Fast paradox, dass ein Landwirt, der wunderbarerweise die enge Beziehung mit der Natur bewahrt hat und eigentlich traditionelle Methoden anwendet, heute als "Rebell" bezeichnet wird. Rebellen müssten eher diejenigen sein, die ihre Felder und Monokulturen mit Chemie so überfrachten, dass das Mikroleben abstirbt - und in der Konsequenz der Teufelskreis zu immer mehr Chemieeinsatz entsteht.
Sepp Holzer hat sein ganzes Leben ökologische Landwirtschaft bzw. Permakultur betrieben und mannigfaltige Erkenntnisse gesammelt. Da lässt er seine Felder von Schweinen umpflügen, spart über geschickt kombinierte Mischkulturen Düngemittel ein, mit ausgeklügelten Teichanlagen betreibt er eine erfolgreiche Fischzucht, durch die vielen Amphibien und Vögel im Gelände benötigt er keine Insektizide. Die Natur reguliert sich weitgehend selbst, und das meist besser, als es Chemikalien können.
Doch sehr ehrlich und offen berichtet er auf über vielfältige Rückschläge im Leben, darunter oft Krach mit den Behörden, die - anstatt zu fördern - geradezu gezielt gegen ihn gearbeitet haben. Das Buch ist die Geschichte seines "Krameterhofs" und eher eine Autobiografie. Es enthält viele erstaunliche und faszinierende Ideen, die allerdings nur relativ kurz angesprochen werden. Für die konkrete Umsetzung bietet sich Holzers zweites Buch "Permakultur" an, das sich gezielt an den städtischen Kleingärtner richtet. Holzer gebührt großes Lob für sein Lebenswerk, denn er hat bewiesen, dass ökologische Landwirtschaft und Tierhaltung auch ökonomisch sinnvoll betrieben werden kann. Das Buch ist eine wertvolle Quelle für Öko-Landwirte und eine Freude für alle naturverbundenen Menschen!