Tom Clancy-Romane zu verfilmen, dazu gehört vor allem viel Engagement für die authentische Umsetzung der Story sowie filmhandwerkliches Können. Gerade zum Zusammenbruch des Kommunismus, die folgende Wende Anfang der 90er, schuf John McTiernan mit "Roter Oktober" ein Paradebeispiel - Anspruch und Blockbuster zugleich.
Jetzt, über zehn Jahre später - die Welt hat sich verändert, 'Ost' und 'West' im klassischen Sinn gibt es nicht mehr, der 'kalte Krieg' ist Geschichte, steht erneut eine Tom Clancy-Verfilmung an: "Der Anschlag".
Doch als wirklich geglückt kann man diesen Film nicht bezeichnen - zu sehr schwimmt er diffus im Fahrwasser 08/15-Actionmovies, ohne eine eigenständige Dynamik zu entwickeln. Zwar ist "Der Anschlag" ein, an anderen Filmen gemessener, gut gefilmter und recht engagiert inszenierter Blockbuster, interessante Schauplätze wechseln einander ab, aber mit dem Fortschreiten der Handlung baut er ab, wird flau, die Spannung dünnt aus. Mögen die Bilder auf der Leinwand auch noch so schön und der Soundtrack auch noch so heroisch sein - gemessen an "Roter Oktober" muß sich "Der Anschlag" verstecken.
Zudem verfälschten Drehbuchautor und Regiesseur - bislang nicht wirklich durch gelungene Produktionen aufgefallen - die Geschichte insofern, als aus den Roman-Bösewichtern ursprünglich fundamentalistische Moslems im Film einen ultrarechten Nazi - no na aus Deutschland - zu verwandeln, der sein Hauptquartier in Wien (wenigstens ohne den üblichen Operetten- und Lippizaner-Kitsch dargestellt ;-) ) aufgeschlagen hat. Mag sein, das dies ein Tribut an den 11. September darstellen soll, um die politisch korrekten Gemüter rund um den Globus zu besänftigen, aber das Klischee des ewigbösen Deutschen - Nazi - ist schon so ausgelutscht, daß es nur mehr weh tut.
Aus diesem - und erwähnten weiteren - Gründen bleibt "Der Anschlag" ein glatter Durchschnittsfilm.