Die Autorin ist eine gemäßigte Muslima, die um Ausgleich und Toleranz der Muslime mit den Nicht-Muslimen bemüht ist. Ihr Anliegen ist die dringende Reform des Islam. Sie dürfte dabei keine Probleme mit der freien Welt haben. Aber wie stellt sie sich das in der Praxis der islamischen Länder vor? Ihre Geradlinigkeit und ihr Mut diese Dinge anzusprechen, nötigt Respekt ab. So vergleicht sie beispielsweise die Handlungsweise Bin Ladens mit der Muhammads. Bin Laden habe nichts anderes getan als sein Vorbild Muhammad. Die Ähnlichkeit in der Biographie sei bisweilen verblüffend. Beide begannen ihre Karriere in Saudi-Arabien, sind bekannt dafür in Höhlen gehaust zu haben. Bin Ladens Strategie hat auch ein Vorspiel 1400 Jahre zuvor. Er zwingt den Westen seine eigenen kriegerischen Aktivitäten zu finanzieren, indem er diesem Öl und Opium verkauft. Muhammad hatte damals Waffen mit dem Geld seiner Widersacher gekauft. Er überfiel dazu Karawanen, um den Nachschub für seine Armee sicherzustellen.
Ihr Buch ist voll von Beispielen von sinnloser muslimischer Gewaltanwendung, deren Hintergründe sie durchleuchtet. Manji warnt eindrücklich vor den Praktiken des Islam. Wenn er sich nicht grundlegend ändert, werde es noch viele solcher Tragödien geben. Die Autorin fordert "die Feindschaft mit dem Westen aufzugeben und universale Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in einen modernen Islam zu integrieren." Mithin Werte du Institutionen, die der Islam von Haus aus gar nicht gutheißen kann. Wie muslimische Theologen zu Recht bezeugen ist der Koran in Bezug auf diese Werte und Institutionen eindeutig ablehnend. So bedeutet beispielsweise Demokratie Herrschaft durch Vertreter des Volkes. Im Islam kann es aber nur eine Theokratie als rechtmäßige Staatsform geben. Freiheit kann es nur für Muslime geben, die aber ebenfalls stark eingeschränkt ist, denn für den Abfall vom Glauben steht die Todesstrafe. Und auch die Menschenrechte können nur anerkannt werden, soweit sie in Übereinstimmung mit dem Koran stehen.
Die Autorin stellt nur eine moderne Interpretation des Islam da, unter bevorzugtem Weglassen der Quelle allen islamischen Denkens. Sie setzt sich auch in ihrem Buch wenig mit dem Koran auseinander. Aus verständlichen Gründen, denn dieses Buch gibt keine Demokratie und nur bedingt Menschenrechte her. Der Islam, der ihr vorschwebt, entspricht vielleicht ihrem Wunschbild, und jenem, das viele Nicht-Muslime haben. Viele Muslime, die die Geschicke des Islam in ihren Händen haben, dürfte sie damit nicht erreichen.