Eigentlich hätte ich einem gelernten Wissenschaftstheoretiker einen derartig spannenden und unterhaltsamen Roman nicht zugetraut - obwohl man ja spätestens seit Umberto Ecco mit derartigen Urteilen vorsichtig sein sollte. Aber Mortag gelingt es, seine Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Die Geschichte vom jungen Simon, von seinen Erlebnissen in Leipzig und anderswo im Deutschland der Lutherzeit ist spannend und bildend zugleich. Ganz nebenbei vermittelt der Autor eine Reihe von Kenntnissen über diese Zeit, ohne daß auch nur für einen Moment die Spannung bei der Suche nach dem unbekannten Mörder nachlassen würde. Das Ende des Buches läßt hoffen, daß wir den Weg von Simon bald weiter verfolgen können. Ich jedenfalls freue mich darauf und warte mit Ungeduld auf Mortags Fortsetzung.