Ein sehr gutes Buch über das Thema Körperkult, mit dem sich die Gesellschaft seit den letzten zwanzig Jahren wieder auffallend und mit steigender Tendenz befasst (herumschlägt?). Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Lektüre vielen Lesern die Augen öffnet und potentiell gefährdeten Menschen, die sich, durch die Umwelt stark beeinflusst, mit exzessivem Training und gefährlichen Hilfsmitteln auseinandersetzen, beim ersten Schritt in ein glückliches Leben zurückhilft. Sport ist gut, sehr viel Sport in Verbindung mit extrem zweckorientierter Ernährung und Steroiden ist schlecht (für die Gesundheit, aber auch für die sozialen Bindungen, denn wer den Sport an die erste Stelle setzt, verpasst das eigentliche Leben und wird dieses irgendwann nicht mehr lieben, spätestens, wenn die Familie zerüttet und die eigene Gesundheit ruiniert ist.)
Absoluter Pflichtkauf für jeden, der keine Märchen mehr hören will und sich traut, die rosarote Brille beim Betrachten der optikorientierten Gesellschaft abzunehmen. Einige Dinge, die er dann sehen wird, gefallen ihm vielleicht nicht, dafür erfährt er aber, wie bspw. die Gerippe auf den Laufstegen oder die aus allen Fugen geratenen Körper in den Studios wirklich zustande kamen. Kein Training und kein Shake, bei noch so exzellenter Genetik, können solche Körper hervorbringen! Verschiedenen Recherchen der Autoren belegen dies und zeigen auch auf, was mit Training und guter Ernährung und ohne chem. Hilfsmittel wirklich möglich ist.
Sehr interessant ist diese Lektüre auch für Menschen mit Ernährungsproblemen (Bulemi etc).
Die Autoren gehen mit sehr viel Vorsicht an die Themen heran und zeigen Verständnis für jeden, der zum Opfer der Medien und ihren propagierten perfekten und unerreichbaren Körpern geworden ist.
In keinster Weise ist dieses Buch nur für amerikanische Leser geeignet,ganz einfach deshalb, weil wir mittlerweile auch hier in Mitteleuropa amerikanische Verhältnisse in Bezug auf die gesteigerte Wertschätzung des eigenen Körpers haben.
Ein tolles Buch!