Der Autor Gary Jennings schildert in diesem Roman Aufstieg, Blüte und Untergang des Aztekenreiches, indem er eine Figur erfindet, die als Kind, Bürger und späterer Berater, Krieger und Adliger der jeweiligen Herrscher des Aztekenreiches stets im Brennpunkt des Geschehens steht. Hierbei erfährt der Leser unglaublich viel über die Mythen, Religionen sowie des Regierungssystems der damaligen Zeit sowie über die Gefühle der Einheimischen bei Ankunft der spanischen Eroberer, wo diese zunächst an die Wiederkehr des Gottes Quetzalcoatl glauben.
Der Autor stellt sich in Gestalt des Azteken nicht ausdrücklich einseitig auf die Seite der (Religionen) der Azteken oder der Spanier und stellt die negativen Auswüchse (aus heutiger Sicht) oftmals blutig, gewaltsam oder zynisch dar. So schreckt der Autor nicht davor zurück, seinen Helden - nachdem dessen Tochter während eines aztekischen Rituals geopfert wurde - eine gesamte Gemeinde einschließlich aller Priester auszurotten. Aber natürlich bekommen vor allem die spanischen Eroberer "ihr Fett" ab - werden diese doch vorwiegend als ewig stinkende, einfältige und kranke Menschen beschrieben. Was begeisterte die Spanier im modernen Tenochtitlan wohl am meisten? Natürlich die Toilettenhäuschen, denn so etwas war für die aus dem Fenster pinkelnden Spanier etwas wirklich Neues ;)
Nach Ansicht des Autors in Form des Azteken gebühre nicht Cortez der Ruhm der Unterwerfung der modernsten Stadt des Planeten zur damaligen Zeit (Tenochtitlan, Hauptstadt des Aztekenreiches - heute Mexico City) sondern einem schwarzen Krieger in Reihen der spanischen Eroberer, der die Blatternkrankheit nach Tenochtitlan brachte, die die Stadt entscheidend schwächte.
Dass das Werk eben nur ein Roman ist zeigt, dass der Held des Buches in kaum erklärbaren Zufällen stets am Ort des Geschehens ist, ihm spätere Personen der Zeitgeschichte wie z.B. Malintze (=Malinche, die "Mutter" des modernen Mexicos) schon als Kind auf einem Schlachtfeld über dem Weg laufen.
Auch über eine gewissen Unlogik muss man hinwegsehen können. So erscheint es schon recht merkwürdig, dass der sonst an alles denkende Azteke seinen Hauptfeind, den er zwar verkrüppelte, nicht jedoch tötete, einfach so vergisst ohne auch nur im Ansatz damit zu rechnen, dass dieser später eine entscheidende Rolle in seinem weiteren Leben spielen könnte. Auch das Cortez mit Moctecuoma (Montezuma) ausgedehnte Schiffsausflüge unternahm, gehört wohl ins Reich der Phantasie - noch nicht einmal der auf Ruhm erpichte Hernan Cortez ist in seinen Werken auf die Idee gekommen, so einen Unfug zu verkaufen...
Aber egal: Das Buch ist lehrreich, besser als jedes Geschichtsbuch und führt beim Leser zu einem besseren Verständnis der Geschichte des 16. Jahrhunderts. Es ist uneingeschränkt zu empfehlen.