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Der Bauch des Ozeans
  
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Der Bauch des Ozeans [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Diogenes 2004 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B005K2ORQG
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Niodor, eine kleine Insel im Senegal. Die Jungen hängen vor dem Fernseher, spielen Fußball und träumen von einer großen Fußballkarriere in Frankreich. „France", das weiß jeder, reimt sich schließlich auf „Chance". „Sie zahlen in Frankreich sogar dafür, dass Leute Hundeköttel aufsammeln", erzählen sie sich.

Und jeder, der zurückkommt aus dem goldenen Paradies fügt einen weiteren Baustein in diesen Mythos ein. Die Verwandten, Bekannten, ja das ganze Dorf werden zum Festmahl geladen, Geschenke verteilt und der Rückkehrer erzählt davon, wie reich und schön es in Frankreich zugeht.

Dass die Afrikaner in Frankreich die Schwarzen sind, die schlechten Jobs haben, wenig Geld verdienen, erzählt keiner. Das hieße zugeben, dass man es nicht geschafft hat. Und das will keiner, das kann keiner, er wäre sofort als Verlierer geächtet. Und schon gleich gar nicht erzählt man, was die erwartet, die illegal ins Land kommen. Löhne weit unter dem Existenzminimum, jederzeit droht die Abschiebung.

Frankreich, die ehemalige Kolonie, ist immer noch das große Vorbild. In Frankreich ist alles besser, schöner, größer. Selbst der Fußball. So sitzen die Jungen vor dem Fernseher, verfolgen die Spiele der Equipe tricolore und die der französischen Liga. Viele Senegalesen spielen in den Vereinen. Da sieht man es ja, jeder hat eine Chance. Nur im Senegal nicht, da sind sie sich auch einig.

Die Ich-Erzählerin Salie lebt in Frankreich, legal, aber muss sich durch Putzjobs über Wasser halten. Ihr Bruder Madicke liegt ihr in den Ohren, dass sie ihn nach Frankreich holen soll, zur Not auch illegal, ohne Visum. Sie erzählt ihm, was ihn als Illegalen erwartet, aber das will er nicht hören.

Doch dann kommt diese Weltmeisterschaft, an der Senegal teilnimmt. Und, was keiner der Jungen erwartet hat, geschieht. Senegals Mannschaft spielt besser als das große Vorbild. Und endlich kann die Schwester ihren Bruder überreden, dass sie ihm einen Laden kauft, statt einer Flugkarte.

Wir erleben das kleine Dorf, in dem jeder jeden kennt, jeder für jeden einsteht, aber auch alles und jedes durch die überlieferte Tradition und den Islam geregelt wird. Männer beweisen ihre Männlichkeit durch die Zahl ihrer Kinder und die ihrer Frauen. Die haben nichts zu sagen und ein uneheliches Kind ist eine unfassbare Sünde.

Der Roman spielt in zwei Welten: Im Senegal und in Frankreich, schildert beide, beschönigt keine. Das Leben der Immigranten in Frankreich lernen wir kennen und das in dem senegalesischen Dorf. Das ist unbestritten die Stärke des Romans.

Leider hat er auch Schwächen. Denn er hat Längen, die es manchmal schwer machen, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Da wird oft viel erklärt, statt es in Szenen zu zeigen und auch der Stil klingt manchmal schon sehr bemüht. Letzteres könnte natürlich auch an der Übersetzung liegen.

Fazit: Eine gute Schilderung zweier Welten, aber mit deutlichen Mängeln in Aufbau und Stil

(C) Hans Peter Roentgen

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Celia
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch wurde von einer klugen, mutigen Afrikanerin geschrieben und enthält viele interessante Informationen über die Lage junge Menschen in Afrika sowie die Probleme der afrikanischen Immigranten in Europa. Allerdings scheint es mir mehr ein Lebensbericht denn ein Roman. Die Autorin schildert in Rückblicken und Reflexionen ihr eigenes Schicksal als uneheliches Kind im Senegal, ihre Probleme bei der Einwanderung in Frankreich und die unrealistischen Träume ihres Bruders von einer Karriere als Fußballer. Das ist aufschlußreich und überzeugend beschrieben. Auf das Scheitern ihrer Ehe mit einem Franzosen geht sie kaum ein, obwohl das vielleicht auch interessant wäre. Was diesem Buch in meinen Augen fehlt, ist eine durchgehende Romanhandlung. Mir schien es ein Tatsachenbericht und als solcher sehr gelungen. Doch erhoffe ich mir von einem Roman auch eine ansprechende, fesselnd dargelegte Handlung und das habe ich hier vermißt. Vielleicht wird das nächste Buch von Fatou Diome ja etwas narrativer.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterhaltsam und kritisch 31. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Kritisch, aber auf sehr unterhaltsame Weise und dennoch menschlich berührend setzt sich die Autorin mit ihrer Heimat und Europa auseinander.

Gelungenes Erst-Werk, das vor allem das Leben in einer "globalisierten" Welt der Gegensätze thematisiert - aus dem Blickwinkel einer modernen Frau, die überall und nirgends ihre Heimat findet.

Hoffentlich gibt es bald ein weiteres Werk der begabten Autorin.

Ein sehr gutes Buch für jene, die Senegambia kennen oder kennenlernen wollen. Es zeichnet ein realistisches Bild vom Leben in (West-)Afrika abseites der Fernzielkataloge, Touristenpfade und Clubidylle - auch wenn die Handlung in Mbour, Kaolak oder im Sine Saloum spielt.

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