Aus der Amazon.de-Redaktion
In der alten Bundesrepublik war der 17. Juni als "Tag der Deutschen Einheit" über Jahrzehnte Staatsfeiertag. An ihm gedachte man des Volksaufstandes, der 1953 das frühe Ende der DDR hätte bedeuten können -- wenn er nicht von der sowjetischen Roten Armee niedergeschlagen worden wäre. Dieser Tag ist also von historischer Bedeutung, das publizistische Echo blieb jedoch bislang vergleichsweise bescheiden.
Bis zur deutschen Wiedervereinigung konnte man die recht spärliche Quellenlage dafür verantwortlich machen, dass man außer immer denselben Bildern zu diesem Datum vorwiegend Mythen und Legenden präsentiert bekam. Doch nicht nur die Quellenlage, auch der historische Blick auf den 17. Juni 1953 hat sich nach der Wiedervereinigung grundlegend geändert.
Zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes sind verschiedene lesenswerte Bücher zum Thema vorgelegt worden. Volker Koops Der 17. Juni 1953 etwa oder Was geschah am 17. Juni? aus der Feder des ehemaligen DDR-Kulturministers Hans Bentzien. Und Guido Knopp hat für das ZDF nicht nur ein Doku-Drama gedreht, sondern auch ein auf die historischen Fakten konzentriertes Begleitbuch herausgegeben.
Sowohl das klare und durchdachte Gliederungskonzept als auch das Lay-out des Buches entsprechen der Dramaturgie, die die Geschichtssendungen Guido Knopps so erfolgreich gemacht haben. Dasselbe gilt für die eingängige Sprache des Autors, der auch den Kontext, in dem die Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 zu sehen sind, in klaren Linien deutlich zu machen versteht. Und natürlich lässt Knopp in dem reich bebilderten Band auch Zeitzeugen zu Wort kommen.
Eine tabellarische Chronologie vom 10. März 1952 (Erste "Deutschlandnote" Stalins) bis zum 20. September 1955 (Zustimmung der UdSSR zur vollen Souveränität der DDR), eine klug zusammengestellte Literaturliste sowie ein Personen- und ein Ortsregister runden den TV-Begleitband ab. --Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Kaum ein Datum in der Geschichte der beiden deutschen Staaten ist so zur Legende geworden wie der 17. Juni 1953. In der Bundesrepublik wurde dieser Tag zum Symbol - für den Kampf aller Deutschen um Freiheit und Demokratie. In der DDR hingegen versuchte das Regime, die Erinnerung daran auszulöschen. Das Geschehen und seine Hintergründe wurde bisher weder in einer großen Fernsehdokumentation noch in einer bedeutenden populären Buchpublikation gewürdigt - dabei war es einer der Meilensteine deutscher Nachkriegsgeschichte. Wer wäre besser geeignet, diese Lücke zu schließen, als Guido Knopp?
In seinem Werk schildert er die Ereignisse um diesen historischen Tag in all ihrer Dramatik. Er erzählt, wie sich die Wut der aufgebrachten Massen entlud, wie sie für freie Meinungsäußerung und freie Wahlen auf die Straße gingen. Ohne das Eingreifen der Sowjetpanzer wäre der Aufstand erfolgreich verlaufen - und die Einheit vielleicht früher gekommen.