Es spricht immer für sich wenn es mir als Nicht-schnell-Leser gelingt ein Buch zügig in zwei oder drei Tagen zu beenden. Mit dem vorliegenden Band hatte ich keine Schwierigkeiten. Es ist eine flüssige und gut geschriebene Story die einem Vince Flynn da vorsetzt. Mit Mitchell Rapp hat er einen gut ausgebildeten und recht gnadenlosen Kämpfer in Szene gesetzt.
Allerdings gibt es auch hier ein paar Punkte, die nicht ganz so überzeugend sind. Einmal wurde Rapps wackerer Mitstreiter Milt Adams als rund 60 jähriger Schwarzer beschrieben, der bei den blutigen Kämpfen der Amerikaner im WK 2 gegen die Japaner auf Iwo Jima dabei war. Wenn man aber bedenkt, das die Geschichte in der heutigen Zeit, also irgendwo zwischen 2000 - 2005 spielt, muß man sich fragen, wie das möglich sein soll. Oder war es damals auf Seiten der Amis üblich Neugebore ins Gefecht zu schicken? Rein vom Alter kann das gar nicht hinkommen. Ferner scheinen außer dem Vizepräsident und Anfangs der Justizministerin keine weiteren Kabinettsangehörigen zu Rate gezogen zu werden. Die Außen-, Innen- und Verteidigungminister werden hier teilweise noch nicht einmal Ansatzweise erwähnt. Das erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Ebenso die Panne die sich der Stabschef des Vizepräsidenten im Bezug auf seinen Terroristenfreund und den beiden trinkenden Prostituierten durch einen nächtlichen Besuch im Weißen Haus erlaubt.
Über diese Unstimmigkeiten kann man aber trotz allem hinwegsehen da das Buch sonst einen recht guten Eindruck hinterläßt. Eine recht straff erzählte Geschichte, die sich um den Kern der Handlung dreht und auf irgendwelche Nebenschauplätze verzichtet. Das tat der Story sichtlich gut. Und wie schon angedeutet handelt es sich bei Mitch Rapp nicht um einen neuen James Bond, sondern eher um einen zweiten Dirty Harry Callahan, der mit seinen Freunden "Smith & Wesson" unter den Terroristen für Unruhe sorgt.
© deval