Pressestimmen
"Die literarische Ausbeute einer Reise durch die chinesische Kultur, durch die eigene Psyche und Sprache." (FAZ)
Kurzbeschreibung
Der Berg der Seele ist der große autobiographische Roman des Nobelpreisträgers Gao Xingjian. Den Fluss Yangtze hinab von der Quelle bis ans Meer führt ihn eine epische Reise in das Herz eines unbekannten China. 1983 diagnostiziert ein Arzt bei Gao Lungenkrebs und gibt ihm nur noch wenige Monate. Dies stellt sich bald als falsch heraus und mit dem Gefühl, dem Tod durch Finger geschlüpft zu sein, beschließt er, der sich abzeichnenden politischen Repression in der Hauptstadt zu entgehen. Lingshan, der von Legenden umwobene Berg der Seele, wird zum Fluchtpunkt einer Reise, auf der er die leuchtenden Farben einer vom offiziellen Peking an den Rand gedrängten Welt entdeckt. Unterwegs wie Bruce Chatwin in Australien ist er auf der Spur einer anderen, einer sinnlichen Geschichte, begegnet er weisen Frauen, skurilen Helden und den letzten Schamanen.
Über den Autor
Gao Xingjian (Gao ist der Familienname) wurde am 4. Januar 1940 in Ganzhou (Provinz Jiangxi) in Ostchina geboren. Bis 1962 studierte er am Institut für Fremdsprachen in Peking französische Literatur, wurde dann im Zuge der Kulturrevolution zwanzig Jahre lang zur "Umerziehung" aufs Land gezwungen. Ab 1980, vier Jahre nach Maos Tod, erschienen die ersten Schriften von Gao Xingjian: Mit seinem Essay Erkundungen in modernen Erzähltechniken und dem Theaterstück Das Warnsignal bezog er Position für eine reflektierte Aufnahme westlicher Literaturmodelle. In diesen Jahren entstanden viele seiner Erzählungen. Das nächste, vom absurden Theater geprägte Stück Die Busstation brachte ihm den Durchbruch, aber auch das Verbot. Er wurde Ziel einer politischen Kampagne und zog sich aufs Land zurück. 1985/1986 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin, 1987 verließ er China endgültig und lebt seither in Paris. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, seine Schriften wurden in China endgültig verboten. In Paris schloss er 1992 den Roman Der Berg der Seele ab, 1999 den Roman Das Buch eines einsamen Mannes. Seine letzten Theaterstücke verfasste er in französischer Sprache, 1998 wurde er französischer Staatsbürger. 1992 wurde er Träger des Chevalier de l´Ordre des Arts et des Lettres, 2000 wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.