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(c) Désirée Drothen - literature.de - Das Literaturportal -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Und jeder, der zurückkommt aus dem goldenen Paradies fügt einen weiteren Baustein in diesen Mythos ein. Die Verwandten, Bekannten, ja das ganze Dorf werden zum Festmahl geladen, Geschenke verteilt und der Rückkehrer erzählt davon, wie reich und schön es in Frankreich zugeht.
Dass die Afrikaner in Frankreich die Schwarzen sind, die schlechten Jobs haben, wenig Geld verdienen, erzählt keiner. Das hieße zugeben, dass man es nicht geschafft hat. Und das will keiner, das kann keiner, er wäre sofort als Verlierer geächtet. Und schon gleich gar nicht erzählt man, was die erwartet, die illegal ins Land kommen. Löhne weit unter dem Existenzminimum, jederzeit droht die Abschiebung.
Frankreich, die ehemalige Kolonie, ist immer noch das große Vorbild. In Frankreich ist alles besser, schöner, größer. Selbst der Fußball. So sitzen die Jungen vor dem Fernseher, verfolgen die Spiele der Equipe tricolore und die der französischen Liga. Viele Senegalesen spielen in den Vereinen. Da sieht man es ja, jeder hat eine Chance. Nur im Senegal nicht, da sind sie sich auch einig.
Die Ich-Erzählerin Salie lebt in Frankreich, legal, aber muss sich durch Putzjobs über Wasser halten. Ihr Bruder Madicke liegt ihr in den Ohren, dass sie ihn nach Frankreich holen soll, zur Not auch illegal, ohne Visum. Sie erzählt ihm, was ihn als Illegalen erwartet, aber das will er nicht hören.
Doch dann kommt diese Weltmeisterschaft, an der Senegal teilnimmt. Und, was keiner der Jungen erwartet hat, geschieht. Senegals Mannschaft spielt besser als das große Vorbild. Und endlich kann die Schwester ihren Bruder überreden, dass sie ihm einen Laden kauft, statt einer Flugkarte.
Wir erleben das kleine Dorf, in dem jeder jeden kennt, jeder für jeden einsteht, aber auch alles und jedes durch die überlieferte Tradition und den Islam geregelt wird. Männer beweisen ihre Männlichkeit durch die Zahl ihrer Kinder und die ihrer Frauen. Die haben nichts zu sagen und ein uneheliches Kind ist eine unfassbare Sünde.
Der Roman spielt in zwei Welten: Im Senegal und in Frankreich, schildert beide, beschönigt keine. Das Leben der Immigranten in Frankreich lernen wir kennen und das in dem senegalesischen Dorf. Das ist unbestritten die Stärke des Romans.
Leider hat er auch Schwächen. Denn er hat Längen, die es manchmal schwer machen, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Da wird oft viel erklärt, statt es in Szenen zu zeigen und auch der Stil klingt manchmal schon sehr bemüht. Letzteres könnte natürlich auch an der Übersetzung liegen.
Fazit: Eine gute Schilderung zweier Welten, aber mit deutlichen Mängeln in Aufbau und Stil
(C) Hans Peter Roentgen
Gelungenes Erst-Werk, das vor allem das Leben in einer "globalisierten" Welt der Gegensätze thematisiert - aus dem Blickwinkel einer modernen Frau, die überall und nirgends ihre Heimat findet.
Hoffentlich gibt es bald ein weiteres Werk der begabten Autorin.
Ein sehr gutes Buch für jene, die Senegambia kennen oder kennenlernen wollen. Es zeichnet ein realistisches Bild vom Leben in (West-)Afrika abseites der Fernzielkataloge, Touristenpfade und Clubidylle - auch wenn die Handlung in Mbour, Kaolak oder im Sine Saloum spielt.
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