...ist man beim Lesen dieses zweiten Teils von Tad Williams' Saga um die drei magischen Schwerter von Osten Ard.
Inhalt:
Simon wird jetzt Schneelocke genannt, denn er hat gegen einen Drachen gekämpft und das Drachenblut hat eine Strähne seines Haares weiß gefärbt. Ja tatsächlich, der tollpatschige Küchenjunge hat inzwischen schon so manche Heldentat vollbracht und ist ganz gewiss kein Mondkalb mehr.
Er und seine Freunde werden nun von der Zauberfrau Geloe zu dem geheimnisvollen Sithiberg, dem Abschiedsstein, gerufen und so treten sie, mit dem Schwert Dorn im Gepäck, den gefährlichen Rückweg aus dem Norden an. Der Weg führt sie durch den unnatürlichen Winter, den der Sturmkönig über das ganze Land gelegt hat. Sie geraten in die Falle der hinterhältigen Skodi und Simon wird von seinen Freunden getrennt und verirrt sich im Schneesturm, der ihn beinahe sein Leben kostet.
Weiter im Süden hat Prinz Josua Ohnehand mit einigen Wenigen die Eroberung von Naglimund überlebt und wird nun von den Nornen verfolgt. Geloe will ihn und seine Leute ebenfalls zum Abschiedsstein bringen, aber er gerät in die Gefangenschaft des Zigeunervolkes der Thrithinge und scheint dort zum Sterben verdammt zu sein.
Prinzessin Miriamel hingegen ist tief im Süden zusammen mit dem dubiosen Mönch Cadrach unterwegs, der sie immer wieder in Gefahr bringt und sie schließlich sogar auf das Schiff des betrügerischen Grafen Aspitis führt.
Endlich wird auch der Wranna Tiamak, ein Freund von Doktor Morgenes, in seinen Sümpfen von Geloes Ruf erreicht. So dass allmählich die letzten paar Widerstandkämpfer sich auf dem Weg zum Abschiedsstein befinden.
Auf dem Hochhorst, dämmert König Elias depressiv und teilnahmslos immer mehr dem Wahnsinn entgegen und ergibt sich zusehends der Führung seines bösen Beraters Pryrates. Die gruseligen Nornen bewegen sich bereits ungehindert auf seiner Burg und nichts mehr scheint den hasserfüllten Sturmkönig aufhalten zu können. Langsam schließt sich sein eisiger Griff um die Welt von Osten Ard.
Das elfenähnliche Volk der Sithi will nichts mit den Menschen und ihrem Kampf gegen den Sturmkönig zu tun haben, schließlich war der einst einer von ihnen, doch als mitten in ihrem sicheren Zufluchtsort ihre Erste Großmutter und ihr König vom Jäger der Nornenkönigin ermordet wird, werden sie endlich wach und beschließen etwas gegen den Sturmkönig zu unternehmen.
Bewertung:
Wer die große Hürde des ersten Buches überwunden hat, wird mit dem "Abschiedsstein" mitten in einer äußerst spannenden und vielschichtigen Fantasygeschichte landen und sich ganz bestimmt nicht über Langeweile oder Einfallslosigkeit beklagen können. Ein sagenhafter Schreibstil, ausgeklügelte und glaubwürdige Charaktere und eine bis ins Detail durchdachte Handlung garantieren, dass man diese rund 900 Seiten sozusagen ohne einmal abzusetzen verschlingt.
Der Abschiedsstein ist ein wunderbarer und sehr befriedigender Lesegenuss, der nur noch durch seine Fortsetzung die Nornenkönigin übertroffen wird.
Daher fette 5 Sterne für den zweiten Teil dieser gigantischen Fantasysage, zuzüglich 2 Sterne für die Übersetzung, die dafür sorgt, dass Tad Williams' überragender Schreibstil auch im Deutschen erhalten bleibt.