Wie jedes Jahr soll der große Jahrmarkt von Shrewsbury stattfinden, den das Kloster veranstaltet und von dem es profitiert. Die Bürgerschaft der Stadt, die unter den von der Einnahme der Stadt durch König Stephens Truppen im Jahr zuvor noch leidet, bittet um einen Beitrag des Klosters, der verwehrt wird. Dies führt dazu, daß sich die Söhne der Handwerker, allen voran Philipp Corviser, der Sohn des Bürgermeisters, an die Händler wenden: es kommt zu einem Tumult. Kurze Zeit später ist einer der Händler tot. Der Verdacht fällt auf Philipp Corviser, doch selbst dessen Festnahme lässt die Kette schrecklicher Ereignisse nicht abreißen: der Marktstand des toten Händlers wird geplündert, sein Sarg durchsucht, ein weiterer Händler kommt zu Tode. Und dann hat Philipp noch ein anderes Problem: er hat sich in Emma, die Nichte des Toten, verliebt, aber die zieht offensichtlich den Ritter Ivo Corbiere vor...
Trotz entschiedener und historisch in aller Regel gut begründeter Skepsis gegen das Genre "historischer Kriminalroman": diese Serie ist gelungen. Anders als viele Autoren (auch allgemein sehr geschätzte) gelingt es Ellis Peters, den Geist des mittelalterlichen Denkens verständlich zu machen. Die Anachronismen halten sich in wohltuend engen Grenzen (keine Hexenverfolgungen im völlig falschen Jahrhundert, keine sensationslüsternen Folterszenen...) - ihre Handlung ist stets eingepasst in einen plausiblen Kontext.
Als wohltuend empfinde ich Ellis' Peters Menschenliebe. Obwohl sie nahezu ausschließlich über Gewalt und Mordfälle schreibt, ist ihr grundsätzlicher Glaube an das Gute im Menschen unverbrüchlich (ich will damit nicht sagen, daß ich diese Haltung vollends teile, aber es ist eine sehr entspannte und entspannende Haltung!). Das schließt viele (aber beileibe nicht alle!) ihrer Täter ein, die selten kalte Bestien sind, aber sehr oft Konflikttäter, die einen anderen Ausweg nicht sehen.