Aus der Amazon.de-Redaktion
Der alte Herbal, Türsteher in einem heruntergekommenen Nachtklub, erinnert sich an die Zeit des spanischen Bürgerkriegs, als er Gefängnisaufseher war. Die Männer, die er bewacht und belauscht hat, haben ihn ein Leben lang in seinen Gedanken verfolgt.
Zum Beispiel der Maler, dessen ständiger Begleiter der dicke Bleistift eines Zimmermanns ist, der hinter seinem Ohr steckt. Herbal gehört zu den willigen Vollstreckern der Falangisten. Als er erfährt, dass die Hinrichtungskommandos den Maler abholen wollen, kommt er ihnen zuvor, damit sie ihn nicht foltern können. Kurz bevor Herbal den Maler mit einem Kopfschuss erschießt, schenkt ihm dieser seinen Bleistift. Nun trägt ihn Herbal, zur Erinnerung an einen, den er getötet hat.
Der Bleistift des Zimmermanns ist ein dichter und vielschichtiger Roman auf nur 160 Seiten, der neben den Schrecken des Bürgerkriegs auch eine ergreifende Liebesgeschichte erzählt. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Eine Liebe wider die Zeit. Ein schüchterner Mörder als ihr Chronist. Mit sparsamen Mitteln, geschult an der Bildsprache der Lyrik ebenso wie an der des Films, erzählt Manuel Rivas eine Geschichte, die in den wirren ersten Tagen des spanischen Bürgerkriegs beginnt und sich hindurchbewegt durch eine düstere, vermeintlich hoffnungslose Zeit. Ohne Beschönigung, mit wachem Blick schildert der junge galicische Autor Menschen in einer Ausnahmesituation: Täter und Opfer, Verzweifelnde und Widerstehende. Poetisch genau, einfühlsam und mit unbefangen leichtem Strich zeichnet er eine Geschichte, die anrührt.t er die schöne Maria Mallo aus einer mächtigen, konservativen Familie für sich gewonnen hatte. Herbal kann nicht verstehen, wie alle Willkür der neuen Machthaber diesen Mann nicht zu brechen vermag. In einer Mischung aus Haß und Faszination setzt er sich auf seine Fährte, folgt ihm auf seiner Gefangenenodyssee quer durch das Spanien des Bürgerkriegs. Und so wird der wortkarge Gendarm Herbal zum Chronisten Da Barcas und seiner allen Widerständen trotzenden Liebe zu Maria Mallo.
Über den Autor
Manuel Rivas (*1957, La Coruña, Spanien) hat Journalismus studiert und sammelte schon als 15jähriger erste Erfahrungen bei einer Tageszeitung. Er schreibt auch heute noch regelmäßig für El País und ist Herausgeber der Kulturzeitschrift Luzes de Galizia. Einen Teil seiner Reportagen publizierte er in zwei Essaybänden, die eine starke Verbundenheit mit seiner Heimatregion bezeugen (Galicia, bonsai atlántico, 1990 und Toxos e flores, 1993). Rivas begann seine literarische Laufbahn mit lyrischen Texten, doch überregional bekannt wurde er in den 90er Jahren mit Romanen und Erzählungen.
Der Erzählband Un millón de vacas (1990) wurde ein großer Erfolg. Ein Jahr später erschien sein erster Roman Os comedores de patacas, der zweite folgte 1994, En salvaxe compaña (dt. In wilder Gesellschaft, 1998). Die mehrfach ausgezeichnete Anthologie ¿Qué me queres, amor? (1995) vereint Erzählungen, in denen Rivas Härte und Einsamkeit, aber auch Zärtlichkeit, Verständnis und Humor in zwischenmenschlichen Beziehungen nachzeichnet. Basierend auf drei Erzählungen aus diesem Band entstand der Film »Die Zunge der Schmetterlinge«, der auch in den USA großen Anklang fand. Einen internationalen Erfolg erzielte Rivas 1998 mit dem Roman O lapis do carpinteiro (dt. Der Bleistift des Zimmermanns, 2000) über die Geschichte einer Liebe in den ersten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs, der gerade in Spanien verfilmt wird. 1999 erschien Ela, maldita alma, eine Sammlung von Erzählungen, die der Autor selbst als den Endpunkt einer Reise nach innen bezeichnet: vom Gesellschaftsportrait in Un millón de vacas (1990) zu den Abgründen der Seele in Ela, maldita alma. Eine von ihm selbst zusammengestellte Auswahl aus seinen Erzählbänden ist unter dem Titel Die Nacht, in der ich auf Brautschau ging erschienen. Manuel Rivas führt virtuos die Linie der jüngeren Generation spanischer Schriftsteller fort, die im Gefolge Eduardo Mendozas dem Erzählen wieder eine herausragende Stellung verliehen haben. Mit scharfer Beobachtungsgabe und großer Sprachgewandtheit ersinnt er suggestive Geschichten von Geheimnis und Magie, die sich gleichermaßen aus den Begebenheiten des alltäglichen Lebens wie aus der mündlichen Erzähltradition seiner Heimat speisen.
Rivas wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet und erhielt u.a. 1990 und 1998 den Spanischen Kritikerpreis, 1996 den Torrente Ballester Preis und den Spanischen Nationalpreis der Literatur sowie 2001 den Literaturpreis von Amnesty International.
Manuel Rivas lebt mit seiner Familie in dem kleinen Dorf Urroa an der galicischen Costa da Morte.
Der Erzählband Un millón de vacas (1990) wurde ein großer Erfolg. Ein Jahr später erschien sein erster Roman Os comedores de patacas, der zweite folgte 1994, En salvaxe compaña (dt. In wilder Gesellschaft, 1998). Die mehrfach ausgezeichnete Anthologie ¿Qué me queres, amor? (1995) vereint Erzählungen, in denen Rivas Härte und Einsamkeit, aber auch Zärtlichkeit, Verständnis und Humor in zwischenmenschlichen Beziehungen nachzeichnet. Basierend auf drei Erzählungen aus diesem Band entstand der Film »Die Zunge der Schmetterlinge«, der auch in den USA großen Anklang fand. Einen internationalen Erfolg erzielte Rivas 1998 mit dem Roman O lapis do carpinteiro (dt. Der Bleistift des Zimmermanns, 2000) über die Geschichte einer Liebe in den ersten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs, der gerade in Spanien verfilmt wird. 1999 erschien Ela, maldita alma, eine Sammlung von Erzählungen, die der Autor selbst als den Endpunkt einer Reise nach innen bezeichnet: vom Gesellschaftsportrait in Un millón de vacas (1990) zu den Abgründen der Seele in Ela, maldita alma. Eine von ihm selbst zusammengestellte Auswahl aus seinen Erzählbänden ist unter dem Titel Die Nacht, in der ich auf Brautschau ging erschienen. Manuel Rivas führt virtuos die Linie der jüngeren Generation spanischer Schriftsteller fort, die im Gefolge Eduardo Mendozas dem Erzählen wieder eine herausragende Stellung verliehen haben. Mit scharfer Beobachtungsgabe und großer Sprachgewandtheit ersinnt er suggestive Geschichten von Geheimnis und Magie, die sich gleichermaßen aus den Begebenheiten des alltäglichen Lebens wie aus der mündlichen Erzähltradition seiner Heimat speisen.
Rivas wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet und erhielt u.a. 1990 und 1998 den Spanischen Kritikerpreis, 1996 den Torrente Ballester Preis und den Spanischen Nationalpreis der Literatur sowie 2001 den Literaturpreis von Amnesty International.
Manuel Rivas lebt mit seiner Familie in dem kleinen Dorf Urroa an der galicischen Costa da Morte.