Ein Buch, das lange überfällig war: Olivia Goldsmith, selber Bestseller-Autorin, schreibt über ihr eigenes Metier. Die Hauptrollen ihres Romans spielen 5 Manuskripte, geschrieben von sehr unterschiedlichen Autoren. Es geht aber nicht so sehr um den Prozeß des Schreibens als vielmehr um das Schicksal der Manuskripte im Verlagswesen. Dabei versteht es Goldsmith geschickt, Fiktion und Realität miteinander zu verweben (es tauchen bekannte Verlage und allerlei Schriftstellerkollegen auf). Man lernt einiges über den großen Einfluß der Lektoren, über die Produktion von Bestsellern, über Marketing, über wirtschaftliche Interessen. Vor allem aber lernt man die Schwierigkeiten kennen, ein Erstlingswerk bei einem Verlag unterzubringen ("Um einen Job zu bekommen, brauchst Du Berufserfahrung. Um Berufserfahrung zu bekommen, brauchst Du einen Job.". Eine der Schriftstellerinnen begeht Selbstmord, nachdem sie die 27. Ablehnung erhalten hat. Diese Zahl ist kein Zufall: Olivia Goldsmiths erstes Manuskript wurde genau 26mal abgelehnt. Letztlich gibt es nur drei Möglichkeiten, einen Roman zu publizieren: (1) Reinen Zufall (man lernt die Mutter einer Lektorin auf einer Reise kennen). (2) Extreme Hartnäckigkeit (man belagert einen Verlag so lange, bis sich jemand erbarmt, das Manuskript anzusehen). (3) Systematischer Aufbau von Beziehungen zu einem erfolgreichen Agenten (Goldsmith läßt nicht unerwähnt, daß ein leistungsfähiges Geschlechtsorgan dabei durchaus hilfreich sein kann). Der Roman hat alles, was ein gutes Buch braucht: Dramatik, Spannung, Betrug, Intrige, Sex und ein bißchen Liebe. Und man bekommt noch ein besonderes Bonbon: Jedes der über 100 Kapitel ist mit einem wunderschönen Zitat eines mehr oder minder berühmten Literaturschaffenden eingeleitet.