die schließlich frech und aufdringlich auf das Gemüt wirkt. Diese Eigenschaft des Gelbs, welche große Neigung zu helleren Tönen hat, kann zu einer dem Auge und dem Gemüt unerträglichen Höhe und Kraft gebracht werden. Bei dieser Erhöhung klingt es (das Gelb; d.Red.) wie eine immer lauter geblasene Trompete oder ein in die Höhe gebrachter Fanfarenton." (W. Kandinsky)
"Der blaue Reiter" war eine der wesentlichen künstlerischen Bewegung des 20. Jahrhunderts.
Der vorliegende Kalender wartet mit zwölf Ablichtungen sehr berühmter Gemälde von Künstlern dieser Bewegung auf.
Katzenliebhaber dürften vom Januarmotiv entzückt sein, denn hier darf man Franz Marcs "Die weiße Katze" bewundern. Die Abbildung ist so perfekt, dass man die Bruchstellen der Farbe auf dem Original wahrnehmen kann. Eine Katze hält Winterschlaf auf einer safrangelben Wolldecke. Man freut sich, dass es ihr gut geht.
Auf den Kalenderbildern lernt man außerdem kennen: Wassily Kandinskys "Improvisation III", Heinrich Campendonks "Bild mit Vogel", August Mackes "Park mit Wasser", Franz Marcs "Rotes und blaues Pferd", August Mackes "Landschaft am Tegernsee", Paul Klees "Dorflandschaft (mit Kugelbäumen und Tannen)", August Mackes "Flamingos im Zoo", Wassily Kandinskys "Improvisation IV", Franz Marcs "Zwei Pferde" und Wassily Kandinskys "Studie im Herbst".
Unter den Motiven wird stets der Titel des Gemäldes, auch nahezu immer das Jahr, wann es gemalt wurde und sowie die Größe des Originals angegeben. Ferner erfährt man, wo man das Original besichtigen kann.
Ich liebe Gemälde von August Macke und Wassily Kandinsky sehr. Bei Kandinsky sind es die fröhlichen Farben, bei Macke der Blick des Malers auf das, was er auf die Leinwand bannt.
Wunderschön ist Mackes Landschaft am Tegernsee, die Ruhe, die sie abstrahlt und zwar durch einen Mann bedingt, der anstelle diese Landschaft in sich aufzunehmen, auf einer Anhöhe sitzt und ein Buch liest. Nichts stört die Ruhe dieser Landschaft, nicht einmal ein neugieriger Blick. Dies ist die Aussage des Bildes.
Darf es soweit kommen, dass wir das Schöne um uns herum nicht mehr wahrnehmen, weil wir Stunde um Stunde die Welt lesend und nicht sehend begreifen wollen? Mitunter schenkt uns ein Blick auf eine schöne Landschaft tieferes Wissen als zehn gute Bücher es vermitteln können. Warum wollen wir das nicht wahrhaben? Sind wir verschreckt oder ignorant?
Die Kalendertage sind am unteren Ende jedes Kalenderblattes angebracht. Der Kalender ist 48 cm lang und 45 cm breit.
Empfehlenswert.