...dass zwei Menschen ein Leben lang zusammensein können?" Mit dieser Frage überrascht Lisa(Laura Linney) ihren Ehemann Peter(Liam Neeson). Die Schuhdesignerin und der Unternehmer sind ein Paar, bei dem sich diese Frage eigentlich erübrigt. Aber am nächsten Morgen ist Lisa weg. Peter hat keine Ahnung, wohin seine Frau gegangen sein kann, auch die gemeinsame Tochter Abigail(Romola Garai) weiß nichts. Als auf Lisas zurückgelassenem Handy eine Nachricht eintrifft, wird Peter stutzig. Ein Ralph(Antonio Banderas) meldet sich. Er will unbedingt Lisas Stimme hören. Peter beginnt nachzuforschen. In Lisa Notebook findet er Dateien, die ihm zeigen, dass Lisa und Ralph eine Affäre hatten. Von Eifersucht getrieben ermittelt Peter Ralphs Adresse. Er stellt fest, dass Ralph in Mailand wohnt, einem Ort, den seine Frau Lisa immer wieder aus beruflichen Gründen aufgesucht hat. Peter macht sich auf den Weg. Er will Lisa finden und Ralph...am liebsten töten. In Mailand angekommen trifft Peter Ralph und alles kommt anders. Es entwickelt sich eine Geschichte, bei der es um Liebe, Schach, Geheimnisse und Vergebung geht...
Richard Eyre hat Bernhard Schlinks Geschichte -Der Andere- ein wenig an das Medium Film angepasst, sich aber insgesamt am Storybook Schlinks entlang gehangelt. Herausgekommen ist ein Film, der ein wenig Anlauf braucht, um in die Spur zu kommen, dann aber überzeugt. Was anfänglich holprig und manchmal unlogisch wirkt, erweist sich nach der Auflösung des Plots als wirklich gut erzählte Geschichte. Dabei ist es vor allem die dramatische Wendung des Stoffs, die den Zuschauer mitnimmt.
Ich habe selten einen Film gesehen, bei dem die Themen Demütigung, Eifersucht, Selbstzweifel und Erniedrigung derart gut dargestellt waren wie bei -Der Andere-. In diesem Punkt hat Richard Eyre wirklich ganze Arbeit geleistet. Unterstützt wird er dabei von stark agierenden Schauspielern. Laura Linney spielt den Fixpunkt Lisa, um den sich die Universen von Peter und Ralph drehen, genial. Banderas und Neeson sind Kontrahenten und Weggefährten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
-Der Andere- ist intelligentes, ruhiges Erzählkino, das am Ende die Spannungsschraube anzieht. Als Zuschauer muss man sich auf die Geschichte einlassen, um am Ende belohnt zu werden. Dabei ist -Der Andere- alles andere als schnelles Actionkino. Eyre hat das Medium Film genutzt, um eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte von Mann und Frau, von Partnerschaft und Liebe, von Hass und Demütigung. Das ist ihm gut gelungen.