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Die Macher des Akron-Tarot waren der Meinung, daß "... längst überfällige Neuerungen vollzogen werden müssen". Allerdings - so modern ist dieses Tarot nun auch wieder nicht, die Grundstruktur wurde beibehalten.
Die einzig wirklich große Neuerung gibt es bei den großen Arkana, diese wurden um zwei Karten erweitert. Die Karte XV existiert nun zweimal. Einmal als der bisher gebräuchliche "Teufel" und dann neu zusätzlich als "Die scharlachrote Anima / Die Schwarze Göttin". Die zweite neue Karte ist "Das dunkle Kind", welche keine Nummer trägt.
Natürlich wurden auch ein paar Karten umgetauft, aber das findet man ja bei fast allen Tarotdecks.
Insgesamt besteht das Kartendeck also aus 80 Karten (statt der üblichen 78) mit einer Größe von ca. 12 x 7 cm.
Die Abbildungen beim Akron-Tarot sind wirklich beeindruckend und scheinen direkt aus einem Alptraum zu stammen. Bildgewaltig, düster, morbid ... phantastisch! Allerdings dürften diese Bilder auf einige abstoßend wirken.
Die Rückseite zeigt eine mit leuchtenden Strichen gezeichnete Göttin vor einem Sternenhintergrund. Das ist zwar nicht die schönste Rückseite, die ich bisher gesehen habe, aber dafür ist sie gespiegelt und somit sieht man nicht, ob die Karte richtig oder umgekehrt liegt (dürfte für Leute, die auch mit umgekehrten Karten deuten evtl. relevant sein).
So toll die Abbildungen aber auch sind, beim Versuch sie zu deuten, tue ich mich äußerst schwer. Sehr merkwürdig, beim Betrachten sprechen mich die Karten an, beim Deuten nicht.
Die Deutungshilfen auf den Karten sind für mich auch nicht besonders hilfreich (z. B. "Bündelung der Emanation" auf Vier Scheiben, oder "Das Credo der Offenbarung" bei Zehn Schwerter).
Fazit: Die Karten sind eine Bereicherung meiner Sammlung, aber zum Deuten benutze ich sie nicht. Anfängern würde ich zu den bewährten Rider Waite Karten raten (oder zu den Universal Waite Tarotkarten, die haben bei mir zur Zeit die Rider Waite Karten abgelöst).
Ich habe noch nicht genug Erfahrung mit dem Spiel, um tatsächlich zu einer abschließenden Meinung die neuen Karten betreffend zu kommen, aber es lohnt sich sicherlich mehr als bei anderen "erweiterten" Spielen (shapeshifter u.ä.), sich damit auseinander zu setzen.
Der Beitrag des Malers S.O. Hüttengrund sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Die Bebilderung des Tarots ist suggetiv, neu und sehr schön. Dunkel, aber nicht die Hölle, die man nach Akrons Arbeit mit H.R. Giger vielleicht erwarten würde. Ohne die Erläuterungen des Begleitbuchs ist man teilweise aufgeschmissen, gleichzeitig haben nahezu alle Karten neue Beschreibungen und Titel, die durchaus hilfreich sind. Die schon erwähnten Hofkarten treten dabei besonders hervor, aber auch die kleinen Arkana werden neu interpretiert. Der Widerspruch der dadurch zur traditionellen Interpretation entsteht wird im Begleitbuch erhellend aufgenommen, so dass eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Karten möglich wird.
Eine längere Beschäftigung mit den Karten ist hier sicherlich angeraten und scheint mit lohnenswert und das ist mehr als ich über die meisten anderen Tarot Spiele sagen kann. Insofern endlich eine Empfehlung an alle an Tarot interessierten, auch wenn Akron wie immer Geschmackssache ist (was hier als Lob gemeint ist), lohnt sich eine Anschaffung des Spiels allein wegen der großartigen Bidler von Herrn Hüttengrund.
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