Frieling ist ein Mann des Wortes, in mehrfacher Hinsicht. Und daher schreibt er im "Bücherprinzen" eben nicht einfach seine Biografie. Er schreibt mit seinem kurzweilig geschilderten bisherigen Leben ein wenig an der Geschichte mit, er schreibt dabei gleichzeitig über Geschichte und er schreibt zudem so ganz nebenbei richtig gute und "dennoch" fesselnde und unterhaltsame Literatur. Als Journalist hat er in gewisser Weise Mediengeschichte geschrieben, unkonventionell und mit einer gewissen jugendlichen Unbekümmertheit unter anderem im Kreuzfeuer des kalten Krieges. Als Verleger hat er sich mit einem innovativen Konzept den Namen Bücherprinz verdient. Und heute, im digitalen Zeitalter ist er beim e-publishing wieder ganz vorne mit dabei. Seine Lebensabschnittbiografie endet allerdings mit dem Ausstieg aus seinem Verlag im Jahre 2003 und wer das Buch in die virtuelle Hand genommen hat und wie ich bereits nach den ersten Seiten einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen, der weiß, dass irgendwann wohl noch wenigstens eine weitere wenigstens ebenso spannende und aufregende Lebensabschnittsbiografie kommen wird. Jemand, der wie ich Altersgenosse des Autors ist und zudem ebenfalls als Journalist in Westberlin gelebt hat, findet sich in der von Frieling beschriebenen (auch Geistes-)Welt problemlos zurecht. Dabei kommt wegen der unsentimentalen Betrachtungsweise des zurückliegenden Lebensabschnitts keinerlei Nostalgiegefühl auf. Für diejenigen, die diese Welt nicht persönlich kennenlernen durften, sei bestätigt, dass sie gerade wegen der teilweise humorigen und skurril anmutenden Darstellung realistischer kaum hätte geschildert werden können.
Der Leser des "Bücherprinzen" erfährt übrigens nicht nur etwas über vergangene Zeiten. Tatsächlich erfährt er etwas über die persönlichen Voraussetzungen, die man mitbringen muss, um wie Frieling in jeder Zeit seinen Weg zu machen, ohne sich zu verlieren oder aufzugeben. Der Bücherprinz ist also kein Buch für alte sentimentale Nostalgiker, sondern für Menschen, die ohne Oberflächlichkeit Spaß an der Sprache, Spaß am Leben und Spaß am Spaß haben. Und während Frielings Resüme des vorausschauenden Lebensabschnittrückblicks heißt: "folge deinem Stern", kann ich auf der Basis des Gelesenen nur ergänzen: "das Leben bietet solange neue Chancen, bis es eben zuende ist - so what".