Eigentlich ist zur Serie, deren Titel der Spitzname der Hauptfigur ist, schon alles gesagt bzw. geschrieben worden: Die in Koproduktion mit dem ZDF gedrehte skandinavische Krimiserie aus Dänemark macht vereint alles, was eine wirklich gute Krimiserie ausmacht: fesselnde Spannung mit dem richtigen Maß an Action, gepaart mit immer wieder beeindruckenden Landschaftsbildern und passender Musik. Das Ganze nennt man dann "dichte Atmosphäre". Wer das Nordische, Skandinavische mag, ist hier genau richtig, der kann für die Dauer des Zuschauens versinken im Dreieck zwischen Island, Schweden und Dänemark, ohne den rest der welt aus dem Auge und dem Bewußtsein zu verlieren. Dabei sind die Handlungsthemen (organisierte Kriminalität mit Menschen- und Drogenhandel, Kinderpornographie, Terrorismus) aktuelle und realitätsnah, zumindest nahe an der tatsächlichen Kriminalität. Nicht nur in diesem letztgenannten Punkt hebt sich "Der Adler" wohltuend von seinen deutschen Konkurrenten (Tatort etc.) ab, bei denen man allzu deutlich den (realitätsfernen) poltisch korrekten/korrigierenden Zeigefinger feststellen muss. In diesem Punkt hat allerdings auch "Der Adler" einen Schwachpunkt: Das "Frauenthema". Nicht nur, dass die weibliche (?) Dominanz von Justizministerin und Leiterin der Polizeidienststelle streckenweise auf die Nerven geht, auch der permanente Ehe-/Scheidungskrach von Adlers Kollegin wirkt stereotyp und langweilt gelegentlich. Dies ist aber kein Grund, sich die die 3. Staffel nicht anzuschauen und auf eine weitere Fortsetzung zu hoffen!