der autor behandelt in diesem buch einen aspekt des
architekturtheoretischen hintergrundes des architekten le corbusier,
im speziellen am beispiel der wallfahrtskirche ronchamp.
das buch stellt, wie ich annehme, eine verkürzte version einer doktorarbeit des autors dar.
er stellt die neuartige theorie auf, dass der augenfällige bruch im werk
des architekten im wesentlichen auf seine beschäftigung mit dem philosophen paul valéry
und seiner sammlung von seeschnecken zu erklären ist.
insgesamt habe ich das buch mit interesse gelesen und kann es empfehlen.
obschon der inhalt relativ anspruchsvoll ist, ist es flüssig geschrieben.
zitate aus anderen sprachen sind nicht übersetzt, nur sinngemäß zusammengefasst.
das buch enthält zahlreiche abbildungen in s/w, was z.b. bei farbigen gemälden
sinnlos erscheint.
geeignet erscheint mir das buch für leser, die mit dem werk des architekten bereits vertraut sind.
darüberhinaus sind die historischen bezüge spannend.
zu bemängeln habe ich besonders letzte kapitell, wo der autor versucht,
einen bezug zu aktuellen architekten und gebäuden herzustellen durch die behauptung,
diese bauten seien ohne die wende im denken le corbusiers nicht denkbar.
eine plakative these, die eine unbelegte behauptung bleibt, und eher wie eine anregung des verlegers wirkt,
den text abzurunden... bekanntermaßen gibt es neben le corbusier noch andere
architekten, deren einfluss bis heute nachwirkt, z.b. der mies van der rohes,
der in diesem buch eigentlich nicht vorkommt, auf rem koolhaas und sanaa.
weiterhin stört inhaltlich, dass der autor seine theorie mehr oder weniger an einem gebäude darlegt.
was insofern verwundert, als der architekt nach ronchamp noch andere, nicht minder wichtige
gebäude erschaffen hat.
teilweise hatte ich den eindruck, das buch sei von einem kunsthistoriker geschrieben.
diesen eindruck erweckten das unbeholfen wirkende verständnis für entwurfsprozesse
und die an einigen stellen falsche darstellung von konstruktiven sachverhalten.
allerdings hat der autor u.a. architektur studiert.