Adam Napier, der verlorene Held dieser scharfkantigen Geschichte aus dem neuen Südafrika, sieht sich in der Mitte seines Lebens gezwungen einen radikalen Neuanfang zu wagen. Dabei besinnt er sich auf seine dichterischen Fähigkeiten, die ihm eins in jungen Jahren eine gewisse Anerkennung eintrugen. Sein Bruder Gavin sieht die Ambitionen seines Bruders mit Skepsis, stellt ihm jedoch ein Haus auf dem Lande zur Verfügung. Hier kann Adam, der beschließt über wichtige Statussymbole wie Macht und Reichtum erhaben und damit seinem materialistischen Bruder wenigstens geistig überlegen zu sein, in Ruhe seine neue Rolle als armer Poet ausspielen. Er kann ja nicht ahnen, dass die Verlockung eines trügerischen Paradieses ausgerechnet in dieser Einsamkeit auf ihn lauert und in seiner Naivität wird er in naher Zukunft in ein mörderisches Spiel eben dieser Machenschaften verwickelt, die ihm doch eigentlich so zuwider sind.
Während Adam sich noch reichlich abmüht, das heruntergekommene Haus seines Bruders einigermaßen sauber zu bekommen und beim Unkraut vernichten bereits einen kurzen Blick auf seinen eifrigen Nachbarn mit der blauen Latzhose geworfen hat, verändert eine Zufallsbegegnung sein Leben. Auf einem Parkplatz spricht ihn ein unbekannter Mann an, der Adam als einstigen Schulkollegen erkannt hat und ihm fast um den Hals fällt, vor Wiedersehensfreude. Während Canning noch über die ungeheuren Auswirkungen eines schicksalhaften Gesprächs, welches anscheinend in der gemeinsamen Zeit zwischen den beiden stattgefunden hat, berichtet, durchforstet Adam vergeblich sein Hirn nach Erinnerungen. Als Canning jedoch seinen schmählichen Spitznamen von damals nennt und ihn wieder mit Nappy anspricht, nimmt Adam seinem ehemaligen Kameraden seine Geschichte ab. Anscheinend hatte sein Kollege von damals weit mehr Glück im Leben als er, denn Canning fährt einen dicken Schlitten und erzählt Adam sogleich von seiner unglaublichen schwarzen Ehefrau und der großen Farm, die er von seinem ungeliebten, verblichenen Vater geerbt hat. Bald macht Adam einen ersten Besuch auf Gondwana, der Heimat Cannings. Adam wird sofort in den Bann der wunderschönen Naturlandschaft gezogen, aber auch magisch angezogen von den rätselhaften Bewohnern dieses seltsamen Paradieses. Künftig besucht er die Cannings jedes Wochenende, wobei sein Begehren nach der rätselhaften Gefährtin seines neu entdeckten Freundes bald nicht nur seine dichterische Fantasie ankurbelt. Canning selbst wird für ihn immer rätselhafter. Die schwerreichen Freunde, die immer öfter auf der Farm aufkreuzen und sich mit Canning über dubiose Geschäftsideen unterhalten, bleiben für ihn surreal und ungreifbar. Adam merkt nicht, dass er selbst in die Geschäfte der Südafrikaner hineingezogen wird und zu einem unsichtbaren Spielball geworden ist. Erst als ihm Canning eröffnet, dass die Tage des unberührten Landgutes gezählt sind, fällt ihm auf, dass er vielleicht bald ein größeres Problem haben dürfte und dass die besorgten Ratschläge seines Bruders vielleicht doch nicht so dumm waren...
Der Autor, Damon Galgut, stellt gnadenlos die Verführbarkeit und die geheime Gier des scheinbar so prinzipienbewussten, moralisch festen Individuums in den Mittelpunkt, der den modernen Verlockungen eines manipulierten Gesellschaftsspiels nicht gewachsen ist. Adam stellt sich oft die Frage, in wie weit er selbst in der Lage wäre, gewisse Bewegungen in Gang zu bringen, die Zukunft selbst zu gestalten. Aber seine Trägheit und seine ureigene Ungewissheit, lassen ihn treiben, bis er ihm mörderischen Strudel nur noch seine bloße Haut retten kann. Kein Zufall, dass er sich ganz zu Anfang mit Hamlet vergleicht. Am Ende läuft Adam in Kapstadt an einer Statue eines längst vergessenen Helden vorbei. Welche Botschaft wollte der Autor damit vermitteln? Gibt es keine Helden mehr? Oder sind Heldentaten in der heutigen Zeit wertlos? Diese Fragen kann sich jeder nach der Lektüre dieses ernüchterten Buches selbst beantworten.