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Der Afrikaner
 
 
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Der Afrikaner [Gebundene Ausgabe]

Jean-Marie Gustave Le Clézio , Uli Wittmann
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 136 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 8 (25. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446209484
  • ISBN-13: 978-3446209480
  • Originaltitel: L'Africain
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 223.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jean-Marie G. Le Clézio
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Es ist ein wunderbarer Umweg, den Le Clézio geht, um seinen Vater wiederzufinden, wie er einen Verschütteten freilegt und freundschaftliche Nähe zu ihm herstellt. Es geht weder um therapeutische Klärung noch um Versöhnung - nur um eine magische Berührung, die das Leben nicht erlaubt hat." Walter van Rossum, Die Zeit, 06.09.07 "Eine bezaubernde Huldigung an Afrika." Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 09.10.08

Kurzbeschreibung

Eine Afrikareise in der Kindheit wurde für Le Clézio, einem der bedeutendsten zeitgenössischen französischen Schriftsteller, zur Initiation. Hier lernte er eine Welt kennen, die ihn mit ihren fremden Lebensformen, den exotischen Gerüchen und Farben in ihren Bann schlug und nie wieder loslassen sollte. Und so erzählt er von der Reise, die ihn 1948 nach Afrika führte und wo er zum ersten Mal seinem Vater begegnete. Einem Tropenarzt, der in Nigeria Lepra und Sumpffieber kurierte, den Kolonialismus hasste, mit einer Piroge das Landesinnere erkundete und Landschaften und Menschen fotografierte. Und er erzählt die Liebesgeschichte seiner Eltern, die in Kamerun, vor seiner Geburt, spielt, als der Traum eines von Krankheit und Fremdherrschaft befreiten Afrika noch realisierbar schien.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jean-Marie Gustave le Clézio hatte lange davon geträumt, seine Mutter sei eine Schwarze, sich für die Rückkehr ins ihm fremde Frankreich eine Geschichte zurechtgelegt, um der Wirklichkeit zu entfliehen.
Als der Vater im Ruhestand nach Frankreich zurückkehrt, merkt Jean-Marie Gustave le Clézio jedoch, dass er der Afrikaner war.
Da er das nur schwer akzeptieren konnte, hat er dieses Buch geschrieben, eine Bewältigung der Entfremdung, der Vergangenheit.

Der Afrikaner" ist ein Versuch der Aufarbeitung, des Strebens um Verständnis, wieso sich der Vater nach seiner Rückkehr aus Afrika nicht mehr der Mensch war, der er in Afrika war.
Jean-Marie Gustave Le Clézios Vater war ein auf Mauritius geborener Brite, der als Tropenarzt nach Afrika ging, um der Unterdrückung in einem englischen Spital zu entgehen.
In Kamerun und Nigeria heilte er Sumpffieber und Leprakranke, bereiste zu Fuß und Pferd seine Gebiete.
1948 reist die Mutter mit ihren beiden Söhnen aus Frankreich dem Vater nach, wo der achtjährige Jean-Marie Gustave seinem Vater zum ersten Mal begegnet.
Er erzählt von seinen Erkundungen der afrikanischen Landschaft, von Termitenbauten, von Skorpionen, von Menschen, von der natürlichen Nacktheit der Menschen in Afrika und zeichnet dadurch ein wunderbar poetisches Bild Afrikas. Landschaftsstimmungen, Afrikabilder, wie sie eigentlich unübertroffen sind. Die Stärke dieser Prosa ist schlichtweg überwältigend.
Er erzählt auch die Geschichte der Liebe seiner Eltern vor dem Krieg, in Kamerun. Er tut dies auf eine wunderbar zärtliche und liebende Art und Weise. Eine einfühlsam erzählte Liebe, die durch die kriegsbedingte Trennung einen Riss bekam und sich wie eine langsam dahinsiechende Krankheit nicht mehr heilen ließ. Des Vaters konsequente Entfremdung als einzig mögliche Reaktion auf diesen Verlust.

Der Afrikaner" ist auch eine Liebeserklärung an Afrika, an das unberührte, echte Afrika, ein Afrika abseits der Country Clubs und der weißbehandschuhten Diener - ein Plädoyer gegen die diversen Kolonialherrschaften, ein Plädoyer gegen den Krieg. Eine bezaubernde Liebeserklärung an die Mutter und eine große Hommage an den Vater.
Der Schlüssel zum Werk Jean-Marie Gustave Le Clézios.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Zu dem Gesicht, das ich bei meiner Geburt erhielt, muss ich ein paar Worte sagen. Als erstes, dass ich nicht umhin konnte, es zu akzeptieren." Das ist der Satz, der zu Beginn der zweiten Seite steht und der beim Leser unwillkürlich den Gedanken aufkommen lässt: "Stimmt, das Los haben wir alle." Was danach kommt, ist Le Clezio in Reinform. Er ist Poet. Er zaubert mit der Sprache, erschafft sagenhaft Bilder, Gerüche, Stimmungen und zieht den Leser hinein in SEIN Afrika, das Afrika seiner Eltern. Man sieht diese faszinierenden Landschaften beim Lesen vor sich, spürt die gleisende Hitze. Es ist eine Liebeserklärung an den schwarzen Kontinent aber gleichzeitig auch ein Erinnern an Gewalt und Ausbeutung, die die dort lebenden Menschen erfahren haben und noch immer erfahren. Ein sehr gelungenes Buch eines verdienten Literaturnobelpreisträgers.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Suche nach dem Vater 22. Januar 2011
Von Else Kling TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Le Clézios Vater arbeitete im Auftrag der Kolonialmacht England als Arzt in Nigeria und Kamerun. Aufopferungsvoll hilft er der einheimischen Bevölkerung und nimmt dafür beschwerliche, lange Reisen durch unwirtliches Terrain auf sich. Durch den 2. Weltkrieg wird er von seiner Familie abgeschnitten, so dass er seinen Sohn zum ersten Mal sieht, als dieser acht Jahre ist.
Le Clézio, Nobelpreisträger 2008, wuchs dann einige Jahre in Afrika auf. Dieser Zeit und der Suche nach der Identität des Vaters, auf dessen Spuren er später selber durch Afrika reist, ist dieses Buch gewidmet.
Le Clézio erzählt in schillernden Farben und mit großer Sprachkraft von seinen Erlebnissen in Afrika - seine Gefühle, seine Wahrnehmungen entstehen durch seine Worte zu neuem Leben. Auch das ambivalente Verhältnis zum Vater, zu dessen Wesen er erst nach dessen Tod durchdringt, wird deutlich. Es ist eine Suche nach den eigenen Wurzeln, verbunden mit einer Aussöhnung mit dem Vater. So ist eine andere Art der Autobiographie entstanden, die vom ersten Moment an fesselt. Für noch mehr Lesefreude hätte ich mir allerdings noch mehr Anekdoten und Erlebnisse aus dem Leben des Vaters gewünscht.
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