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Der Betrüger: Roman [Taschenbuch]

Damon Galgut , Thomas Mohr
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

14. Dezember 2010
Eine südafrikanische Variante des „Großen Gatsby“

Als Adam Napier in einen gottverlassenen Ort mitten in Südafrika zieht, hofft er, als Dichter zu sich selbst zu finden. Doch dann trifft er seinen ehemaligen Schulkameraden Kenneth Canning und gerät in den Bann von dessen eigenartiger Welt. Canning lebt in einem nahezu surrealen Paradies namens Gondwana: ein Garten Eden inmitten einer Halbwüste. Doch im Zentrum dieses trügerischen Paradieses herrschen Gier und Rachsucht. Hier wird Adam in eine Tragödie verstrickt, die nicht nur Gondwana in den Untergang reißt.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (14. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442542898
  • ISBN-13: 978-3442542895
  • Originaltitel: The Impostor
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.209.812 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ganz oben auf Ihrer Leseliste für dieses Jahr sollte Damon Galguts Roman Der Betrüger stehen.« The Sunday Telegraph -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Klappentext

»Großartig. Ein düsterer, mitreißender Roman des für den Booker Prize nominierten Autors Damon Galgut.«
Publishers Weekly (starred review)

»Galgut gelingt es immer wieder, für den Charakter einer Figur genau das treffende Bild zu finden [...] Sein Roman kann auf verschiedenen Ebenen gelesen werden. In gewisser Hinsicht ist es ein Krimi über einen unschuldigen Mann, der in eine ihm unverständliche Welt hineingezogen wird. Zugleich ist es eine Kritik des heutigen Südafrika, eines Landes, das in Galguts Darstellung von Grausamkeit und dem Geist eines brutalen Materialismus beherrscht wird. Und dann gibt es eine dritte Ebene, die der Fabel oder Parabel. Etwas an Galguts Romanen entzieht sich beharrlich der Interpretation. Sie haben eine traumähnliche Qualität, und ihre Handlungen scheinen einer ganz eigenen Logik zu folgen.«
The Observer

»Dies ist ein Roman über die Wandlung eines Landes und deren moralische Auswirkungen - und er ist absolut brillant.«
The Times -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen Betrüger im Paradies 21. April 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Der südafrikanische Autor Damon Galgut erschafft in diesem Roman Charaktere, die völlig eigenständig sind und keinerlei Klischee entsprechen. Dasselbe gilt für die Handlung: Sie hört sich so eigenartig an, dass man darin kaum Spannung vermutet. Doch das täuscht. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Adam, ein Aussteiger in der Midlife-Crises, der Job und Haus verloren hat, erinnert sich an seinen Jugendtraum, Gedichte zu schreiben. Sein Bruder bietet ihm ein Haus in einer abgelegenen Gegend an, das er einst gekauft und gleich wieder vergessen hat.
Dort lebt Adam untätig in den Tag hinein, verliert sich immer mehr in Tagträumen, die rapide in Wahnsinn und Depression führen. Er ist zu nichts fähig. Weder kann er das Unkraut entfernen, das seinen Garten überwuchert - noch findet er die ersehnte lyrische Inspiration. Seinem fleißigen Nachbarn Blom weicht er aus. Sogar als dieser Adams Wasserpumpe repariert, verachtet er ihn weiter als ungebildetes Landei. Bloms Annäherungsversuche sind wiederum höchst unbeholfen. Ab und zu kommt er halb betrunken mit billigem Brandy zu Adam, der ihm angeekelt ausweicht.

Schließlich begegnet Adam zufällig seinem ehemaligen Mitschüler Canning, einem zwiespältigen Menschen, der von seinem Vater ein regelrechtes Paradies geerbt hat: Gondwana. Canning, hasste seinen Vater inbrünstig - und nach und nach stellt sich heraus, dass Canning vor allem eine große Idee antreibt: sich über den Tod hinaus an seinem Vater zu rächen. Sogar die Wahl der schwarzen Ex-Prostitutierten "Baby" als neue Ehefrau sieht Canning als eine Abrechnung an dem weißen Jäger und Patriarchen.

Galguts Figuren sind alles andere als sympathisch. Adam, der in allen seinen Lebenszielen und Gefühlen kalt und egoistisch bleibt. Der rätselhafte Blom, der sich absolut sicher ist, dass Adam ihn eines Tages töten wird. Canning mit seinen schizophrenen Schwankungen von innigster Zuneigung zu sofortigem abgrundtief zynischem Hass. Und schließlich Baby, die in Ihrem Leben vor allem eines gelernt hat: dass Ihre makellose Schönheit besser von ihr selbst, als von anderen benutzt wird, um Ziele zu erreichen. So betrügt sie Canning skrupellos - auch mit Adam, der über der Sehnsucht nach Sex plötzlich wieder zum Dichter wird.

Das Buch entwickelt einen unglaublichen Sog und es führt tief in das "neue Südafrika", mit seinen turbokapitalisitischen Boom-Städten, dem Elend in den rasch herausgestampften Slums mit Namen wie "Nuwe Hoop" - und den allzeit korruptionsbereiten Politikern. Und es zeigt ein faszinierendes Beziehungsgeflecht, das aus einer Vergangenheit wuchert, die von allen Beteiligten verdrängt und gefürchtet wird.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Adam Napier, der verlorene Held dieser scharfkantigen Geschichte aus dem neuen Südafrika, sieht sich in der Mitte seines Lebens gezwungen einen radikalen Neuanfang zu wagen. Dabei besinnt er sich auf seine dichterischen Fähigkeiten, die ihm eins in jungen Jahren eine gewisse Anerkennung eintrugen. Sein Bruder Gavin sieht die Ambitionen seines Bruders mit Skepsis, stellt ihm jedoch ein Haus auf dem Lande zur Verfügung. Hier kann Adam, der beschließt über wichtige Statussymbole wie Macht und Reichtum erhaben und damit seinem materialistischen Bruder wenigstens geistig überlegen zu sein, in Ruhe seine neue Rolle als armer Poet ausspielen. Er kann ja nicht ahnen, dass die Verlockung eines trügerischen Paradieses ausgerechnet in dieser Einsamkeit auf ihn lauert und in seiner Naivität wird er in naher Zukunft in ein mörderisches Spiel eben dieser Machenschaften verwickelt, die ihm doch eigentlich so zuwider sind.

Während Adam sich noch reichlich abmüht, das heruntergekommene Haus seines Bruders einigermaßen sauber zu bekommen und beim Unkraut vernichten bereits einen kurzen Blick auf seinen eifrigen Nachbarn mit der blauen Latzhose geworfen hat, verändert eine Zufallsbegegnung sein Leben. Auf einem Parkplatz spricht ihn ein unbekannter Mann an, der Adam als einstigen Schulkollegen erkannt hat und ihm fast um den Hals fällt, vor Wiedersehensfreude. Während Canning noch über die ungeheuren Auswirkungen eines schicksalhaften Gesprächs, welches anscheinend in der gemeinsamen Zeit zwischen den beiden stattgefunden hat, berichtet, durchforstet Adam vergeblich sein Hirn nach Erinnerungen. Als Canning jedoch seinen schmählichen Spitznamen von damals nennt und ihn wieder mit Nappy anspricht, nimmt Adam seinem ehemaligen Kameraden seine Geschichte ab. Anscheinend hatte sein Kollege von damals weit mehr Glück im Leben als er, denn Canning fährt einen dicken Schlitten und erzählt Adam sogleich von seiner unglaublichen schwarzen Ehefrau und der großen Farm, die er von seinem ungeliebten, verblichenen Vater geerbt hat. Bald macht Adam einen ersten Besuch auf Gondwana, der Heimat Cannings. Adam wird sofort in den Bann der wunderschönen Naturlandschaft gezogen, aber auch magisch angezogen von den rätselhaften Bewohnern dieses seltsamen Paradieses. Künftig besucht er die Cannings jedes Wochenende, wobei sein Begehren nach der rätselhaften Gefährtin seines neu entdeckten Freundes bald nicht nur seine dichterische Fantasie ankurbelt. Canning selbst wird für ihn immer rätselhafter. Die schwerreichen Freunde, die immer öfter auf der Farm aufkreuzen und sich mit Canning über dubiose Geschäftsideen unterhalten, bleiben für ihn surreal und ungreifbar. Adam merkt nicht, dass er selbst in die Geschäfte der Südafrikaner hineingezogen wird und zu einem unsichtbaren Spielball geworden ist. Erst als ihm Canning eröffnet, dass die Tage des unberührten Landgutes gezählt sind, fällt ihm auf, dass er vielleicht bald ein größeres Problem haben dürfte und dass die besorgten Ratschläge seines Bruders vielleicht doch nicht so dumm waren...

Der Autor, Damon Galgut, stellt gnadenlos die Verführbarkeit und die geheime Gier des scheinbar so prinzipienbewussten, moralisch festen Individuums in den Mittelpunkt, der den modernen Verlockungen eines manipulierten Gesellschaftsspiels nicht gewachsen ist. Adam stellt sich oft die Frage, in wie weit er selbst in der Lage wäre, gewisse Bewegungen in Gang zu bringen, die Zukunft selbst zu gestalten. Aber seine Trägheit und seine ureigene Ungewissheit, lassen ihn treiben, bis er ihm mörderischen Strudel nur noch seine bloße Haut retten kann. Kein Zufall, dass er sich ganz zu Anfang mit Hamlet vergleicht. Am Ende läuft Adam in Kapstadt an einer Statue eines längst vergessenen Helden vorbei. Welche Botschaft wollte der Autor damit vermitteln? Gibt es keine Helden mehr? Oder sind Heldentaten in der heutigen Zeit wertlos? Diese Fragen kann sich jeder nach der Lektüre dieses ernüchterten Buches selbst beantworten.
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4.0 von 5 Sternen Eine afrikanische Geschichte 14. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der südafrikanische Autor Damon Galgut, einer der großen afrikanischen Schriftsteller der Gegenwart, kreiert in diesem Buch interessante Charaktere, die aufgrund Ihrer Eigenständigkeit bestechen und ziemlich frei von Klischees sind. Auch die Handlung lässt vordergründig keine Spannung vermuten, was sich im Nachhinein aber als Trugschluß herausstellt.
Adam Napier, um die 40 Jahre alt, ist das typischen Beispiel für einen weißen Absteiger aus der südafrikanischen Mittelschicht. Er verliert mit Job und Haus seine gesamte Existenz und lässt sich von seinem reichen Bruder helfen. Dieser, ein erfolgreicher Bauunternehmer, kann mit Adams Sehnsüchten nach einer Karriere als Dichter, dessen Jugendtraum, nicht viel anfangen, unterstützt Ihn aber und überlässt ihm ein altes Haus im sudafrikanischen Nirwana.
Dorthin gezogen, trifft er zufällig Kenneth Cannings, einen alten Schulfreund, an den er sich erstaunlicherweise aber nicht erinnern kann. Mit Cannings, auch er über Nacht zu Geld gekommen, beginnt Adam eine seltsame Freundschaft. Dessen Projekt, der Bau eines Golfplatzes, immer beeinflusst und gesteuert von der seiner eigenen Vergangenheitsbewältigung, ist begleitet von ziemlichen krummen Typen und Geschäften, was Adam im Laufe der Zeit auch bewusst wird. Er beginnt ein Verhältnis mit dessen Frau "Baby", schwarze Unterschicht, deren Methode es ist sich die Gesellschaftsleiter konsequent hochzuschlafen.
Als Adam versteht, auf was er sich hier eingelassen hat, bricht er mit Cannings und entkommt nur knapp einem Mordanschlag. Er verwirft seine Pläne zu dichten, nachdem ihm klargeworden ist das es ihm an Überzeugung und auch Talent fehlt. Nach einem Nervenzusammenbruch kehrt er zurück nach Kapstadt und schafft es sein Leben zu normalisieren.
Sein komischer Nachbar Blom, im Nebenhaus angesiedelt im Zuge eines Zeugenschutzprogrammes, spielt in diesem Buch eine undurchsichtige Rolle. Auch die Episode mit den zwei Hausangestellten Cannings, ein schwarzes, altes Paar, die von heute auf morgen vor die Tür gesetzt wurden und von Adam wieder an Ihren Sohn vermittelt wurden, hat für mich keine zwingende Verbindung zu dieser Geschichte.
Die Stärke Galguts ist seine Fähigkeit auch scheinbar banale Situationen unheimlich bildhaft erscheinen zu lassen. Trotzdem sind nicht alle Rollen und Charaktere in diesem Buch für mich stimmig.
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