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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Bln., Propyläen, 2002. (2002)
  • ASIN: B003EDFX8E
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)

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Jörg Friedrich
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erschütternde 530 Seiten 17. Februar 2003
Von Hauke Stammer TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Büchern mußte ich dieses immer wieder weglegen, bevor ich es weiter lesen konnte. Viele Berichte erschüttern, erschrecken auch nach so vielen Jahren noch immer. Das Einflechten persönlicher Schicksale reißt die Opfer aus der Anonymität ohne dabei in den Kitsch abzugleiten.
Die eigentliche Stärke des Buches aber liegt woanders.
Bei der Beschreibung der zahllosen Bombardements deutscher Städte umreißt der Author stets die Geschichte des jeweiligen Ortes, die Kulturschätze, welche der Vernichtung anheim fielen und die militärischen Ziele, so es denn welche gab. Ich kann nur erahnen, wieviel Arbeit und Mühe in dieser Ausarbeitung steckt. Aber erst die geschichtsträchtige Erläuterung kann die Barberei der Angriffe begreifbar machen.
Im Gegensatz zu einigen Zeitungsartikeln mag ich in den Seiten keine Aufrechnung mit den einstigen Kriegsgegnern entdecken. Das Buch versucht nicht, deutsche Schreckenstaten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen, sondern relativiert den auch im Schulunterricht gelebten Versuch, den 2. Weltkrieg zu simplifizieren.
Man kann nur erahnen, was geschehen wäre, hätte sich Churchill gegen Roosevelt durchgesetzt, und chemische wie biologische Waffen im großen Umfang gegen deutsche Städte eingesetzt.

Der einzige Kritikpunkt ist die fehlende "Timeline", die den Verlauf des Bomberkriegs übersichlicher gestaltet hätte. Und ein abschließendes Datenblatt, daß die Art und die Masse der abgeworfenen Bomben in Relation zu den Schäden an Gebäuden, Rüstungsbetrieben und Menschen stellt.
So oder so aber ein bewegendes, ausführliches und mehr als lesenswertes Werk!
Für mich eine 4,5, aber das sieht das Bewertungssystem leider nicht vor.

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60 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bomben auf Deutschland 24. Juni 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Diese Beschreibung der systematischen Zerstörung Deutschlands im 2. Weltkrieg durch britische und später auch amerikanische Bombenangriffe ist schwere Kost, auch für einen Leser, der einen Tag vor Hitlers Machtergreifung zur Welt kam und einen wesentlichen Teil seiner Jugend in der Ruinenlandschaft Berlins durchlebt hat. Zu jener Zeit waren die Feuer in den Ruinen längst erloschen und mit der angeborenen Unbekümmertheit eines jungen Menschen nahm man die Situation hin. Heute, Jahrzehnte später, macht einem dieses Buch erst klar, welchen Schrecken man in der relativen Ruhe der schlesischen Provinz entgangen war und welche Verluste dem Lande zugefügt wurden.

Das Werk ist schwer zu lesen, nicht etwa weil der Verfasser schlecht schriebe (na ja, gelegentlich ist der Stil etwas knorrig), sondern weil man immer wieder quasi aus Angst vor dem, was kommen muss, das Buch schließt. Bei der Lektüre entwickelt sich langsam eine große Hochachtung vor der Leistung des Autors, der sein Werk ganz sicher nicht als eine Exkulpierung des Nationalsozialismus anlegen wollte und wohl noch mehr als seine Leser vor den Ergebnissen seiner Forschungen erschrocken ist. Indem er die Deutschen einmal nicht als Hitlers willige Vollstrecker, sondern als unschuldige Opfer der Bomben beschreibt, hat er einen enormen Beitrag zu einem distanzierteren Umgang mit den Ereignissen in jenem dunklen Tal der europäischen Geschichte geleistet.

Friedrich zeigt auf, dass die Bombardierung Deutschlands mit Millionen Tonnen von Munition aller Art durchaus nicht als alleinige Konsequenz vorhergegangener deutscher Angriffe anzusehen ist, sondern dass die Konzeption des Bombenkrieges gegen ein ganzes Land die logische Folge der Entwicklung des Kriegshandwerks und der entsprechenden Waffen war - Churchills gedankliche Planung eines Luftangriffs mit tausend Bombern auf das kaiserliche Berlin ist dafür ein nicht zu verwerfendes Zeugnis. Die Waffe wurde eingesetzt, weil es sie gab und weil es nur einer geringen Verschiebung der Begriffe bedurfte, um alle Bewohner eines Landes zu Kombattanten zu erklären. Über den zynischen Rat, das Kampfgebiet rechtzeitig zu verlassen, soll hier gar nicht diskutiert werden.

Das Buch macht in erschreckender Weise den Unterschied zwischen den deutschen Angriffen auf England und den alliierten Bombardements deutscher Ziele klar. Görings Luftwaffe sollte 1940 England an den Verhandlungstisch bomben - zu mehr war sie ohnehin nicht in der Lage. Aufgabe des Bomber Commands war die maximale Zerstörung Deutschlands - seiner Substanz, seiner Bewohner, seiner Geschichte. Der Auslöser des 2. Weltkriegs, nämlich die Erhaltung der Integrität Polens, spielte schon bald nach Kriegsbeginn keine Rolle mehr, es ging nur noch um die Ausschaltung einer großen Macht in Mitteleuropa. Die bis in die letzten Kriegstage fortgesetzte Bombardierung ziviler Ziele bezeugt, dass es auch gar nicht darum ging, die Moral der Bevölkerung zu brechen, denn schon um eigenen Verluste einzugrenzen hätte man ja dieses Ziel immer wieder einmal auf seine Wichtigkeit untersuchen müssen; das geschah aber nie, man bombte einfach weiter bis zum Ende der Kampfhandlungen.

Materiell sicherte die Verbrennung der deutschen Städte einen Vorteil für England auf ein kleines Jahrzehnt hin; etwa 1955 waren die deutschen Schäden im wesentlichen beseitigt. Die geistige Wirkung war stärker, sie dauert bis heute fort. In unserer Naivität können wir uns nicht vorstellen, dass diese Zerstörungen keinen moralischen, sondern nur einen politischen Grund hatten - obwohl uns ja der Abwurf der Atombomben auf Japan zu denken geben sollte. Der Bevölkerung in den alliierten Ländern, und später auch den Deutschen im Rahmen der re-education, musste eine so totale Zerstörung Deutschlands durch den Hinweis auf entsetzliche, von den Deutschen begangene Verbrechen begreiflich gemacht werden - jedoch muss man sich darüber klar werden, dass solche Verbrechen beim Beginn der Planung der alliierten Luftkriegsstrategie durchaus nicht in einem Umfang gegeben waren, der einen solchen Holocaust gerechtfertigt hätte.

Durch seine Schilderung der Verhältnisse am Boden setzt der Verfasser auch den einfachen Menschen ein Denkmal, die ohne jedes Verschulden einer solchen Strafe unterworfen wurden. Jörg Friedrich beschreibt in diesem Zusammenhang Aktionen, die ganz einfach das Wort „heldenhaft" verdienen, und auch unser derzeitiger Außenminister müsste angesichts solcher Taten vielleicht doch seine Einstellung zu deutschen Helden etwas ändern.

Implizit führt uns Friedrich auch vor Augen, was für bewunderungswürdige Leistungen die verbleibende Bevölkerung in beiden Teilen Deutschlands, dezimiert und verkrüppelt wie sie war, in den Jahren nach dem Kriege allen Widrigkeiten zum Trotz vollbracht hat, ganz im Sinne von Rudyard Kiplings „or watch the the things you gave your life to, broken, and stoop and build them up with worn-out tools." Vielleicht sind wir Deutschen doch manchmal besser, als wir glauben wollen.

Es wäre zu wünschen, dass entsprechende Teile des Buches Eingang in die Heimatkunde-Bücher aller deutschen Städte finden.

Im Jahre 2003, am 60. Jahrestag des ersten großen britischen Angriffs auf Hamburg, bei dem etwa 40 000 Menschen zu Tode kamen, fand in der Hansestadt eine Gedenkfeier statt, auf der auch der britische Botschafter in vorzüglichem Deutsch eine Rede hielt. Er unterstrich darin den Wahn, der die europäischen Völker in jener dunklen Periode der Geschichte ergriffen hatte. Man fühlte sich erinnert an die letzten Worte in dem Film 'Die Brücke am Kwai': "Madness, madness..."

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69 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch schildert den Bombenterror gegen Deutschland und das deutsche Volk, greift aber auch auf die anderen europäischen
Staaten aus (wer weiß schon, daß auch italienische, aber
vor allem französische Städte mit zehntausenden von Ziviltoten
gnadenlos bei der "Befreiung" bombardiert wurden, solange sich
dort noch ein deutscher Soldat aufhielt). Was dieses Buch nötig
machte, ist, daß es außer dem wenig bekannten Werk von Maximilian Czesany "Europa im Bombenkrieg" bislang keine
Gesamtschau zum Thema gab. Und dann das "wie", der Autor gibt
hinter den Vernichtungsorgien geschichtliche Abrisse der vernichteten Orte, er läßt in Erlebnisberichten Zeitzeugen zu
Wort kommen und er schafft Bilder, die in ihrer biblisch-philo-
sophischen Härte in einer Sprache daherkommen, die es so selten
gegeben hat. Beispiel:
"Die Verbrennung zwingt dem Körper Ausdrucksgesten auf, die der Betrachter entschlüsseln möchte. - Eine junge Frau lag da wie eine ungut geratene Plastik. Die Beine mit verkohlten hohen Absatzstiefeln nach hinten in die Höhe gestreckt, die Arme wie zur Abwehr erhoben. Das Gesicht noch andeutungsweise erhalten,
der Mund mit bräunlichen Zahnreihen geöffnet, so daß man nicht
wußte, ob sie lachte oder schrie. - Das Lachen ist nicht lustig
und der Schrei nicht schmerzlich. Dies Geschöpf drückt kein
Empfinden aus, sondern seinen Schöpfer. Es ist die Skulptur
des Brandkriegs." Zitat Ende.
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So war es wirklich ...
Eine erschreckende Beschreibung von Vernichtung und Tod, geplant von Menschen für Menschen. Ich mußte ob des Grauens, das beschrieben wird, beim Lesen zeitweise eine... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von falter002 veröffentlicht
unübersichtlich
Also die Intention des Buches ist eine Gute. Dem Autor gelingt es, mit seiner Sprache die im wahrsten Sinne des Wortes erschütternden Folgen des Bombenkriegs dem Leser zu... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Herbert Sowa veröffentlicht
Eine traumatische Leseerfahrung
Ein ausgesprochen wichtiges und auch richtiges Buch. In gewisser Weise ist es natürlich revisionistisch, ohne dabei aber im Enferntesten auch revanchistisch zu sein. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Pajaro veröffentlicht
Schildert die Auswirkungen des Luftkriegs auf deutsche Städte...
Will man an der aktuellen Bombenkriegsdebatte teilnehmen, so kommt man um Jörg Friedrichs Buch "Der Brand" nicht herum. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Redaktion Literaturtipp.com veröffentlicht
Das hervorragende Buch erprobt mit erschuetternder Genauigkeit das...
Mann moechte die Tiefe des Elebnisses dieser Studie hier nicht wiederzugeben versuchen, sondern einfach alle Interesierten das Buch zum Lesen auffordern.
Vor 23 Monaten von Paul Maine veröffentlicht
Ein unvergessliches Buch
L'anéantissement d'une civilisation. Le souffrances du peuple allemand, si souvent tenu comme complice conscient de Hitler, sous le regard terriblement froid de ceux qu'on... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2009 von Peer Gynt
Eine erschütternde Anklage
Das Dritte Reich ist immer gut für Streitereien, und kaum ein Buch hat in den letzten Jahren eine solche Kontroverse ausgelöst wie Friedrichs "Brand". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Juni 2008 von Geschichtsliebhaber
Aufrüttelnd, anklagend, aber nicht immer sachlich
Mit seinem Buch "Der Brand" hat Jörg Friedrich eine Geamtansicht über den Bombenkrieg 1940-1945 abgeliefert, der nach seiner Veröffentlichung gerade in Deutschland... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. November 2007 von Frank Huebner
Ein wichtiger Band ...
So eine Zusammenstellung hat ihre inhaltlichen Grenzen und muß sie mehr oder weniger haben. Dennoch ist eine Lücke in der deutschsprachigen historischen Literatur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Oktober 2007 von Burgmann, der Buecher-Max
Pflichtlektüre, auch wenn's manchmal schwerfällt
Wie andere Rezensenten vermisse auch ich den roten Faden im Buch. Die nicht stringente Gliederung führt auch zu einigen Wiederholungen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. August 2007 von Obstmann
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