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Aufregung herrscht bei den Handelsherren und Lodenwebern in der freien Reichsstadt Nördlingen im Jahre 1613. Aus Bozen kommt die Nachricht, man habe gefälschte Siegel entdeckt. Der gute Name der Nördlinger Loden steht auf dem Spiel. Aber die Lodenweber könnten ohne die zusätzlich gewebten Loden nicht leben, und die Handelsherren wissen, dass die Siegel gefälscht werden. Aber das stört sie nicht, denn sie verdienen mehr, wenn sie auch die zusätzlichen und mit gefälschten Siegeln versehenen Ballen verkaufen können. Jetzt gilt es, den guten Ruf zu retten. An Meister Kratzer soll ein Exempel statuiert werden. Als scheinbar einziger Schuldiger soll er bestraft werden. Der Geselle Martin, der Kratzers Tochter liebt, will seinem Meister helfen. Und er hat sich gerade eine ganz neue Art der Fälschung ausgedacht. Es ist nicht die Geschichte der Herrschenden, sondern die Geschichte der einfachen Menschen, in ihrer ganzen Abhängigkeit, die Dietlof Reiche in seinem spannenden Roman lebendig werden lässt.
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Der Geselle Martin findet beim Meister Kratzer Arbeit; und da es in einem Roman nicht anders zugeht als im richtigen Leben auch, verliebt er sich in die Tochter des Hauses, wie soll es anders sein.
Martin hilft dem Meister beim Lodenfälschen. Denn die sozialen Verhältnisse sind katastrophal. Es herrschen Armut und Hunger. Ohne die zusätzlichen Einnahmen könnten die Handwerkerfamilien nicht existieren, jeder in der Stadt weiß es. Doch zur Wahrung des Qualitätsanspruches, der nicht nur den Lohn der Loderer garantiert, sondern in der Hauptsache auch den Gewinn der Kaufleute, wollen die Stadtherren das Fälschen eindämmen, indem sie es verbieten. An einem Lodermeister, auf frischer Tat ertappt, soll ein für alle Welt sichtbares Exempel statuiert werden. Es beginnt ein Intrigenspiel, an dessen Ende die Todesstrafe stehen soll. Ohne es zu ahnen schweben Geselle und Meister plötzlich in höchster Gefahr.
Dem sozialkritischen Autor ist eine faszinierende Geschichte gelungen, die einen sachlich fundierten Einblick in das Alltags(über-)leben der damaligen Zeit gewährt. Ein ehrlich engagiertes Buch, das ohne Schnörkel verständlich geschrieben wurde. Ein spannendes Lesevergnügen für Jung - und Alt.
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