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Der Autogrammhändler [Taschenbuch]

Zadie Smith , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Knaur TB; Auflage: 1 (1. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426626640
  • ISBN-13: 978-3426626641
  • Originaltitel: The Autograph Man
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 463.423 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Zadie Smith
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zadie Smith ist eine kluge und aufmerksame Frau, die viel sieht und viel weiß. Nichts bleibt bei ihr am Wegesrand liegen. Alles wird sogleich verarbeitet. Solch geballtes Wissen jedoch kann, in einen einzigen Roman gepackt, leicht zum Overkill führen. Furios beginnt sie die Geschichte von Alex-Li Tandem, dieses Nordlondoner Sprosses jüdisch-chinesischer Eltern, dessen Schicksal sich an jenem Tag besiegelt, als ihn sein Vater zu einem Wrestling-Match in die Albert Hall mitnimmt. Dort lernt Alex den kleinen Joseph kennen und übernimmt dessen Leidenschaft: das Sammeln von Autogrammen berühmter Leute. An jenem denkwürdigen Abend verliert Alex auch seinen geliebten Vater Li-Jin, der im Getümmel einer Autogrammjägermeute (!) stirbt. Autogrammjagd als Ersatzreligion und Vaterverlust, die Eckpfeiler des Romans sind gesteckt.

Die eigentliche Handlungsstrecke beginnt, als Alex, nunmehr 20, sich in Londons Autogrammhändlerszene etabliert hat. Um allerdings endgültig zur festen Größe zu werden, fehlt ihm noch die blaue Mauritius unter den Philografen: die Signatur der fast schon mythengleichen Kitty Alexander, einer verblühten Hollywood-Aktrice. Eine merkwürdige und einseitige Brieffreundschaft beginnt. Am Ende fliegen ein Jäger und seine Beute heimlich nach London. Während Kitty für die Welt gestorben ist, besitzt Alex nun Autogramme von unschätzbarem Wert -- sein Lebensziel scheint erreicht.

Die Sammellobsession ihres Helden, eine Götzenverehrung stellvertretend für die Sinnsuche in der Leere einer Postmoderne, löst bei Smith beständig funkelnde Assoziationsketten aus. Ausflügen in die jüdische Kabbalistik (auch das hebräische Alphabet lernen wir bei ihr) folgen Bezugnahmen auf den Philosophen Ludwig Wittgenstein und den Schriftsteller Walter Benjamin. Das Verhältnis von Gois und Juden wird ebenso beleuchtet wie die Seelenlandschaft eines Filmstars. Pop-Kultur plus Zen-Buddhismus plus ein von Zeichnungen und Grafiken durchsetztes Schriftbild lassen zuweilen den Eindruck schriftstellerischer Anarchie bedrohlich nahe kommen.

Keine Missverständnisse. Nach all den Lobeshymnen, mit denen ihr Erstling Zähne zeigen überschüttet wurde, hat Zadie Smith -- die sich laut eigener Aussage von Hollywoods Blütezeit inspirieren ließ -- die wenig beneidenswerte Aufgabe eines würdigen Nachfolgers mutig und souverän gemeistert. Nur hat sie sich zu viel aufgebürdet. Etwas weniger wäre wesentlich mehr gewesen. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Komisch und überbordend." (Cosmopolitan)

"Höchstes Lesevergnügen." (Brigitte)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verloren 12. Januar 2006
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Zadie Smith ist ein Ausnahmetalent, das steht seit ihrem Debut "Zähne zeigen" fest. Auch im zweiten Werk der Engländerin wird ihr Genie an vielen Stellen sichtbar, schade nur, dass sie sich zwischen allzu viel Melting Pot, Kabbala, Drogen und B-Movie Stars selbst verliert. Die Handlung scheint ihr zwischen all den Kleinigkeiten, die sie noch schildern mußte und die oft mit Zeichnungen illustriert werden irgendwie abhanden gekommen zu sein, so sie jemals eine hatte. Sie hat es nicht geschafft, dass sich die Welt des Alex-Li einem durchschnittlichen Leser offenbart und das ist aufs tiefste zu bedauern. Es ist nämlich davon auszugehen, dass sie in Smiths Kopf faszinierend gestaltet und gezeichnet wurde. Bleibt zu hoffen, dass sich die Autorin künftig wieder einem breiteren Publikum mitteilen kann und nicht als hochgeniale aber verkannte Künstlerin endet.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Zadie Smith hat nach ihrem grandiosen Erstlingswerk „Zähne zeigen", das ich seinerzeit regelrecht verschlungen habe, ein neues Buch herausgebracht. Deshalb habe ich den neuen Roman „Der Autogrammhändler" sofort bestellt und gelesen. Bereits ganz am Anfang des Romans wird klar, dieser Roman ist nicht einfach. Man lernt zwischen Goy und Juden zu unterscheiden.
Die Geschichte von Alex-Li Tandem, Ende zwanzig, dem Autogrammhändler, ist leicht zu erzählen. Er möchte in den Besitz eines Autogramms des B-Movie-Stars Kitty Alexander kommen, was ihm nach längeren Bemühungen auch gelingt. In New York lernt er sie dann sogar persönlich kennen, nimmt Kitty Alexander mit nach London. Wegen ihres irrtümlich gemeldeten Todes werden beide reich, da die Autogramme plötzlich weit mehr wert sind. Alex-Li klärt die Welt nicht sofort über den Irrtum auf, um den Wert der Autogramme nicht zu gefährden.

Man lernt aber auch sehr viel von der Kabbala kennen, die zehn Sefirot, die zehn heiligen Spähren, von denen jede ein göttliches Attribut enthielt. Diese zehn Sefirots sind dann auch die Kapitelüberschriften, z.B. Binah, Chokmah. Man lernt die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets kennen.
Man erfährt etwas über die Liebe von Alex zu Esther, einen Witz über den Papst und den Oberrabbiner (sehr witzig) und etwas über Drogen.
Ein höchst eigenwilliges Buch, interessant, gewagt, nicht ganz einfach zu Lesen. Deshalb nur drei Punkt.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
„Er hat die Fähigkeit, sich selbst als kleines Ereignis im Leben anderer zu sehen. Das ist nichts Abstraktes. Alex wüsste gar nicht so recht, was mit „abstrakt" gemeint ist - er ist zwölf. Er weiß bloß, dass er, wenn er sich vorstellt, im Meer zu schwimmen, also da, wo die meisten Kinder automatisch an den Kino-Hai unter sich denken, im Geiste bei dem Rettungsschwimmer ist [...] Der Rettungsschwimmer kauft eine Coke bei einem vorbeikommenden Getränkeverkäufer. Der Hai reißt Alex den rechten Unterschenkel vom Körper. Der Rettungsschwimmer macht sich an die hübsche Tanja heran. Der Hai zerrt Alex im blutigen Halbkreis durchs Wasser. Der Rettungsschwimmer spricht freundlich ihre hässliche, flachbrüstige Freundin an, weil er sich einschmeicheln will. Einige Rückenwirbel brechen."

So beginnt Zadie Smiths zweiter Roman „Der Autogrammhändler". Ihr hochgelobter Debütroman "Zähne zeigen", der wochenlang auf internationalen Bestsellerlis-ten stand, machte sie zur gefeierten Newcomerin in der Literaturwelt.
Protagonist ihres neuen Buches ist der 27-jährige Alex-Li Tan, der sich jedoch des besseren Klangs wegen Alex-Li Tandem nennt. Alex-Li ist der Sohn einer jüdischen Mutter und eines chinesischen Vaters. Ein chinesischer Jude, der in Mountjoy, einem Vorort von London lebt und sich sein Geld als Autogrammhändler verdient. Er kauft, verkauft und verifiziert Autogramme, ist hypochondrisch veranlagt, verständigt sich gern mittels internationaler Gesten und teilt die Welt, seine Welt, in Goy und Jüdisch ein.
Sein großer Traum ist ein Autogramm des B-Movie Stars Kitty Alexander. Seit seinem 12. Lebensjahr schreibt er ihr wöchentlich Briefe - bislang unbeantwortet. Daher ist er umso erstaunter, als er eines Morgens nach einem Drogenrausch eine Postkar-te an seine Tür geheftet findet. Eine Postkarte mit dem Autogramm von Kitty Alexander.

Dieser Moment ist der Dreh- und Angelpunkt. Um ihn spinnt Smith die Geschichte von Alex-Li Tandem, die sie in zwei Teilen, umrandet von Pro- und Epilog, erzählt. Im ersten Teil lernt der Leser Alex-Li kennen, wird sozusagen auf den zweiten Teil vor-bereitet, in dem Smith die Spannung erst voll entfaltet.
Die Autorin schafft es gekonnt, poetische, literarische Sprache mit dem Slang der Straße zu kombinieren. Dabei spielt sie auch mit den formalen Möglichkeiten eines Buches, jongliert geschickt mit Überschriften, Bildern und verschiedenen Schriften.

Auf den ersten Blick scheint Alex-Li einer dieser Anti-Helden zu sein, mit denen der Literaturmarkt momentan geradezu überschwemmt wird. Einer dieser Menschen, vornehmlich Männer, die zuviel rauchen, trinken, kiffen und ihr Leben ohne jede Per-spektive, aber dafür mit jeder Menge Illusionen leben. Illusionen, die sich nach und nach verlieren, weil sie wie Seifenblasen zerplatzen. Auf den ersten Blick.
Alex-Li raucht, trinkt und kifft zwar auch zuviel. Aber er ist weder Held noch Anti-Held. Er hat Träumen und Wünsche und Ängste, denen er nachjagt. Träume wie jeder andere auch. Es ist die Jagd nach Göttern, denen im Himmel und denen in Hol-lywood. Die Sehnsucht nach Einzigartigkeit, Unsterblichkeit. Die Suche nach Liebe, Glück und Wissen.
Diese Suche Alex-Lis schildert Zadie Smith mal mit Ernst, mal mit Humor, jedoch immer hart an der Realität und mit einem Blick für das Detail. Dass sie sich dabei manchmal in ausschweifenden Exkursen, plötzlichen Gedanken- und Zeitsprüngen verliert, tut dem Lesefluss kaum Abbruch.

„Der Autogrammhändler" ist ein Buch, das man nicht in einem Zug durchlesen kann. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf kann. Es liefert nämlich einfach zuviel Stoff zum Nachdenken, als dass man es könnte.

„Sie rollt sich von ihm weg und greift nach der Decke. Ihre Finger sind kalt geworden. Selbst als sie diese Filme drehte, selbst als ahnungslose junge Frau hatte ihr die Frage den Schlaf geraubt, wie viele von diesen Leuten, diesen Kinogängern, eine Textzeile, einen Blick nehmen würden, um ihn bei einem geliebten Menschen zu verwenden."

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