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Der Begriff des Politischen: Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien
 
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Der Begriff des Politischen: Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien [Taschenbuch]

Carl Schmitt
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1996 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 124 Seiten
  • Verlag: Duncker & Humblot; Auflage: 7. A., = 5. Nachdr. d. Ausgabe v. 1963. (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3428087259
  • ISBN-13: 978-3428087259
  • Größe und/oder Gewicht: 23,5 x 15,9 x 1,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 502.905 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Carl Schmitt
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Carl Schmitt, geboren 1888 in Plettenberg, lehrte als Professor für Verfassungs- und Völkerrecht in Greifswald (1921), Bonn (1922), Berlin (Handelshochschule, 1926), Köln (1932) sowie an der Universität Berlin (1933-1945). Seine Definitionen der Begriffe Politische Romantik und Politische Theologie, Souveränität, Diktatur, Legalität und Legitimität sowie des Politischen (Freund-Feind-Theorie) hatten starken Einfluß weit über die Grenzen Deutschlands und seines Faches hinaus. Der Autor verstarb - 96jährig - 1985 in seinem Geburtsort.

Vorwort

Dieser Neudruck der Schrift über den "Begriff des Politischen" enthält den unveränderten, vollständigen Text der Ausgabe von 1932. Im Nachwort von 1932 ist der streng didaktische Charakter der Arbeit hervorgehoben und ausdrücklich betont, daß alles, was hier zum Begriff des Politischen gesagt wird, nur "ein unermeßliches Problem theoretisch encadrieren" soll. Es soll, mit andern Worten, ein Rahmen für bestimmte rechtswissenschaftliche Fragen abgesteckt werden, um eine verwirrte Thematik zu ordnen und eine Topik ihrer Begriffe zu finden. Das ist eine Arbeit, die nicht mit zeitlosen Wesensbestimmungen anfangen kann, sondern zunächst einmal mit Kriterien ansetzt, um den Stoff und die Situation nicht aus den Augen zu verlieren. Hauptsächlich handelt es sich dabei um das Verhältnis und die gegenseitige Stellung der Begriffe Staatlich und Politisch auf der einen, Krieg und Feind auf der anderen Seite, um ihren Informationsgehalt für dieses Begriffsfeld zu erkennen.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Carl Schmitts grundsätzliche Schrift zur politischen bzw. Staatsphilosophie ist so prinzipiell wie kompakt. Auf erhellende Weise führt sie das Wesen des Politischen bekanntlich auf die Unterscheidung von Freund und Feind zurück, knüpft damit deutlich an Thomas Hobbes und den Dezisionismus an und kennzeichnet die liberale Vorstellung, den politischen Begriff des Kampfes mit 'ethischem Pathos und materialistisch-ökonomischer Sachlichkeit' befrieden zu können, als philanthropisches Wunschdenken. Indem Carl Schmitt die Auffassungen der Aufklärung hinsichtlich einer intellektuellen und moralischen Vervollkommnung des Menschen philosophisch und historisch klar als Illusion erkennt, kann er die Frage nach dem Politischen schlüssig auf jene nach der Macht im Widerstreit divergierender Kräfte reduzieren. Eine rein methodische Nähe zum staatphilosophischen Antipoden Marx ist durchaus erkennbar. So wie dieser konsequent von Ökonomischen her denkt, geht Schmitt vom Freund-Feind-Schema, mithin also von einer pessimistischen Anthropologie aus. Die Hoffnungen auf Neutralisierungen und ein Ende der Geschichte in globalisierter Friedfertigkeit und Vernunft erscheinen ihm als utopische Träumerei und philosophische Vulgarität. Folgerichtig wäre das Ende der Freund-Feind-Gruppierungen gleichzeitig das Ende des Politischen.
Schmitt beweist sich nicht nur in gedanklicher Stringenz und in der Deutlichkeit seiner kontrastscharfen Begriffe, sondern besticht als Stilist, der Wissenschaftlichkeit mit Originalität verbindet und dank Substanz ohne Eitelkeiten, Arabesken und Redundanzen auskommt. Dieses Bändchen gehört in die Bibliothek der großen Konservativen, die den Mut haben, Welt und Mensch unbestechlichen Blicks anzusehen.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "sachsu2"
Format:Taschenbuch
Der Begriff des Politischen ist kompakt geschrieben und polarisiert und heute ungekannter Weise auf hohem Niveau zwischen den Begrifflichkeiten von Freund und Feind. In meinen Augen ein guter Einstieg in das Funktionieren totalitärer Ideologien, da Schmitt zeigt, wie nahe Radikalisierung und Polarisierung dem Mechanismus unseres Verständnis sind. Der Begriff des Politischen verdeutlicht, wie mit simplen, unterscheidenden Begrifflichkeiten Positionen der öffentlichen Meinung vermittelt werden können.
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19 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wie immer man sich zu Carl Schmitt kritisch äußert, aus seiner illustren Gefolgschaft werden sogleich Einwände erhoben, gespickt mit Zitaten eben aus Carl Schmitts Schriften. Es wird - wen wundert es da noch - auch die Meinung vertreten, Schmitt sei "ein Meister der Camouflage", der seine Argumentationsabsichten gut zu verbergen wusste. In der Zunft der Staatsrechtsgelehrten wäre er damit allerdings kein Sonderfall.

Schmitts "Begriff des Politischen" ist wohl seine meistgelesene Veröffentlichung. Seine Grundthese aber, Politik reduziere sich letztlich auf Freund-Feind-Verhältnisse, ist sie wirklich so originell? Der Verdacht, Schmitt gehe es gar nicht um Erkenntnis des Wesens des Politischen, sondern um Instrumentierung seines Begriffs des Politischen zum Zwecke von Politik, drängt sich dem theorienskeptischen Leser alsbald auf. Denn nach welchen Kriterien ein Gegenüber als öffentlicher Feind zu gelten hat, diese Frage bleibt unbeantwortet. Eine Allzwecktheorie also, weniger geeignet für den politischen Alltag, aber für die sog. "großen Entscheidungen" allzeit abrufbar.

Ging Schmitt, der sich selbst als "intellektuellen Abenteurer" bezeichnete, seiner eigenen Theorie auf dem Leim, oder verfolgte er schnöde Karriereabsichten, als er 1933 in seinem berüchtigten Aufsatz "Der Führer schützt das Recht" dem mörderischen Röhm-Putsch die staatsrechtliche Weihe erteilte? Und machte er, wiederum gerade noch zur rechten Zeit, nicht alsbald darauf einen ubiquitären Feind aus, "die jüdische Dialektik"? Schmitt hatte offenbar ein Gebrechen, in der Politik weit verbreitet, manischer Geltungsdrang gepaart mit moralischer Taubheit. Wie sonst ließen sich seine antisemitischen Ausfälle, unsäglich niederträchtig und obendrein saudumm, erklären? In der Schmitt-Rezeption werden freilich derart widrige Fragen beflissen offen gehalten, schick verpackt unter dem Thema "Occasionalität oder Kontinuität".

Die Bindung der Politik an Grundwerte wie die Würde des Menschen hängt an einem seidenen Faden. Diese Lehre kann man in der Tat aus Schmitts Schriften und seinem persönlichen Desaster ziehen. Die kernig formulierte Warnung des Verfassungsrichters Böckenförde, welcher der Schmitt-Schule zugerechnet wird, der Rechtsstaat lebe von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren könne, ist eine Binsenweisheit.Jeder Mensch lebt von Voraussetzungen, die er nicht in der Hand hat. Deshalb müssen unverfügbare Werte gerade in der Politik postuliert werden.

Wie dem auch sei: Wer der zähen demokratischen Kompromisse überdrüssig ist, den Rechtsstaat für fundamental schlapp und unsere Politiker/innen für lau hält, dem bietet Schmitts zackige Rittmeister-Sprache und seine stramm attackierende Argumentationsweise reichlich Zunder. Ist sein Verdruss besänftigt, so mag er Schmitt getrost auf seinen Stammplätzen belassen: In den filigranen Käfigen staatstheoretischer Seminare und Dissertationen, wo er wie ein altehrwürdig krächzender Rabe immerzu gepäppelt und gezupft wird, und - nicht zu vergessen - behutsam gepflegt in der Redaktion der FAZ.
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