Der Zeitraum vom 23. bis 30. September 1938: Europa steht kurz vor einem Krieg. Sartre schildert die Handlungen und Ereignisse um eine Reihe von Figuren, die durch die politischen Geschehnisse rund um das Münchener Abkommen beeinflusst werden.
Das Buch ist insofern eine Fortsetzung der "Zeit der Reife"/"L'Age de Raison", als es zeitlich daran anschließt und einige Figuren auch hier wieder auftreten. Das sind u.a. Mathieu Delarue, der sich noch in Juan-le-Pins befindet und eingezogen wird, Daniel Serano und seine Frau Marcelle, die in Peyrehorade Urlaub machen, Gomez, der auf Heimaturlaub ist und Boris, der sich mit seiner Freundin Lola in Biarritz befindet.
Neu sind z.B. der 19-jährige Pazifist Phillipe, der zunächst in die Schweiz desertieren will oder der Analphabet Gros-Louis, der nicht mitbekommt, dass er eingezogen wird, weil er die entsprechenden Anschläge nicht lesen kann.
Immer wieder eingestreut sind Schilderungen der politischen Ereignisse um Chamberlain und das Münchener Abkommen. Sartre schildert den Umgang der Figuren mit der Kriegsgefahr. Vielleicht versucht Sartre durch die Schilderung ihres Verhaltens oder die Darstellung ihres Bewusstseins zu erklären oder anzudeuten, wie es zum Krieg kommen konnte.
Der Roman widerspricht den Erwartungen des Lesers, die sich aus der Lektüre von "Zeit der Reife" ergeben, da er eine andere Form und teilweise anderes Personal besitzt. Er verlangt dem Leser einige Mühe ab, da Sartre ständig meist mitten im Satz und ohne äußere Kennzeichen die Figuren und Handlungsorte wechselt.
Nicht auf alle von Sartre zunächst eingeführte Figuren wird im Laufe der Handlungstränge zurückgekommen. Vielmehr treten einige nur einmal auf, und man fragt sich, welchen Zweck ihre Einführung und knappe Behandlung hatte.
Das Buch liest sich aufgrund des ständigen Wechsels der Handlungsorte zunächst zäh. Der Leser benötigt einige Zeit, um in die Handlungstränge hineinzufinden und mit den Figuren vertraut zu werden. Eine Kenntnis des Personals der "Zeit der Reife" ist dabei hilfreich.
Aufgrund der im Vergleich zum ersten Band der "Wege der Freiheit" anderen Form widerspricht die Lektüre den daraus geweckten Erwartungen.