Kishons "Blaumilchkanal" ist eine "wahre" Alptraumsatire,
die die politische und bürokratische Inkompetenz auf den Arm nimmt. Der Film ist eine wahrhaftig meisterliche Adaption.
Ein Irrer (flüchtiges Grabegenie aus einer Psychiatrie) reißt die Innenstadt von Tel Aviv mit einem gestohlenen Preslufthammer auf und schafft damit unumstößliche Tatsachen, die die politischen Verantwortungsträger im Wirrwar der Verantwortungsdelegation sich verstricken lssen. Am Ende will es aber keiner oder eben alle gewesen sein (je nachdem ob man vertuschen kann oder gutes Feeback bekommt) und man macht aus der Not eine Tugend: Tel Aviv wird klein Venedig!
Und der kleine Beamte, der alles durchschaut hat und verraten könnte und der Irre, dem die gebührende Ehrung versagt bleibt tauschen die Plätze: Der eine fährt in die Klappse, der andere beginnt mit dem nächsten Buddelprojekt am Rathaus.
Kishon gewährt uns einen Blick auf die soziale Verblödung in Institutionen und läßt uns in unserem "Herdentierdasein" aufleuchten. Nur die Individuen (und die sind immer ein klein wenig Größenwahnsinnig;-)) gestalten wirklich die Gesellschaft: Phantastisch aber zutreffend, Satire eben!