Trotz der wahren Geschichte oder vielleicht auch gerade deshalb, liest sich dieses in Romanform geschriebene Buch sehr gut. Das Leben des Horst David wird von der Kindheit bis zu seiner Gerichtsverhandlung eingehend beleuchtet. Es ist unglaublich, wie sich David die Realität zurechtbiegt und es tasächlich selbst glaubt.
Die Polizeiarbeit, vom ersten Verdacht, der auf Horst David fällt, über das unfaßbare, über mehrere Tage dauernde Verhör, bis zur Gerichtsverhandlung, wird detailliert beschrieben.
Man sieht sich selbst natürlich eher in der Position des ermittelnden Beamten und oft mußte ich sogar laut lachen, weil David im Verhör fast schon ein Ein-Mann-Theaterstück aufführt. Dieses Verhör ist in Polizeikreisen angeblich legendär, was ich nach der Lektüre dieses Buches sofort unterschreiben würde...
Eine hundertprozentige Erklärung dafür, warum Horst David die Morde begangen hat, konnten auch die Ermittler, die Gutachter oder das Gericht nicht finden. Was sie aber möglich machte, ist sein Auftreten anderen Menschen gegenüber. Wie der Titel schon sagt, ein Biedermann, dem die Frauen/Menschen vertrauen. Ich muß zugeben, dass er mir trotz seiner Taten sympathisch ist. Sehr seltsam, oder ?
Es ist jedenfalls ein sehr interessanter Sachbuch-Krimi, der auf viel Schnick-Schnack verzichtet und einfach von Fakten und Tatsachen lebt.