Der Bader von Mainz ist, wie man unschwer erkennt, eine Gemeinschaftsproduktion der Herren Thiemt und Schreeb.
Erstmal zum Lob: Geschichtlich hervorragend recherchiert, relativ flüssig geschrieben und mit viel Herz zur Sache, wird dem Leser ein realistischer Eindruck der Stadt Mainz im Mittelalter vermittelt.
Dann zum Inhalt: O.K., alle die mich jetzt schelten möchten, warum der Roman nur 2 Sterne bekommt, brauchen sich nur zu fragen, warum keiner der anderen Rezendenten den Inhalt des Buches wieder gegeben hat? Antwort: Weil es keinen gibt!
Wer sich die ersten 100 Seiten durchquält wird feststellen, dass das Buch eigentlich nur eine Zusammenstellung von langweiligen Sachverhalten ist. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute noch nicht genau, was ich zum Inhalt sagen soll?!? Es geht jedenfalls um den Bader Matthes Fuß, dessen mittlerweile erwachsenen Töchter und der Tatsache, dass diese nicht mit der anstehenden Hochzeit ihres Vaters einverstanden sind. Immerhin wäre ihre neue "Stiefmutter" um ein vielfaches jünger als sie selbst und diese vermittelt zudem noch den Eindruck, als wolle sie so gar nicht in den harten Alltag einer Bader-Familie passen. Daneben gibts noch den immer stinkenden Knappen Wenzel, eine Beguine und eine handvoll anderer Leute, die auch irgendwie in diesen Roman mitmachen mussten...
Fazit: Neben Baudolino seit langem wieder ein Buch, bei dem ich mich zwingen musste, es zu Ende zu lesen. Das Ende sowie die einzelnen "Geschichten" habe ich nicht wirklich verstanden (gab es überhaupt ein Ende?). Dem X oder Y passiert irgendetwas - und das wars auch schon; auf gehts zum nächsten Sachverhalt. Einziger Lichtblick ist das gute geschichtliche Fundament, was aber in meinen Augen nicht ausreicht, dem Roman 3 oder gar mehr Sterne zu verleihen.