Das Buch besteht aus meheren Texten zum Thema Hirnforschung. Diese stehen nicht unbedingt in Zusammenhang miteinander, was den Lesefluß etwas hemmt (also am besten eine kurze Pause zwischen den Texten machen). So werden einige Dinge auch als immerwiederkehrendes Beispiel wiederholt (zum Beispiel, dass man wenn man bis zum Schulalter seine Augen nicht richtig benutzen konnte, es auch danach nicht mehr lernen kann, selbst wenn die Augen wieder funktionstüchtig sind, weil die sensible Phase, in welcher das Gehirn lernt mit den Informationen, die von den Augen aus kommen umzugehen dann vorbei ist).
Es geht aber nicht nur um das Gehirn und seine Funktionsweise, es werden auch andere Themen angesprochen, wie zum Beispiel die Vermischung der Wissenschaften oder sogar der Frauenanteil unter Professoren.Außerdem wird die These aufgestellt, dass viele Menschen durch Deprivation nicht lernen, sich anders als in einer rationalen Sprache auszurücken. Die andere Seite, dass nicht direkt Ausdrückbare, aber dennoch direkt Erfahrbare kann nur auf eine künstlerische, nonverbale Weise dargestellt werden, welche bei vielen nicht gefördert wird und deshalb verkümmert. Uns würde ein viel weiteres Spektrum zur Verfügung stehen, mehr noch, es würde einen gewaltigen Entwicklungsschritt in der Geschichte der Menschheit ausmachen, wenn wir alle lernen uns auch auf diese Weise auszudrücken. Eine interessante Theorie.
Mehr als deutlich wird klar, dass wir nicht objektiv wahrnehmen können, dass wir unterbewußt schon bewerten und selektieren und Schlußfolgerungen ziehen, ohne uns dessen wirklich bewußt zu sein. Aus diesem Grunde kann man auch nicht sagen, dass geschichtliche Ereignisse unverfälscht aufgenommen und dargestellt werden.
Für den Laien ist dieses Buch eher schwierig zu verstehen, da es keine wirkliche Einführung bietet und vieles vorausgesetzt wird. Dennoch lernt man viel über die Funktionsweise des Gehirns.
Das Buch ist sehr interessant zu lesen, auch wenn es, da mehrere unzusammenhängende Texte aus verschiedenen Vorträgen zusammengereiht wurden, die sich nur leicht tangieren etwas schwierig ist und einiges doppelt enthält. Im Vorwort wurde allerdings auch ausdrücklich erwähnt, dass die Texte nicht dazu gedacht sind, um an einem Stück gelesen zu werden und kein übergeordnetes Rahmenthema haben. An einigen Stellen hätte man sich jedoch trotzdem gewünscht, dass der Übergang zwischen den Texten etwas fließender verläuft und nicht so viele Wiederholungen darin vorkommen.
Insgesamt kann ich dieses Buch empfehlen.