Dieses Buch ist die Bestandsaufnahme, warum Yasar Kemal (geb.1923) Bücher schreibt, welche ihn prägten und welche ihn verleiteten, zu schreiben. Obgleich es nur der Extrakt eines Gesprächs Yasar Kemals mit Alain Bosquet ist, also kein von ihm so konzipiert autobiographischer Text, verrät der berühmte Autor viel über sich selbst, seine Kindheit in den Taurusbergen und seine ersten Jahre in Istanbul.
In den 30er und 40er Jahren fängt er an die Eppen, die sich die Menschen im Taurus erzählen, zu lernen und vorzutragen. In der Gegend gab es einen reichhaltigen Fundus an Geschichten, sie setzten sich zum Teil aus kurdischen und türkischen Sagen und Legenden zusammen, auf die Kemal später in seiner Mehmet-Serie zurückgriff. Er entdeckte dabei, seine Neigung zur Literatur und zum Geschichtenerzählen.
In dem Buch merkt Kemal allerdings auch an, dass er einst den Wunsch in sich trug, Orientalistik und Turkologie zu studieren, um mehr über die Gegenden des Nahen Ostens, ihre Völker, ihre Kulturen und Hinterlassenschaften zu erfahren. Ihn faszinierten die Ethnien und ihre Eigenheiten, wie sie auch in vielen seiner Büchern beschrieben werden.
Für Kemal-Fans, Jungautoren, Literaturbegeisterte und Turkologiestudenten ist dieses Buch ein Schatz an Informationen über Yasar Kemal, den Taurus und die Literatur der modernen Türkei. Es ist an vielen Stellen auch eine unterhaltsame, entspannende Lektüre. Die Form des Interviews gibt der Form eine Lockerheit und Leichtigkeit, die einen oft über die Tiefe der Gedanken wieder staunen läßt.