Ich kaufe mir selten Bücher als Hardcover-Ausgabe - aber als Elke Heidenreich dieses Buch in ihrer Sendung "Lesen!" vorstellte, musste ich es unbedingt haben. Und ich habe es nicht bereut. Sadie Jones beschreibt in einer wunderschönen, schnörkellosen Sprache das Leben von Lewis, einem jungen Mann, der im Alter von 10 Jahren seine Mutter verliert. Sein Schicksal wird von da an bestimmt von der Meinung anderer Leute über ihn, die über ihn urteilen, die ihn verurteilen, weil er sich - ihrer Meinung nach - anders benimmt, weil er - ihrer Meinung nach - zu sehr schweigt. Sein Vater und seine Stiefmutter stehen nicht hinter ihm - auch ihnen ist er unheimlich.
Für den Leser ist von Anfang an klar, warum Lewis so ist, wie er ist, warum er so handelt, wie er handelt. Und atemlos wird der Leser Zeuge wie sich weitere Ereignisse vollziehen, in denen Lewis Opfer ist, in denen Lewis Schuld angehängt wird, obwohl er unschuldig ist.
"Der Außenseiter" ist kein heiteres Buch, es ist aber auch kein Buch, das traurig macht, aber ein Buch, das zum Nachdenken anregt, in einer schönen Sprache geschrieben. Es beschreibt, wie man ein Opfer der Gesellschaft werden kann, weil andere Leute einen Menschen in eine Schublade stecken, aus der man nur schwer wieder herauskommt. Es beschreibt, wie einflussreiche, reiche Leute hinter dem schönen Schein der Unbescholtenheit, des Reichtums und des großen Einflusses als Verbrecher agieren und ein solches Tun jahrelang unentdeckt bleibt - und gerade, wie diese Leute Personen wie Lewis dazu verwenden, ihnen schlimme Taten anzuhängen.
Das Buch liest sich schnell, und ich habe es sehr gerne gelesen. Ich hoffe, dass es noch viele Freunde findet.