Die Suche nach der verlorenen Unschuld der Kindheit, des Lebens, des Jahrhunderts und letztendlich auch nach der verlorenen Unschuld des Kinos wird in diesem Epos mit dem eindringlichen Blick von Theo Angelopoulos dem Zuschauer nahe gebracht. Die Reise durch alle Dimensionen wird von Harvey Keitel hervorragend getragen. Die Bilder und Töne (Musik: Eleni Karaindrou, an der Viola Kim Kashkashian) berühren zutiefst. Die Reise führt über die Grenzen zwischen den Staaten, zwischen den politischen Systemen, über Zeitgrenzen und die Grenzen im Inneren der Protagonisten. Wer bin ich, wie kann ich diese Zerrissenheit der Zeit und in meinem Innern überwinden? Wie immer bei Angelopoulos, bietet der Film viel Projektionsfläche für den eigenen Film im Zuschauer. So soll Kino sein und ums Kino und darum, was es in der heutigen Zeit noch leisten kann, geht es unterschwellig auch in der Handlung. Die Reise hat für den Haupthelden (Filmemacher) vordergründig das Ziel, Filmrollen der Gebrüder Manakis vom Anfang des Jahrhunderts zu finden, und führt ihn, den Emigranten, in seine Heimat und mitten in den Balkankrieg. Findet er den Blick der Unschuld Odysseus und die Filmrollen, findet er wieder einen Blick für sich selbst?
Die vorliegende Fassung bietet hauptsächlich leicht verständliches Englisch, dass durch die deutschen Untertitel hervorragend unterstützt wird. Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut, zu empfehlen ist auch die Filmmusik, die bei ECM erschienen ist.