Kaiser Karl V. wünscht einen Bericht über das Leben in Neuspanien vor dem Eintreffen der weißen Eroberer. Widerwillig lässt der Bischof von Mexiko die Lebensgeschichte eines alten Azteken aufzeichnen, denn die Geistlichen bekommen Erlebnisse zu hören, die ihnen die Schamesröte ins Gesicht treibt oder sie in tiefes Entsetzen stürzt. Der alte Azteke hatte ein langes abenteuerliches Leben hinter sich und lernte das aztekische Großreich über die Grenzen hinaus in allen sozialen Schichten kennen.
Gary Jennings ist es in diesem historischen Roman gelungen, das Leben der mesoamerikanischen Kulturen vor der spanischen Eroberungen zum Leben zu erwecken. Er verknüpft die wenigen historisch belegten Tatsachen und Interpretationen der europäischen Wissenschafter zu einem grossen und gelungenen Werk, auch wenn der den Leser mit 860 Seiten mit enger und kleiner Schrift sehr auf die Probe stellt. Für zarte Gemüter ist dieser Roman nichts, denn hier trieft das Blut literweise bei bestialischen Tötungen und das Sexleben der Azteken wird auch nicht sehr prüde geschildert. Bei manchen Beschreibungen kann ich mir durchaus den Aufschrei der Historiker vorstellen, doch mir hat Gery Jennings die aztekische Kultur in einem sehr komplexen Bild näher gebracht und umso freudiger sehe ich meiner Mexiko-Reise entgegen, um die Schauplätze dieses Romans persönlich zu besuchen (zumindest was davon die spanischen Eroberer nicht zerstört haben).