Bei diesem Buch handelt es sich um einen alten Klassiker aus den 70er Jahren. Vieles ist mittlerweile Allgemeingut.
Es geht dabei durchaus nicht darum, sich gesund zu lachen, wie der Rückentext suggeriert! Vielmehr versucht der Autor in verschiedenen und recht heterogenen journalistischen Artikeln Gedanken zum Heilungsprozess zu entwickeln; die Scala ist weit und reicht vom Placebo, einer pro-Schmerz-Argumentation über die heutigentags üblichen Stress-Analysen, einer Kritik des dogmatischen ganzheitlichen Ansatzes bis hin zu Beschreibungen kreativer Menschen wie Albert Schweitzer und Pablo Casal und deren Umgang mit Krankheiten. Außerdem gibt es einen Einblick in die Geschichte der Lepraforschung.
Bei alldem ist Cousins weniger ein Advokat des Lachens als der Askorbinsäure (Vitamin-C), die er in hohen Dosen bei bestimmten Erkrankungen verabreicht sehen möchte und das dürfte kaum noch den heutigen Erkenntnissen entsprechen.
Grundtenor ist das Positive, der produktive Umgang mit der Krankheit, das Selberdenken, Aufmerksam- und Kritischsein, die Ausgewogenheit, und das alles setzt eine volle, eine reife Persönlichkeit voraus, die auf der ganzen kulturellen, denkerischen und emotionalen Klaviatur spielen kann.
Somit ist dieser schmale Band weit entfernt von einem billigen Kranken-Ratgeber à la "Lach dich gesund" und ähnlicher Simplifizierungen. Der Originaltitel lautet demzufolge auch trocken-nüchtern: "Anatomy of an Illness as Perceived by the Patient". So gesehen ist das Buch ein vor allem historisch wertvoller, gut und flüssig lesbarer Beitrag, aber weit entfernt von der reißerischen Aufmache des Verlages und auch kein Ratgeber "Wie Sie ... können".