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Nach dem Kreativ-Hoch um 1998/99 lieferte "JG" bei den folgenden Aufträgen allenfalls Durchschnitt. Mit der vierten Verfilmung eines Tom-Clancy-Bestsellers allerdings tritt der Amerikaner nicht nur die Nachfolge von Basil Poledouris (The Hunt For Red October/Jagd auf Roter Oktober) und James Horner (Patriot Games/Die Stunde der Patrioten, Clear And Present Danger/Das Kartell) an, sondern beweist auch, dass mit ihm nach wie vor zu rechnen ist. Für die cineastische Aufbereitung des Buches Das Echo aller Furcht, in dessen Mittelpunkt neben CIA-Chef William Cabot (Morgan Freeman) wieder Agent Jack Ryan steht (neu besetzt mit Ben Affleck), findet er in einer Mischung aus Songs und Score die optimale Untermalung einer Story, die mit der Möglichkeit des dritten Weltkrieges spielt.
Das Titelstück "If We Could Remember" gibt es zum Auftakt in einer von der hochkarätigen Gospel-Vocalistin Yolanda Adams gesungenen Variante und zum Ausklang in der instrumentalen Version. Diese Komposition ist zudem das musikalische Hauptthema. Neben ihm finden sich zwei weitere: eines, das für die amerikanische Nation (Horn-Fanfare plus rhythmische Steicher sowie Getrommle) und eines, das für die russische Seite (düstere Bläser) steht. Unbestrittener Höhepunkt ist jedoch "The Mission", die von der US-Sopranistin Shana Blake Hill auf Lateinisch gesungene, wunderschöne Interpretation eines an die Musik des mittleren Ostens erinnernden Liedes. Nicht zu vergessen: "Nessun Dorma" aus Turandot, das der Tenor Bruce Sledge vorträgt, der an der Oper in Los Angeles mehrfach in einer Hauptrolle dieses Opus von Giacomo Puccini brilliert hat. In "If We Get Through This", dem vierten Vokalstück, zeigt die zum Background-Chor von Sting, Sheryl Crow und Amy Grant gehörende Gospel-Künstlerin Tabitha Fair, was sie stimmlich kann.
Der zwölfteilige Score selbst ist stilistisch ein Mix aus elektronisch etwas altmodisch klingenden und symphonischen Elementen. Dabei fällt auf, dass manches an Goldsmith Arbeiten für Star Trek: Insurrection/Star Trek IX - Der Aufstand und The 13th Warrior/Der 13te Krieger erinnert! Der Sound ist, typisch für seine Produktionen, wie immer exzellent. Für den Zuhörer wäre es aber wohl angenehmer gewesen, wenn am Anfang der CD die Instrumentals stehen würden, gefolgt von den gesungenen Stücken. So aber wird der Fluss des Scores von den Songs unterbrochen! Alles in allem ist Goldsmith allerdings ein abwechslungsreicher Soundtrack zu einem Film gelungen, über den ein Rezensent schrieb: "Statt einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Gefahr des nuklearen Terrorismus wird hier nur wieder die Paranoia vor dem Kalten Krieg aufgewärmt!" --Thomas Hammerl
Diese Aussagen treffen entsprechend auch auf den Soundtrack von Altmneister Jerry Goldsmith zu: Er klingt nie nach Einheitsbrei! Natürlich wird hier kein neues Vokabular für das Thrillergenre erfunden, aber: Das Ganze ist fein orchestriert und durchkomponiert (Das Sopransolo vom Anfang ist Leitmotiv für den gesamten Soundtrack), wirkt deshalb nie schablonenhaft. Und die musikalischen Themen und Motive hätten fast für zwei Filme gereicht.
Soundtracks, von denen ich schon beim ersten Mal Sehen eines Films etwas mitbekomme, landen häufig bei mir im Plattenschrank. Und dieser hier ist sein Geld wert!
Der Film beginnt und endet mit Openauszuügen aus Turandot und dazwischen hört man dramatische Musik sowie verspielte Klänge die an russischer Folklore angelehnt sind. Treibende Temponummern zu den Actionszene des Filmes lassen beim Hören der CD die Anspannung deutlich nachvollziehen. Auch der Popsong zum Abspann eine gelungene Mischung aus POP und Klassik.
FAZIT: KINO FÜR DIE OHREN
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