Sehr angenehm und flüssig geschrieben, ausreichend detailliert ohne ins Unermesslich abzugleiten. Gerade letzteres ist leicht der Fall, wenn das Archiv der Person, des Unternehmens und öffentlich zugängliche Materialen verfügbar sind. Durch die mehrlagige Verknüpfung des Lebensweges von Abs, der wirtschaftlichen Entwicklung der Bank als auch Deutschlands über eben diesen Zeitraum hinweg entsteht ein verwobenes Bild, das dennoch klare Eindrücke vermittelt. Allerdings wird dabei etwas die engere Aufgabe des Biographen verlassen und das Buch oszilliert öfters zwischen einer wirtschaftshistorischen Beschreibung und dem Lebensweg eines Mannes.
Angenehm, daß der Autor sich im wesentlichen auf faktische Darstellungen beschränkt und an Stellen, wo Werturteile gefällt werden können, dem Leser nicht immer seine eigene aufdrängt, sondern die Freiheit zum Nachdenken läßt.
Schade, daß man wenig über den Privatmann, Ehemann, Familienmann Abs erfährt; nicht nur weil damit der Drang zum Voyerismus ins Privatleben verwehrt wird, sondern vor allem, weil es interessant sein kann, die Wechselwirkung mit dem beruflichen Handeln besser zu verstehen.
Ein Buch, das man auf jeden Fall gelesen haben sollte.