Durch "Ein Echter Wiener Geht Nicht Unter" kam ich irgendwann auch auf den Bockerer. Teil 1 war auch ein sehr guter Film, mitreissend, die Geschichte eines einfachen Wiener Fleischers, der im 3. Reich seinen eigenen Weg geht, beim System immer wieder aneckt, ohne aber wirklich ein Widerstandskämpfer zu sein, und in seiner Naivität merkt er nicht einmal, daß er sich mehr als einmal in Lebensgefahr begibt, indem er nur seine freie Meinung äussert.
Aber allen weiteren Bockerer-FIlmen fehlt der Charme, den der erste Teil hatte. Zeigte der erste Film den normalen Alltag eines einfachen Menschen in einem verbrecherischen System von Wahnsinnigen, der mit deren Ideologie nicht einverstanden ist und in seinem Alltag versucht, mit allen Ungerechtigkeiten fertig zu werden, indem er ohne offen zu rebellieren dennoch in seinen Wutausbrüchen den Zuschauer mit einem Augenzwinkern auf die Hirnrissigkeit der damaligen Ideologie aufmerksam macht, so wurden aus Teil 2 - 4 immer reisserischer gestaltete Filme, die nicht mehr viel mit Teil 1 geminsam haben. Zwar soll auch hier auf eine bestehende Ungerechtigkeit in anderen politischen Systemen hingewiesen werden und auch wird der Bockerer hier nicht zum Widerstandskämofer, der sich für sein Land einsetzt. Auch hier versucht der Bockerer nur sdein eigenes Recht und das seienr nächsten Mitmenschen durchzusetzen. Aber nicht mehr nur, indem er irgendeinem Offizier gehörig die Leviten liest, sondern das Ganze artet in Abenteuergeschichten aus, die nicht mehr zum Konzept des Bockerers passen.
Der Fleischhauer , der im 3. Reich mit den Juden befreundet war und diese vehement gegen den Rassismus aus der eigenen Familie vrteidigte und der seinen Verwandten und Freunden gehgörig die Meinung sagte, weil sie sich von der Nazi-Ideologie und dem Führerkult mitreissen ließen, ist plötzlich zu einem privaten Rebellen geworden, zu einem Helden, der unter Einsatz seines Lebens politische Systeme austrickst und in sehr riskanten Aktionen aus dem Machtbereich der Kommunisten flieht und dabei ganz nebenbei noch einen Haufen Leute rettet.
Eine ganz nette Idee, die nur leider überhaupt nicht zu der Figur des Bockerer passt, meiner Meinung nach.
Und dabei plätschern die FIlme ziemlich dahin, vor allem Teil 3 und 4, die auf dieser DVD enthalten sind, werden immer langatmiger. Einzig und allein die sympathische Figur des Bockerer, genial verkörpert durch Karl Merkatz, sowie einige Anspielungen auf Teil 1 in typischem Wiener Schmäh verhindern, daß die Filme zur totalen Langeweile verkommen.
Klar, noch einmal Bockerer 1 in anderem politischen Setting zu machen hätte wenig Sinn gemacht, daher musste man das Ganze wohl etwas anders angehen. Daß dabei aber auch etwas anderes als der eigentliche Bockerer herauskam, bestätigt nur meine Meinung, daß ein solcher FIlm keine Fortsetzungen gebraucht hätte.