer also einen Blick auf Hofmannsthal wagen möchte und nicht weiß, wo beginnen, findet im repräsentativen Querschnitt des „Lord Chandos" den idealen Einstieg. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Hofmannsthal (1874-1929) ließ 25 jährig von der Lyrik ab, weil er sich als großer Dramatiker nach dem ersten Weltkrieg zu etablieren versuchte. Und mit 27 verfasste er einen Brief als Lord Chandos, einer Phantasiefigur. So ist dieser Einstieg in das Hofmannsthal Werk recht günstig, zumal der Lord schrieb, sich von der Literatur zurückgezogen zu haben und sich nun (fiktiv) bei einem älteren Freund, dem Staatsmann Francis Bacon "wegen des gänzlichen Verzichts auf literarische Betätigung zu entschuldigen" versucht. Vermutlich ein Versuch, seine Entscheidung zu erklären, denn "Was ist der Mensch, dass er Pläne macht!" Doch gedeutet wird hier der Text als Sprachskepsis und Bewusstseinskrise in den Künsten an sich zwischen 1900 und 1914.
John Ruskin erklärte einmal, ein Dichter sei ein Mensch, zu dem die Dinge sprechen. Hofmannsthal: "nämlich weil die Sprache, in welcher nicht nur zu schreiben, sondern auch zu denken mir vielleicht gegeben wäre, weder die lateinische noch die englische, noch die italienische oder spanische ist, sondern eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zuweilen zu mir sprechen, und in welcher ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich verantworten werde." In diesem Brief wird dieser eigentlich unerreichbare Zustand angestrebt.

Nun, um diesen Titel ranken weitere kleine Essays, Geschichten, Erzählungen und fiktive Breife jeweils zum Zeitgeist. Hofmannsthal reflektiert über Literatur, Kunst und Geschichte, bringt seine Erfahrung in den Zusammenhang der historischen Entwicklung wie der literarischen Umgestaltung im beginnenden 20. Jahrhundert. Mit dem fiktiven Brief wird ein hohes Maß an (Selbst-) Kritik deutlich, in dem die Grenzen der Ausdrucksfähigkeit, der -möglichkeiten der literarischen Sprache, ja der Kunst öffentlich gemacht, öffentlich zum Diskurs gestellt werden. Letztendlich ist Chandos der Schlüsseltext, zumindest nach Walter Jens, der den Ausgangspunkt der radikalen Änderung von Stil und Thema um 1900 analytisch beginnend betrachtete.

Die nervöse Spannung zwischen dem Gegenwärtigen und dem Möglichen prägt die Moderne wie auch Hofmannsthal selbst. Literarischen Beistand in der Bestandsaufnahme holt er durch brillante Rezensionen über die Werke seiner Vorgänger wie Barres, Swinburne, D'Annunizio, Ibsen und seinem kurzzeitigen Freund Stefan George. Literatur und Schriftum in der Betrachtung als geistiger Raum einer Nation, eine Rede an der Uni München, zeigt die Weise des Zusammenspiels zwischen Schriftsteller und Leser und zwischen Schriftstellern an sich, die in sich die Bürde tragen, den anderen um nur ein wenig überragen zu müssen.

Insgesamt ein guter Einstieg in der Werk Hofmannsthal liegt nun als Empfehlung bereit. Eine Freude ist das Lesen ob der göttlichen Sprache.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hugo von Hofmannsthals Brief des Lord Chandos ist in seiner dialogischen und reflexiven Form der Schlüsseltext zum Verständnis der literarischen Moderne, vielleicht sogar der modernen Kunst überhaupt. Er stellt dar, was in der Moderne als Sprachskepsis oder Bewußtseinskrise seit der Jahrhundertwende des 19. auf das 20. Jahrhundert zu verstehen ist, in Texten über D'Anunzio, über Gedichte Georges, übers Drama und moderne Prosa, über modernes Schreiben und modernes Leben schlechthin. Dieses Buch ist ein Markstein auf dem Weg des Verständnisses modernen Denkens und Schreibens und muss daher unbedingt empfohlen werden.
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