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Und was für eine Welt das ist! Auf den ersten Blick scheint sie einem Märchen entsprungen, denn hier leben Elfen, Trolle und zahllose andere Wesen, für die Theo nicht einmal einen Namen hat. Aber nicht alles entspricht seinen Vorstellungen von einem Märchenland, denn es gibt auch Autos, Züge -- und ein Parlament, in dem die verschiedenen Fraktionen der herrschenden Elfenklasse um die Vormachtstellung streiten. In diesen Konflikt wird Theo hineingezogen, aus irgendeinem Grund haben es die Mächtigen dieser Welt auf ihn abgesehen. Und außer der winzigen Elfe Apfelgriebs steht ihm dabei niemand zur Seite ...
Nach den über 3.500 Seiten der Otherland-Saga, in der er Science-Fiction- und Fantasy-Elemente kunstvoll miteinander verwoben hat, wendet sich Tad Williams in diesem Roman wieder einer klassischen Anderswelt zu. Dabei hat er allerdings einige Überraschungen auf Lager, denn sein Elfenland ist deutlich einfallsreicher und hat mehr Biss als die meisten anderen Fantasywelten. In Blumenkrieg geht es nicht einfach nur um einen klassischen Konflikt zwischen Gut und Böse, sondern die Zukunft unserer modernen, von einem wissenschaftlichen Weltbild geprägten Realität steht auf dem Spiel.
Theo ist eine nicht immer sympathische und manchmal etwas allzu naive Hauptfigur, allerdings ist seine Verzweiflung angesichts einer ihm fremden Wirklichkeit durchaus überzeugend. Seine sich allmählich entwickelnde Freundschaft zu der Elfe Apfelgriebs (schöne Eindeutschung!) ist eines der Highlights des Romans, und auch sonst ist die Schilderung der Nebenfiguren äußerst gelungen. Es ist erfreulich, dass Tad Williams uns dieses Mal eine Geschichte schenkt, die wir in einem Zug zu Ende lesen können. Wem das nicht genügt: Die nächste Trilogie ist bereits in der Pipeline. --Helge Basler -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Ein paar Worte noch zum deutschen Verlag: Tad Williams distanziert sich in einem Vorwort davon, dass sein Buch irgendeinen Bezug zum 11. September 2001 hätte. Der deutsche Verlag hat nichts besseres zu tun, als auf dem Schutzumschlag diesen Bezug herzustellen. Ebenfalls auf dem Schutzumschlag wird der Held Theo auch noch als Sänger einer Boygroup bezeichnet. Welche Leserschaft wollte man damit gewinnen? Mir zumindest ist in diesem Buch keine Boygroup begegnet. Das erweckt leider den Eindruck, dass die deutsche Redaktion sich wenig Mühe gibt, im Interesse des Autors zu handeln.
Bei der "Parallelwelt" handelt es sich nicht um eine klassische Fantasy-Welt im Stile von Tolkien, sondern um ein irisches Mythologie-Szenario mit Sprites, Brownies und Goblins. Williams wandelt sein Szenario allerdings ab und unterstellt auch den Feenwesen, dass sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln können. Es gibt daher auch Erfindungen, die eng mit Magie verknüpft sind, es gibt Städte, Fahrzeuge, Schusswaffen und eine globale Energieversorgung.
Das Thema von Williams neuem Buch ist keineswegs innovativ und wurde im Fantasy Bereich z.B. schon von den Autoren Donaldson und Anthony ausführlich bearbeitet. Die Umsetzung ist allerdings gelungen.
Die ersten 100 Seiten behandeln das Schicksal des Protagonisten in der realen Welt. Hier gibt es eine depressive Grundstimmung und eine feinfühlige Charakterentwicklung. Typische "Quarterlife"-Probleme werden dargestellt, für jüngere Leser wahrscheinlich unverständlich, für Quarterlife-Leser psychologisch brutal und fast ein wenig an Hornby erinnernd.
Danach gelangt der Antiheld in die bunte, abenteuerliche und zugleich düstere Feenwelt - Shakespeare trifft Tolkien mit Harry-Potter-"sense of wonder" - Elementen. Die Stimmung des Buches schwankt zwischen Depressivität, Abenteuern, Spannung und auch einer gehörigen Portion Comedy-Einlagen.
Williams neuster Roman ist ein einbändiges Werk. Zahlreiche Leser haben in seinen vorherigen Werken die ausufernden Handlungsstränge und Themensprünge kritisiert. In diesem Roman kann der Autor seine ehrzählerischen Qualitäten voll ausspielen, es gibt im wesentlichen nur einen Handlungsstrang.
Ein unterhaltsames und abenteuerliches Buch, das aufgrund der Anfangsproblematiken insbesondere Leser um die 30 interessieren könnte. Jedoch wegen einiger kleiner Durchhänger in der Handlungsentwicklung und dem Mangel an Innovation (nur) knappe 5 Punkte.
- Die Hauptperson Theo lebt in einer Welt, in der nur harte Fakten zählen. Wissenschaft geht über alles und was nicht bewiesen werden kann, das wird nicht geglaubt/als nicht real abgetan. Natürlich ist es für die Person ein Schock in eine ihr völlig fremdartige Welt geworfen zu werden und es ist daher, so meine Vermutung, vom Autor durchaus beabsichtigt, dass die Hautperson kaum eigentändige Aktionen beginnt. Meiner Meinung nach ist es gerade diese Hilflosigkeit der Hauptperson, die der Geschichte den Reiz gibt, wo sie doch eigentlich der Held des Romans sein sollte.
- Ich habe die deutschen Übersetzungen der Namen nicht nur als lustig und amüsant empfunden, sondern auch als sehr kreativ und passend. Theo wird von Apfelgriebs in eine Welt geführt, die so friedlich zu sein scheint, wie das Paradies. Die Namen der Charaktere fügen sich unglaublich harmonisch und passend in dieses Bild ein. Wenn man dann allmählich aber in der Geschichte fortgeschritten ist, wird man bemerken, dass die Welt gar nicht so heil ist, wie sie zu sein scheint. Namen wie "Kleiderhaken", "Apfelgriebs", oder der Name der Rasse "Querz" tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Geschichte als ein sehr unterhaltsamer Zeitvertreib entpuppt.
Ein Resümee ziehend muss ich sagen, dass ich nur eine einzige Sache im ganzen Buch nicht kapiert habe. die Bahnhöfe in der Elfenwelt...(ziemlich verwirrend). Und: Industrielle Revolution in der Elfenwelt: Warum nicht? - ich finde eine lustige Innovation. Ein Teil der Elfen versucht die Menschen auszurotten - dabei sind sie ihnen doch so ähnlich (siehe Elektrizität, Automobile,...)
5 von 5 Punkten für einen unterhaltsamen Roman, für den es sich lohnt Geld auszugeben. (Ich bin 15 - und begeisterter Fantasy-Leser - ich habe Vergleichsobjekte...) UND: ich denke auf jeden Fall, dass das Buch auch für Erwachsene geeignet ist, vor allem wenn einem schon Harry Potter und die vielen anderen Fantasy Bücher gefallen haben.
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