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Der Anschlag
 
 

Der Anschlag [Kindle Edition]

Stephen King , Wulf Bergner
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (51 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Stephen Kings gesamtes praktisch-poetisches Wissen übers Unwirkliche und dessen Präsenz wie Latenz in Gesellschaft, Politik und Kultur (von Rock 'n' Roll bis Literatur) der Vereinigten Staaten wird in 'Der Anschlag' aufgeboten. (FAZ, Dietmar Dath )

„Liest man, nach langen Jahren der Abstinenz, wieder einen Roman von King, erfasst einen schon auf der ersten Seite der altbekannte Sog, von dem man sich früher so gerne durch die Seiten ziehen ließ. ‚Der Anschlag‘ ist das ehrgeizigste Buch, das King je geschrieben hat. Es verbindet seinen klassischen Thriller mit einer Zeitreise, mit dem Historienroman und mit dem Pulp-Genre des ‚True Crime‘." (Süddeutsche Zeitung )

„Als würde nach 15 Reinhard-Mey-Platten endlich jemand AC/DC auflegen: Stephen Kings neuer Roman rockt!(…) So minutiös recherchiert, so atmosphärisch genau beschrieben, reißt einen die Kombination aus Liebesgeschichte, Historiengemälde, Schauerromantik und politischen Kriminalroman als Leser mit. (…) Stephen Kings Bücher sind eine gespenstische Enzyklopädie des amerikanischen Jahrhunderts." (taz )

Kurzbeschreibung

Wenn die Vergangenheit grausam zuschlägt – Stephen King schreibt die amerikanische Geschichte neu

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

76 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Tor zur Vergangenheit öffnet sich, 20. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Was würde man tun, wenn man plötzlich die Gelegenheit hätte, in die Vergangenheit zu reisen? Diese Frage stellt sich für den Lehrer Jake Epping, als sein todkranker Freund Al Templeton ihm zeigt, dass sich im Lagerraum seines Restaurants ein Tor zur Vergangenheit befindet.
Genauer gesagt landet man im Jahr 1958. Und wenn man durch dieses Tor wieder zurück in die Gegenwart kommt, dann sind nur 2 Minuten vergangen. Jede neue Zeitreise löscht die Ereignisse der letzten Reise aus.
Templeton hatte sich während seiner zahlreichen Ausflüge in die Vergangenheit in die Idee verbissen, dass Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 in Dallas zu verhindern. Wegen seiner Krankheit kann er jedoch die 5 Jahre von 1958 bis 1963 in der Vergangenheit nicht durchhalten, weswegen er seinen Freund Jake bittet, diese Mission auszuführen.

Das Attentat auf JFK ist sicher für viele US-Amerikaner das bestimmendste Ereignis der Nachkriegszeit. Wenn überhaupt haben vielleicht nur die Terroranschläge von 9/11 eine ähnliche Bedeutung. Der Originaltitel des King-Buches "11.22.63" spielt nicht ohne Grund mit dieser Assoziation.
Für viele US-Bürger endete mit dem Tod Kennedys eine große Periode ihrer Geschichte und ein Abwärtstrend trat ein, der durch den Vietnamkrieg, Rassenkonflikt, den Watergate-Skandal und eine allgemeine gesellschaftliche Zerrissenheit gekennzeichnet war.
Stephen King greift also ein uramerikanisches Trauma auf, wenn er seinen Helden auf die Zeitreise schickt, um dieses Attentat zu verhindern. Dabei interessieren ihn nicht die zahllosen Verschwörungstheorien (an die King nach eigener Aussage nicht glaubt), sondern er schildert die vermeintlich heile Gesellschaft, die durch diese Tat zersört wurde.

In Kings Roman ist Jake Epping nach einigem Überlegen und einigen Testläufen bereit, dauerhaft in die Vergangenheit zu reisen. Er heftet sich an die Fersen des Kennedyattentäters Lee Harvey Oswald und versucht herauszufinden, ob dieser Alleintäter oder Teil einer Verschwörung war. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Wetten auf Sportereignisse (deren Ausgang ihm dank guter Vorbereitung in der Zukunft bekannt ist). Die Wartezeit überbrückt er, indem er wieder als Lehrer arbeitet. Dabei lernt er die Liebe seines Lebens kennen und gerät immer mehr in den Zweispalt zwischen einem glücklichen Leben in der Vergangenheit und der Erfüllung seiner Mission.
Und über all dem steht natürlich immer die Frage: Wenn es ihm gelingt, den Anschlag auf Kennedy zu verhindern, wird dann die Welt sich tatsächlich zum Besseren verändern ?

Mehr zum Inhalt will ich gar nicht verraten. Wie in vielen Romanen Kings gibt es neben der Haupthandlung viele Nebengeschichten, die fast schon selber kleine Romane sind. Fans wird es freuen, dass Jake Eppings Weg nach Dallas auch über Derry führt, wo er Figuren aus Kings Buch "Es" trifft.

In Kings Roman steckt viel Nostalgie. Er zeichnet ein sehr positives Bild der USA in den 60er Jahren und die Welt scheint besser zu sein als heute. Doch wenn man genau hinguckt, hat das Bild viele Risse und viele Konflikte der Gegenwart sind schon im Keim vorhanden. Für den nichtamerikanischen Leser ist die Zeitreise in die US-Gesellschaft der 60er Jahre unter Umtänden etwas langwierig, vor allem weil die eigentliche Story mit dem Kennedy-Attentat oft in den Hintergrund gerät. Aber King ist ein zu guter Schriftsteller, um auf Dauer Langeweile aufkommmen zu lassen. Seine Figuren sind lebendig und man verfolgt gebannt die Irrungen und Wirrungen auf Jake Eppings Mission.
Allerdings muss man sich auf diesen dicken Wälzer als Leser einlassen und darin versinken. Das Buch ist definitiv kein Thriller. Eher würde ich es großen Roman über die heutige US-Gesellschaft und ihre Wurzeln beschreiben.

King hat die Grundidee zu 11.22.63 bereits 1972 konzipiert. In vielerlei Dingen merkt man als King-Fan auch die Spuren des "frühen Kings". Das Buch hat mich vom Stil sehr an "Es" erinnert und es ist wohl kein Zufall, dass der Roman Verbindungen zu diesem Werk herstellt. Aber andererseits merkt man auch die schriftstellerische Erfahrung des "späten Kings", der nicht nur Thrill erzeugen will, sondern auch eine Geschichte über Menschen und die Gesellschaft erzählen möchte.

Ich bin mir sicher, dass das Buch leidenschaftliche Fans haben wird und andere es allein wegen seiner epischen Erzählweise langweilig finden werden. Ich persönlich war begeistert: King ist hier der ganz große Wurf gelungen, der ihn vom Spannungsautor zum großen Schriftsteller seiner Generation befördert.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wenn man liebt sind Pockennarben so hübsch wie Grübchen, 23. Januar 2012
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
Es gibt keine Warnsignale oder Geigenklänge wenn sich schlagartig nicht nur ein kleines Leben, sondern das aller Menschen auf der ganzen Welt verändert. Wann diese tiefgreifenden Ereignisse geschehen wissen wir nie, das Leben schlägt oft unerwartete Kapriolen und erwischt uns unverhofft auf dem falschen Fuss. Wer kann schon wissen wann das Leben auf der Kippe steht oder weshalb? Im Kleinen kann es ein berührender Aufsatz eines Schülers sein der unser Leben verändert oder im Grossen ein einschneidender Zwischenfall der Zeitgeschichte wie der Fall der Mauer in Deutschland, der Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September oder das Kennedy-Attentat. Es gibt eben diese Tage die das eigene Leben verändern.

Ein entscheidender Augenblick ereignet sich in Jake Eppings Leben als er vom todkranken Al Templeton erfährt, dass sich im Vorratsraum seines American Diners ein Portal befindet das Zeitreisen ermöglicht. Wieso, weshalb und warum es da ist ist nicht entscheidend - es existiert einfach. Einmal das Zeitreisetor durchschritten landet man im Jahr 1958 und zwar jedes Mal und jede neue Zeitreise löscht die Handlungen und die Veränderungen der vorhergehenden aus. Al's grosse Vision ist das Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963 zu verhindern, aber da er unheilbar an Lungenkrebs erkrankt ist kann er dieses Vorhaben nicht mehr selbst ausführen und er hofft, das Jake diese Aufgabe übernehmen wird. Nach zwei kurzen Zeitreisen zum Testen nimmt Jake Epping die Herausforderung an und wird versuchen fünf Jahre Ende der 50er / Anfang der 60er zu überbrücken und das Attentat auf JFK zu vereiteln. Bald sitz er im Nebel des irrealen der ihn bald verschlingen wird denn die Realität ist nur eine dünne Eisschicht auf einem See mit dunklem Wasser unter einem Himmel aus dem es bald schneien wird.

Dieser Roman beginnt so wie man einen King kennt und erwartet, etwas Übernatürliches geschieht und zieht den Leser in seinen Bann. Und tatsächlich sind die ersten rund 350 Seiten spannend und auch "blutig". Aber dann vollzieht King einen kompletten Genrewechsel. Es folgen ein paar hundert Seiten die ich am ehesten als epochalen amerikanischen Gesellschaftsroman bezeichnen würde. Er porträtiert mit einer enormen Leichtigkeit ein Amerika wie es vor fünfzig Jahren war und wie ein Chronist zeichnet er ein feines und strukturiertes Bild einer Gesellschaft die sich ausser einem Krieg gegen Russland vor nichts fürchtet. Genauso wie die Lebensmittel früher wohlschmeckender, weil frei von künstlichen Geschmacksstoffen, sind die Menschen natürlicher und der Umgang ungezwungener als heute. Diese Heile Welt zeigt aber unter ihrer anscheinend makellosen Oberfläche einige Risse und etliches was nicht sein darf spielt sich im Verborgenen ab.

Dann ist da noch etwas zu erwähnen dass ich von Stephen King ganz und gar nicht erwartet hätte. Er schreibt ganz feinfühlig eine Liebesgeschichte die mich wirklich berührt hat. Sadie Dunhill wird zu Jakes grosser Liebe und weil beide auf ihre Art und durch ihre Vergangenheit verletzlich sind entwickelt sich eine behutsame Annäherung bis die beiden sich finden und einander die ersehnte Nestwärme geben. Jakes unausgesprochenes Geheimnis steht wie eine Barriere zwischen den beiden und sorgt für bange Momente.

Sämtliche Figuren in diesem Roman haben tragische Grundzüge und sind vom Leben entweder körperlich oder geistig auf die eine oder andere Weise gezeichnet. Es gibt keine Person die nicht in ihrer Vergangenheit schlimmes erlebt hat und alle tragen ihren körperlichen oder geistigen Ballast mit sich. Aber die Verrückten dieser Welt, die Lee Harvey Oswalds, dürfen nicht siegreich bleiben. Wenn Gott zu keiner Wiedergutmachung bereit ist, nachdem sie ihre miesen kleinen Siege erzielt haben, müssen gewöhnliche Menschen wie Jake Epping einspringen.

Dieser Roman ist Kings bisher reifstes Buch. Mit zunehmendem Alter scheint er sich vom Thriller/Horror Genre zu lösen und sich dem belletristischen Gesellschaftsroman zuzuwenden. Wer vor allem auf spannenden Nervenkitzel und blutige Splatterszenen aus ist wird von diesem Buch ganz bitter enttäuscht werden und diesen Lesern empfehle ich den Kauf gut zu überlegen. Im Mittelteil sind spürbare Längen vorhanden die mich nicht dramatisch gestört haben aber wegen denen ich in der Gesamtbewertung trotz des attraktiven Schreibstils einen Amazon-Stern abziehe. Stephen King hat mehr als eine Geschichte zum Kennedy Attentat geschrieben. Er verknüpft ein einschneidendes Ereignis der Zeitgeschichte mit persönlichen Dramen die den Leser fesseln und gewiss nicht mehr so schnell loslassen. Über allem thront die Frage ob es Jake Epping alias George Amberson es schafft Lee Harvey Oswald zu stoppen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Man muss wissen, was einen erwartet..., 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Anschlag (Gebundene Ausgabe)
...nämlich kein richtiger Thriller und keine wirkliche Fantasy. Stephen Kings neues Buch ist vor allem eine sehr anrührende Liebesgeschichte - wenn auch mit phantastischen Elementen. Dieses Buch ist eher gefühlvoll als spannend. Um den Kennedy-Mord geht es zwar auch, aber nicht in der Hauptsache. Ja, das alles ließe sich durchaus 100 bis 200 Seiten knapper erzählen, aber ich empfinde Kings ausufernde Schlenker zumeist eher als "Bonusmaterial" als als lästiges "Zuviel". Man lernt einiges über den "American way of Life" und das (mitunter etwas krude) Selbstverständnis der US-Amerikaner. Am Ende jedenfalls war ich fast zu Tränen gerührt. Ein wirklich lesenswertes Buch - sofern man nicht "Shining 2" erwartet.
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