Nicht wenige werdende Väter und Fußballfans wenden sich mit sorgenvoller Miene dem Bauch ihrer Gattin / Spontanbekanntschaft / Flamme des besten Kumpels zu. Welchen Verein wird das Blag unterstützen, wenn selbst das Rentenalter erreicht und eine mobile Gehhilfe auf dem Weg ins Stadion mehr als nur erwünscht ist? Mit herrlichen Fußball-Analogien und -Metaphern nimmt Autor Robert Meier den werdenden Vätern jegliche Scheu vor der Schwangerschaft und zeigt von vornherein mögliche Konfliktpunkte innerhalb des sich im Entstehen befindenden Familien-Teams auf: Was tun, wenn der Spielmacher der Beziehung, die Frau, plötzlich ausfällt? Warum fällt die Berechnung des Geburtstermins ebenso schwer wie der richtige Meistertipp? Und: Könnte der Nachwuchs nicht bitte an einem spielfreien Tag auf die Welt kommen? Besonders gelobt wird in dem Werk die Vorbereitung und Betreuung während der Schwangerschaftssaison durch einen Mann namens Ewald: Er glaubte an Planung und das, was er harte und ehrliche Arbeit nannte. Penibel notierte er noch den kleinsten Vorfall während der Schwangerschaft. Aus Furcht vor Ewalds langatmigen zettelgestützten Vorträgen über ihr Verhalten bemühte sich seine Frau, ihm keinen Anlass zur Kritik zu geben und alles ging gut. „Der Bauch ist rund" dürfte zum Standardwerk für Männer werden, die ins Tor getroffen haben und nun auf das Ergebnis warten. Ist das holde Eheweib der köstlichen, gänzlich politisch-inkorrekten Ironie aber nicht sonderlich zugetan oder mit Alice Schwarzer auf Du und Du, sollte das Buch vorsorglich doch besser in emiratenhafter Abgeschiedenheit verschlungen werden.