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Der Brief des Lord Chandos: Schriften zur Literatur, Kunst und Geschichte [Taschenbuch]

Mathias Mayer , Hugo von Hofmannsthal
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

März 2000
Hofmannsthals essayistisches Werk ist geprägt von einer Staunen erregenden Belesenheit in der Weltliteratur und den kosmopolitischen Interessen eines Vertreters des alten Europa. Diese Auswahl enthält den berühmten fiktiven "Brief" eines gewissen Lord Chandos, die allgemein gültige Formulierung moderner Sprachskepsis, und gibt einen Einblick in Hofmannsthals essayistisches Schaffen insgesamt.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150180341
  • ISBN-13: 978-3150180341
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 9,8 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 14.696 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Werbetext

siehe Anweisungen unter Titel "Andreas"
Überschrift für Doppeöseite: Hugo von Hofmannsthal
fett gedruckt(Kurztext): Vor 100 Jahren erstmals erschienen: Der Brief des Lord Chandos -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Hugo von Hofmannsthal, 1874 in Wien geboren, war in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts neben Arthur Schnitzler der bedeutendste Autor des Schriftstellerkreises 'Jung Wien'. Nach 1902 wandte sich Hofmannsthal vom Ästhetizismus ab und begann eine intensive Auseinandersetzung mit der europäischen Literaturtradition. Er starb 1929. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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5.0 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein idealer Einstieg 2. Juni 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
An den 21 Schriften aus einem Zeitraum von 34 Jahren, die im „Brief des Lord Chandos" zusammengefaßt sind, läßt sich erkennen, daß Hugo von Hofmannsthal thematisch nichts ausließ (zumindest nicht viel). Texte über Literatur anhand von prominenten Beispielen (Goethe, Balzac, Swinburne) sind hier versammelt, darüber hinaus Allgemeineres zu Roman, Lyrik, Drama und selbst zu geschichtlichen Themen. Hinzu kommen Hofmannsthals ureigene Produkte wie z. B. der eigentliche „Brief des Lord Chandos", in dem sich der Autor damit auseinandersetzt, plötzlich nicht mehr schreiben zu können (was selten vorgekommen zu sein scheint angesichts des mehr als voluminösen Gesamtwerkes). In geschliffenem Deutsch, mit mittlerweile ausgestorbenem Pathos stellt er elementarste Fragen: Was macht die Qualität von Literatur aus? Warum lesen Menschen? Was suchen Menschen, wenn sie lesen? Sein eleganter Stil läßt sich dabei vielleicht am ehesten mit dem eines Zeitgenossen vergleichen, der in letzter Zeit zu spätem Ruhm gelangte, nämlich Arthur Schnitzler. Wer also einen Blick auf Hofmannsthal wagen möchte und nicht weiß, wo beginnen, findet im repräsentativen Querschnitt des „Lord Chandos" den idealen Einstieg. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hugo von Hofmannsthals Brief des Lord Chandos ist in seiner dialogischen und reflexiven Form der Schlüsseltext zum Verständnis der literarischen Moderne, vielleicht sogar der modernen Kunst überhaupt. Er stellt dar, was in der Moderne als Sprachskepsis oder Bewußtseinskrise seit der Jahrhundertwende des 19. auf das 20. Jahrhundert zu verstehen ist, in Texten über D'Anunzio, über Gedichte Georges, übers Drama und moderne Prosa, über modernes Schreiben und modernes Leben schlechthin. Dieses Buch ist ein Markstein auf dem Weg des Verständnisses modernen Denkens und Schreibens und muss daher unbedingt empfohlen werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Hofmannsthal (1874-1929) ließ 25 jährig von der Lyrik ab, weil er sich als großer Dramatiker nach dem ersten Weltkrieg zu etablieren versuchte. Und mit 27 verfasste er einen Brief als Lord Chandos, einer Phantasiefigur. So ist dieser Einstieg in das Hofmannsthal Werk recht günstig, zumal der Lord schrieb, sich von der Literatur zurückgezogen zu haben und sich nun (fiktiv) bei einem älteren Freund, dem Staatsmann Francis Bacon "wegen des gänzlichen Verzichts auf literarische Betätigung zu entschuldigen" versucht. Vermutlich ein Versuch, seine Entscheidung zu erklären, denn "Was ist der Mensch, dass er Pläne macht!" Doch gedeutet wird hier der Text als Sprachskepsis und Bewusstseinskrise in den Künsten an sich zwischen 1900 und 1914.
John Ruskin erklärte einmal, ein Dichter sei ein Mensch, zu dem die Dinge sprechen. Hofmannsthal: "nämlich weil die Sprache, in welcher nicht nur zu schreiben, sondern auch zu denken mir vielleicht gegeben wäre, weder die lateinische noch die englische, noch die italienische oder spanische ist, sondern eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zuweilen zu mir sprechen, und in welcher ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich verantworten werde." In diesem Brief wird dieser eigentlich unerreichbare Zustand angestrebt.

Nun, um diesen Titel ranken weitere kleine Essays, Geschichten, Erzählungen und fiktive Breife jeweils zum Zeitgeist. Hofmannsthal reflektiert über Literatur, Kunst und Geschichte, bringt seine Erfahrung in den Zusammenhang der historischen Entwicklung wie der literarischen Umgestaltung im beginnenden 20. Jahrhundert. Mit dem fiktiven Brief wird ein hohes Maß an (Selbst-) Kritik deutlich, in dem die Grenzen der Ausdrucksfähigkeit, der -möglichkeiten der literarischen Sprache, ja der Kunst öffentlich gemacht, öffentlich zum Diskurs gestellt werden. Letztendlich ist Chandos der Schlüsseltext, zumindest nach Walter Jens, der den Ausgangspunkt der radikalen Änderung von Stil und Thema um 1900 analytisch beginnend betrachtete.

Die nervöse Spannung zwischen dem Gegenwärtigen und dem Möglichen prägt die Moderne wie auch Hofmannsthal selbst. Literarischen Beistand in der Bestandsaufnahme holt er durch brillante Rezensionen über die Werke seiner Vorgänger wie Barres, Swinburne, D'Annunizio, Ibsen und seinem kurzzeitigen Freund Stefan George. Literatur und Schriftum in der Betrachtung als geistiger Raum einer Nation, eine Rede an der Uni München, zeigt die Weise des Zusammenspiels zwischen Schriftsteller und Leser und zwischen Schriftstellern an sich, die in sich die Bürde tragen, den anderen um nur ein wenig überragen zu müssen.

Insgesamt ein guter Einstieg in der Werk Hofmannsthal liegt nun als Empfehlung bereit. Eine Freude ist das Lesen ob der göttlichen Sprache.
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