Mit einem hat der Autor vollkommen recht: Ein solches Buch gibt es noch nicht. Marko Holtwick unternimmt den Versuch, die Komplexität eines DiscJockeys, wie er bei Straßenfesten, Hochzeiten, Firmenfeiern und Clubs zu finden ist aufzuschlüsseln. Dabei geht er zum einen auf die technische und organisatorische Seite ein, zum anderen - und darin liegt das Manko des Buches - versucht er die kreative und intuitive Arbeit eines DJs in feste Schemata zu pressen.
Das Buch ist für alte Hasen ein inspirierendes Buch, was Marketing und Vertragliches angeht. Deutlich wertvoller ist es aber für Einsteiger, die beschließen, DiscJockey werden zu wollen. Holtwick listet die seiner Ansicht nach wichtigsten Party-Songs auf, mit denen Anfänger angeblich jede Party bestreiten können, er gibt Tipps wie man sein KnowHow verbessern kann und wo Jobs für einen DJ lauern.
Was fehlt ist der entscheidende Hinweis, dass zum DJ-Dasein vor allem Erfahrung, Ausdauer und eine gewisse Gabe gehört, Musik richtig in Szene setzen zu können. Es entsteht der Eindruck, das DJ-Handwerk wäre ein nach Schema-F erlernbarer Beruf. Doch lässt sich Leidenschaft für Musik, das gefühl fürs Publikum und die Gabe unter kritischer Beobachtung fremder Menschen arbeiten zu können, nicht erlernen.
So wäre es schlussendlich schöner gewesen, er hätte sich auf Organisatorisches beschränkt, wäre ein einigen Stellen weiter in die Tiefe gegangen, anstatt auf (abzüglich Bilder und Anhang) knapp über 100 Seiten einen Rundumschlag zu unternehmen. Einige erfrischende Anekdoten, die jeder DJ erlebt, hätten das Buch aufgelockert und konkret berschrieben, was Holtwick durch Theorie zu vermitteln versucht.
Immerhin ist es flott geschrieben, schnell gelesen und vermittelt auf alle Fälle einen tieferen Einblick in die Arbeit eines ernsthaften DJs. Zu empfehlen vor allem für Neugierige und Einsteiger, die aber nicht erwarten sollten, nach der Lektüre alles zu beherrschen, was einen DJ ausmacht.