Mit diesem Buch beginnt ein Romanzyklus. Es ist also kein einzeln für sich stehendes Werk, so wie Bovas Vorgängerromane Mars, Venus, Jupiter, Rückkehr zum Mars. Das wäre nun an sich kein Beinbruch, nur hätte der Heyne-Verlag gut daran getan, das auch so im Titel zu vermerken, um den unschuldigen Leser zu warnen.
Bova kommt in diesem Buch irgendwie nicht von der Stelle. Mir hat es gefallen, wie er ins einen letzten Werken den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat - bei der SF immer noch ein vergleichsweise seltenes Vergnügen. Beim "Asteroidenkrieg" artet das ganze jedoch dermaßen in eine Soap-Opera Handlung a la Dallas oder Denver aus, daß es einem die Schuhe auszieht. Haufenweise düstere Ankündigungen, dramatische Begegnugnen, aus denen nichts wird, böse Intriganten und gute Helden, und kein Schluß. Dazu kommen einige Gimmicks aus der Mottenkiste, ein unsichtbar-machender Mantel und Nanomaschinen, die irgendwie als deus ex machina fungieren.
Zu allem Überfluß hat der Übersetzer offenbar auch nicht viel mit dem Buch anfangen können und sehr schluderig gearbeitet. "Wie ist der Status deines Vaters?" heißt es da auf deutsch, als der Held des Buchs sich bei seinem japanischen Kollegen danach erkundigt, wie es dessen Vater ginge. "Status"? Nicht eher "Zustand"? An anderen Stellen wußte der Üebrsetzer offenbar nicht mehr, was er fünf Zeilen darüber übersetzt hat. Formulierungen passen nicht zusammen und man muß sie zurück ins Englische übersetzen, um den logischen Fluß zu erkennen.
Einen kleinen Bonus gibt es, weil das Buch nicht mit eitel Freude endet. Ansonsten: eine flache Space Opera, die man vielleicht um 1940 noch den Lesern anbieten konnte. Heutzutage kann man mehr erwarten. So sehr ich den guten Ben Bova auch schätze, er muß sich in den nächsten Teilen schon sehr steigern, damit aus dem Zyklus noch was wird. Hoffen wir, daß auch der Verlag dann etwas mehr mitdenkt.