"Der Arzt von Stalingrad" ist kaum zu überbieten an Rassismus, faschistoidem Gedankengut und Revisionismus. Konsalik verurteilt in diesem Buch die Verbrechen der Russen an deutschen Kriegsgefangenen, um einen Satz weiter die Verbrechen von SS und Wehrmacht an Russen zu verharmlosen und zu relativieren.
Besonders der Rassismus begegnet einem an vielen Stellen: "Er wurde steif und spürte Brutalität in sich aufsteigen. Das erschreckte ihn, aber er wehrte sich nicht dagegen. Es ist meine Natur, dachte er, ich bin ein Russe!" oder "Ein Asiate, dachte Major Worotilow, In seinem Hals würgte der Ekel" oder "Es fiel ihm schwer, zu dem kleinen, armseligen Juden `Genosse' zu sagen und ihn als seinesgleichen anzuerkennen. Aber er würgte es heraus, eingedenk der Ideologie, der er diente und die keine Rassen kannte, keine Hautfarben und keine Nationen, nur den Ruf der roten Fahne der Revolution."
So ähnlich schrieb übrigens auch Hitler in "Mein Kampf".
Eine "Ideologie [...] die keine Rassen kannte" (sic!). Sowas aber auch, eine Ideologie, welche die NS-Rassenlehre ablehnt! Das kann ja nur der beginnende Untergang des Abendlandes sein!
Zum Glück jedoch, findet "der Russe" aber seinen Lehrmeister im edlen Deutschen, der ihm Moral und Anstand beibringt!
Na dann, Sieg Heil, Herr Konsalik!
Übrigens: Ab 1939 hatte Konsalik für die GeStaPo gearbeitet. Ich denke, Konsalik selbst hat nie überwunden, daß das NS-Regime besiegt wurde. Mit diesem Buch versucht er, die deutsche Niederlage in einen moralischen Sieg über "den Russen" umzumünzen.
"Der Arzt von Stalingrad" soll sein bestes Buch gewesen sein - da möchte ich keine anderen Bücher von ihm lesen. Dieses jedoch mußte ich für die Anfertigung einer literaturwissenschaftlichen Arbeit lesen - in meinem Hals würgte der Ekel...