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Der Bastard von Berg: Ein Krimi aus dem Mittelalter
 
 
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Der Bastard von Berg: Ein Krimi aus dem Mittelalter [Taschenbuch]

Edgar Noske
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Noske ist es gelungen, durch eine klare Sprache und klug gesetzte Spannungsmomente einen Krimi zu schreiben, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Mit viel Humor und handfester Ironie sorgt er immer wieder für Heiterkeit.« (Bergischer Volksbote )

Bergischer Volksbote, 24.12.1998

»Noske ist es gelungen, durch eine klare Spache und klug gesetzte Spannungsmomente einen Krimi zu schreiben, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Mit viel Humor und handfester Ironie sorgt er immer wieder für Heiterkeit.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Wochenspiegel Porz, 1.1999

»Ein spannend erzählter Kriminalroman - blutig, turbulent und doch amüsant, fesselt den Leser.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Coolibri, 01.01.1999

»In jedem Fall spannend.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Schloss Burg im Jahr 1225: Das Leben des siebzehnjährigen Martin nimmt eine unerwartete Wendung, als er vom armen Müllerssohn zum Knappen des Grafen Engelbert, des Erzbischofs von Köln, avanciert. Vor Martin tut sich eine neue Welt auf. Doch das Leben am Hof ist keineswegs nur angenehm, denn Graf Engelbert hat unzählige Feinde, die ihm seine Macht neiden. Schließlich kommt Martin einer Verschwörung auf die Spur, bei der es um nichts Geringeres als die Ermordung Engelberts geht ...

Klappentext

»Noske ist es gelungen, durch eine klare Sprache und klug gesetzte Spannungsmomente einen Krimi zu schreiben, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Mit viel Humor und handfester Ironie sorgt er immer wieder für Heiterkeit.«
Bergischer Volksbote

Über den Autor

Edgar Noske, geboren 1957, studierte Italienisch, Geschichte und Philosophie, machte eine Lehre als Industriekaufmann und jobbte als Taxifahrer, Hilfskrankenpfleger, Aushilfskoch und Kellner. Außerdem betrieb er einige Zeit ein Geschäft für Hemden und Krawatten und war Vertreter für Masten von Flutlichtanlagen. Seit 1991 lebt er als freier Autor in Niederkassel. Neben "Lohengrins Grabgesang" sind bei Goldmann bereits zwei fesselnde Mittelalter-Krimis erschienen "Der Fall Hildegard von Bingen" und "Der Bastard von Berg".

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Als der Morgen graute, liebten sie sich zum zweiten Mal. Anschließend schmiegten sie sich eng aneinander und beobachteten die Sonne, die hellgelb hinter den Zypressen aufstieg.
»Musst du wirklich gehen?« »Warum fragst du?«, sagte er. »Du weißt es doch.« »Ich hatte gehofft, du hättest es dir noch einmal überlegt.« »Es ist nicht meine Entscheidung.« Er bürstete ihre Brauen sanft gegen den Strich. »Ginge es nach mir, ich könnte mir durchaus vorstellen zu bleiben.« »Und wenn du dich weigertest?« »Unmöglich. Das entspräche nicht meiner Art.« »Du bist ein Pflichtmensch.« »Wenn du so willst.«
Sie fuhr mit dem Fingernagel seinen Rippenbogen entlang.
»Wann kommst du zurück?«, fragte sie. »Ich weiß es nicht. Es kann sein, dass es diesmal länger dauert.«
»Wie lang ist länger?«
»Ich weiß es wirklich nicht. Lass dich überraschen.« »Ich werde mich Tag und Nacht nach dir sehnen. Ich liebe dich so sehr.«
»Ich liebe dich auch«, sagte er und küsste ihre Tränen weg.

TEIL 1 - DER VATER

Es war eine bitterkalte, sternklare Januarnacht im Jahre 1225 nach Fleischwerdung des Herrn. Tagsüber hatte es eine Zeit lang geschneit, aber der Schnee lag höchstens fingerhoch. Die Fischer hatten ihre Boote an Land gezogen, stromaufwärts waren Eisschollen gesichtet worden. Zweifellos eine Nacht, die etliche Unbehauste und streunende Hunde Kölns das Leben kosten würde.
Unbill, von der im Empfangssaal des erzbischöflichen Palastes am Domhof nichts zu spüren war. Im Kamin, in dem fünf Männer aufrecht stehend Platz gefunden hätten, loderten balkendicke Scheite. Einige Schritte davor, in dem Bereich, in dem die Hitze langsam in behagliche Wärme überging, standen zwei Männer mit dem Rücken zum Feuer.
Der Ältere der beiden war hohlwangig, rothaarig und dermaßen pigmentschwach, dass er sogar die Wintersonne mied. Seine Kleidung bestand aus einem reich mit Stickereien verzierten Umhang, mehrfach geschlitzt, damit man einen Blick auf das Untergewand mit juwelenbesetzten Säumen werfen konnte. Auf seinem Kopf saß als Zeichen seiner Bischofswürde eine aufwendig gearbeitete Mitra. Sein Name war Walter von Carlisle, er war Engländer und von seinem König Heinrich dem Dritten in geheimer Mission an den Rhein gesandt worden.
Der andere Mann überragte den Engländer glatt um Haupteslänge, war schlank und gleichzeitig muskulös. Obwohl weitaus schlichter gekleidet - er trug einen hellen, bodenlangen Wollmantel und war barhäuptig -, wirkte er dem
Älteren von Herkunft und Stand überlegen. Das verdankte er einem männlich schönen Gesicht mit wahrhaft herrischen Zügen. Ein Gesicht wie geschaffen für die Stellung, die er bekleidete.
Als Engelbert der Zweite war er der Graf von Berg, und als Engelbert der Erste zugleich der amtierende Erzbischof von Köln. Des Weiteren war er von Kaiser Friedrich zum Vormund über dessen Sohn Heinrich und zum Reichsverweser ernannt worden. Eine Ämterhäufung, die Engelbert zum mächtigsten Mann nördlich der Alpen machte.
»Sind die Winter in Köln immer so erbarmungslos kalt?«, fragte Walter. »Ich will nicht behaupten, dass das Wetter in England besser ist, aber zumindest sind die Winter milder.«
»So mild, dass es ohne Unterlass regnet«, entgegnete Engelbert. »Und regnet es ausnahmsweise einmal nicht, müsst Ihr Euch durch Nebel dick wie Milchsuppe tasten.«
»Oh, wie ich sehe, seid Ihr im Bilde. Oder hattet Ihr bereits das Vergnügen, unsere Insel zu bereisen, und habt es mich nur nicht wissen lassen?«
»Keineswegs, teurer Walter. Aber je nachdem, welche Botschaft Ihr mir bringt, habe ich vielleicht schon bald die Gelegenheit dazu.«
»In der Tat, Engelbert, in der Tat. Ich denke, ich kann Euch, ohne vorab zu viel zu verraten, bereits jetzt mitteilen, dass Euer Vorschlag bei Hof auf Wohlwollen gestoßen ist.«
»Mit Verlaub, nichts anderes hatte ich erwartet. Wie weit seid Ihr, Stephan?«
Engelberts Frage galt einem kahlköpfigen, untersetzten Mann, der soeben die Tür zum Speisesaal geöffnet hatte. Stephan der Stumme, wie er genannt wurde, war als erzbischöflicher Truchsess verantwortlich für die Verwaltung des Palastes, ebenso oblag ihm die Aufsicht über Küche und Tafel. Da er nicht sprechen konnte, machte er ein Zeichen.
»Kommt, Walter, es ist angerichtet«, sagte Engelbert und geleitete seinen Gast in den Nebenraum. »Nach der langen Reise seid Ihr gewiss hungrig.«

Der Speisesaal war nichts anderes als eine spiegelverkehrte Kopie des Empfangssaals. Auch hier hatte man eingeheizt, jedoch war das Feuer bereits heruntergebrannt. Der Boden war mit weißem Marmor ausgelegt, die Wände waren kreidegeschlämmt. Für die Beleuchtung sorgten Fackeln beidseits der Fenster. Ein einladender Raum, in dem eine üppig gedeckte Tafel wartete.
Es gab gekochten Salm, gefüllte und am Spieß gebratene Tauben mit Blaukraut, knusprige Hammelkeulen in Rotweintunke und einen glasierten Schweinskopf, alles angerichtet auf silbernen Platten. Daneben standen Körbe mit Brot und Krüge voll Bier und Wein.
An Esswerkzeugen lagen Messer und - eine wahre Neuheit - zweizinkige Gabeln bereit. Unfallträchtige Geräte, mit denen sich der Bischof von Mainz - ein Mann lebhafter Gesten - bei seinem letzten Besuch beinahe ein Auge ausgestochen hätte. Seitdem war der Truchsess angehalten, die Gäste vor dem ersten Bissen in der richtigen Handhabung zu unterweisen.
Anders, als man auf Grund seines schmächtigen Äußeren vermutet hätte, aß Walter von Carlisle mit großem Appetit. Es dauerte nicht lange, und das Leinentuch, das er sich zum Schutz seines Umhangs umgebunden hatte, legte farbiges Zeugnis der Speisenfolge ab. Dazu trank er becherweise Bier und Wein.
Engelbert hingegen hatte auf ein Tuch verzichtet, und trotzdem waren seine Kleider sauber geblieben. Allerdings hatte er als Befürworter eines enthaltsamen Lebenswandels nur sparsam gespeist. Ein wenig Fisch, einen Kanten Brot, und getrunken hatte er nur Wasser. Jetzt lehnte er sich bequem zurück, nahm eine der zahlreichen Katzen des Palastes auf den Schoß und kraulte das Tier zwischen den Ohren.
»Falls Ihr zwischen zwei Bissen Zeit findet, Walter, sagt mir doch, wie weit die Pläne Eures Königs bezüglich der Vermählung seiner Schwester mit dem Staufer gediehen sind.«
Walter spülte mit einem großen Schluck hinunter, was er im Mund hatte, wischte sich die Lippen ab und rülpste. »Ich nehme an, Eure Frage zielt auf die zu erwartende Mitgift.«
»Ich muss immer wieder feststellen, Ihr seid ein Mann, der nicht unnötig nach der Tür sucht, wenn er durchs Fenster eintreten kann.«
Ein Vergleich, der Walter gefiel. Er wieherte auf und zeigte, dass ihm bestenfalls die Hälfte seiner Zähne geblieben war. Genauso schnell wurde er wieder ernst.
»Bevor ich Euch Einzelheiten nenne, verehrter Engelbert, solltet Ihr mir - nur um allen Missverständnissen vorzubeugen - eine Frage beantworten: Mir wurde zugetragen, Ihr hättet Ende letzten Jahres mit einer Abgesandtschaft der Franzosen verhandelt.«
»Ich vermag darin keine Frage zu erkennen.«
»Dann will ich es so sagen: Habt Ihr oder habt Ihr nicht?«
Stille legte sich über die Tafel wie ein wattiertes Tuch. Eine ganze Weile war nur das Knistern des Feuers und das Schnurren der Katze zu hören.
»Allerdings habe ich«, sagte Engelbert schließlich. »Auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers. Er bat mich, seinen Sohn, unseren geliebten, aber noch sehr jungen und unerfahrenen König Heinrich, als Berater nach Toul an die Mosel zu begleiten. Dort standen Verhandlungen mit dem französischen König über eine möglichst enge politische Verbindung zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich an. Diesem Wunsch habe ich selbstredend entsprochen.«
Walter griff nach seinem Becher, trank aber nicht, sondern betrachtete nur, wie sich die Fackeln in dem blank polierten Metall spiegelten. Dann hob er plötzlich den Blick und sah Engelbert unverwandt in die Augen.
»Ich hatte gehofft, dieses Gerücht würde nicht der Wahrheit entsprechen.«
Engelberts Brauen fuhren hoch. »Ihr erstaunt... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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