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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Erik Eggers konzediert zwar, dass der Fußballverein Borussia Dortmund vielleicht nicht allzu viel zu verbergen hat, doch findet er den Autor allzu bemüht in seinem Unterfangen, die problematischeren Aspekte der Vereinsgeschichte zu bagatellisieren und den BVB gar zu einem Hort des Widerstandes in der Nazizeit zu stilisieren. Deshalb wirkt dieses Buch auf ihn, als sei es in einen "schwarz-gelben Weichspüler geraten". Der Rezensent moniert, dass Kolbe mit so mancher "Einordnung" Schwierigkeiten habe. So weist er ihm beispielsweise nach, dass die Behauptungen, Hitlers "Mein Kampf" habe dem Sport bessere Bedingungen ermöglicht oder alle jüdischen Sportvereine seien 1933 aufgelöst worden, "Unfug" seien. Und Kolbes Hinweis, Nationalspieler August Lenz, der für die "Organisation Todt" tätig war, sei während des Zweiten Weltkrieges vor allem von "fußballerischen Ambitionen" geleitet worden, verurteilt Eggers als "blanken Zynismus".
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Kurzbeschreibung
Als erster namhafter Fußballklub ließ Borussia Dortmund untersuchen, wie die nationalsozialistische Zeit in das Vereinsleben eingriff. Das Buch des BVB-Archivars und Stadtpressesprechers Gerd Kolbe schildert eindringlich den Alltag unter dem NS-Regime, die mörderischen Repressalien ebenso wie die Solidarität der „Vereinsfamilie“. Im Dezember 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt, erfuhr die Studie eine bundesweite Resonanz. Die WAZ schrieb: „Ausführliche Interviews mit Zeitzeugen jener finsteren Jahre gewähren dem Leser einen anschaulichen Blick in das Vereinsleben des aufstrebenden Klubs, der trotz Gleichschaltung darauf verzichtete, den berüchtigten Arier-Paragrafen in die Satzung aufzunehmen.“
Über den Autor
Gerd Kolbe, Jg. 1945, ist Leiter der städtischen Pressestelle und Sprecher der Stadt Dortmund. Von 1976 bis 1981 war er nebenamtlich Pressesprecher des Ballspielvereins Borussia 09 Dortmund e.V. In den letzten 25 Jahren hat Kolbe privat ein umfangreiches BVB-Archiv aufgebaut, das eine der Grundlagen für die vorliegende Studie und für ein eindrucksvolles Vereins-Museum ist, das sich im „Borussia-Park“ in der Nordtribüne des Westfalenstadions befindet.