Hanno Beck verspricht mit seinem "Alltagsökonom" viel, etwa "überraschende Lösungen" für Alltagsrätsel und "amüsante Erkenntnisse" zu Warteschlangen im Supermarkt, Lotteriegewinnen und Gebrauchtwagen. In Wirklichkeit liefert er meist nur Allgemeinplätze. Beck kratzt bestenfalls an der Oberfläche, viele seiner vermeintlichen Erkenntnisse vereinfachen viel zu stark und sind daher realitätsfern oder sogar falsch. Beim Lesen hatte ich nicht das Gefühl, etwas zu lernen, sondern meistens regte sich sofort der Widerspruch. Beispielsweise behauptet Beck, es wäre bei der "Wer wird Millionär"-Quizshow viel klüger, den ersten Gewinn sofort zu behalten und aufzuhören, statt weiter zu raten (S.143ff.). Bei seiner Begründung berechnet Beck die Chancen für den weiteren Gewinn allerdings derartig niedrig, dass seine These nur für völlig ahnungslose Personen gilt, die nicht einmal geschickt raten können - dann haben sie nämlich nur eine Chance von 25%. Natürlich, Herr Beck: Solche Menschen haben in einer Quizshow nichts verloren. So funktioniert aber das Spielprinzip nicht, es wird ja nicht gewürfelt oder Roulette gespielt. Beck vereinfacht zu stark und lässt so den ganzen Witz von Quizshows verloren gehen.
Zum Thema "populärwissenschaftliche Ökonomie" gibt es wesentlich bessere Bücher auf dem Markt, zum Beispiel "The Undercover Economist" vom Tim Harford. Harford schreibt schwungvoll und mit Aha-Effekt, Beck wirkt dagegen platt und nur gezwungen witzig.